WM heute: Es ist die Geschichte hinter dem WM-Viertelfinale: Wenn Marokko auf Frankreich trifft, steht ein 18-Jähriger im Zentrum, der ausgerechnet gegen sein Geburtsland spielt. Ayyoub Bouaddi ist eine der größten Entdeckungen dieses Turniers – und will die Equipe Tricolore nun aus dem Wettbewerb werfen.
WM heute: Marokkos Held mit dem Gütesiegel „Made in France“
Es klingt kurios, doch der marokkanische Höhenflug trägt eine französische Handschrift. Gleich sechs Spieler der Löwen vom Atlas stammen aus dem Land des zweimaligen Weltmeisters – und könnten dem Titeltraum der Franzosen nun ein jähes Ende setzen. Allen voran Bouaddi, geboren nahe Paris und in Frankreich ausgebildet.
Die Brisanz könnte kaum größer sein. Noch im März lief der Shootingstar vom OSC Lille als Kapitän der französischen U21-Auswahl auf. Am Donnerstag soll der Hochbegabte nun mithelfen, die Luxus-Offensive um Kylian Mbappé, Michael Olise und Ousmane Dembele zu stoppen. „Der verlorene Schatz“, titelte die L’Équipe passend über den Youngster.
WM 2026: „Le Chef“ dirigiert Marokkos Spiel
Wie schmerzhaft der Verlust für Frankreich sein könnte, zeigte bereits Marokkos Auftaktspiel gegen Brasilien. Bouaddi war die prägende Figur, wirkte unter Druck bemerkenswert gelassen und glänzte mit einer Passquote von über 90 Prozent. In seiner neuen Heimat trägt er längst einen sprechenden Spitznamen: „Le Chef“.
Mit schmaler Statur und markanter Lockenmähne wirkt der 18-Jährige fast unscheinbar – auf dem Platz aber gibt er den Takt vor. Dass er selbst unter Bedrängnis kaum den Ball verliert, erinnert Beobachter immer wieder an Toni Kroos. „Er ist erst 18, aber sehr ruhig und ausgeglichen“, schwärmt Nationaltrainer Mohamed Ouahbi. „Er ist ein sehr intelligenter Junge.“
WM heute: Ein Wunderkind mit Abitur und Mathe-Studium
Diese Intelligenz ist keine Floskel. Bouaddi legte mit 16 Jahren und Bestnoten sein Abitur ab, gewann einen landesweiten Rhetorikwettbewerb und wurde dafür im Élysée-Palast ausgezeichnet. Parallel zur Profikarriere studiert er Mathematik – ein Fach, das ihm nach eigener Überzeugung sogar auf dem Rasen hilft.
Der Verbandswechsel kam dabei erst spät: Nachdem Deschamps ihn nicht für die WM nominiert hatte, entschied sich der Youngster dank doppelter Staatsbürgerschaft für Marokko. Zahlreiche Topklubs wie der FC Bayern, Arsenal, Chelsea, PSG oder Real Madrid sollen ihn längst beobachten. Noch besitzt Lille dank eines Vertrags bis 2029 die besten Karten – doch wirft Bouaddi nun ausgerechnet sein Geburtsland aus dem Turnier?
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