Überraschung im Gruppenspiel: England ist gegen leidenschaftlich verteidigende Ghanaer nicht über ein 0:0 hinausgekommen. Trotz drückender Überlegenheit fanden die Three Lions in Boston kein Mittel gegen den tiefstehenden Außenseiter – ein verdienter Punktgewinn für die Black Stars.
WM Ergebnisse: England rennt vergeblich an
Das Spiel folgte über weite Strecken einem klaren Muster: England dominierte den Ball, während Ghana in einem kompakten 4-5-1 verteidigte und in den entscheidenden Momenten leidenschaftlich dazwischenging. Zwingende Chancen blieben für die Mannschaft von Thomas Tuchel lange Mangelware, erst spät wurde es vor dem Tor von Keeper Asare gefährlich.
Den Spielfluss bremsten zudem zahlreiche Unterbrechungen, darunter ein Zusammenprall der Köpfe von Jordan Ayew und Reece James (21.) sowie die als Trinkpausen vermarkteten Werbeunterbrechungen, die das Publikum mehrfach mit lauten Buhrufen quittierte. Ein echter Rhythmus wollte sich so nie einstellen.
Kane lässt die dickste Chance liegen
Die beste Gelegenheit des Spiels vergab ausgerechnet Kapitän Harry Kane. In der 87. Minute köpfte Nico O’Reilly eine Flanke aus kurzer Distanz an die Latte, doch den Nachschuss aus gut fünf Metern bugsierte Kane volley über das Tor. Auch Bukayo Saka scheiterte mit einem Schlenzer am stark parierenden Asare (86.).
Tuchel hatte zuvor alles versucht und mit Eberechi Eze, Saka und Marcus Rashford reihenweise Offensivkräfte gebracht. Der Bann wollte aber nicht brechen. In der Schlussphase warf England noch einmal alles nach vorne, ein Ghanaer klärte einen Kopfball von Marc Guehi sogar auf der Linie (90.+3).
WM Ergebnisse: Ghana mit eigenen Nadelstichen
Der Außenseiter beschränkte sich aber nicht nur aufs Verteidigen, sondern setzte auch eigene Akzente. Mehrfach enteilte Joker Prince Kwabena Adu der englischen Hintermannschaft, scheiterte jedoch an schwachem Timing und einer starken Grätsche von Konsa (79.). Schon zuvor hatte Adu Keeper Pickford in Bedrängnis gebracht (67.).
Unterm Strich geht das Remis für die leidenschaftlichen Black Stars vollkommen in Ordnung. Während Ghana den Punktgewinn gegen den Favoriten feiern darf, müssen sich die Three Lions nach dem zähen Auftritt fragen, warum sie ihre Überlegenheit nicht in Zählbares ummünzen konnten. Frische Ideen sind im weiteren Turnierverlauf gefragt.