DFB-News zur WM heute: Toni Kroos ist mit dem deutschen WM-Aufgebot im Großen und Ganzen zufrieden – aber eben nicht restlos. Der Weltmeister von 2014 hätte sich einen ganz bestimmten Innenverteidiger im Kader von Bundestrainer Julian Nagelsmann gewünscht. In seinem Podcast geriet Kroos beim Gedanken an diesen Abwehr-Hünen regelrecht ins Schwärmen.
Toni Kroos: Bisseck als großer Wunsch – „gegen den will man nicht spielen“
Der Name, den Kroos vermisst: Yann Aurel Bisseck von Inter Mailand. Im Podcast „Einfach mal Luppen“, den der 36-Jährige gemeinsam mit Bruder Felix betreibt, machte er aus seiner Bewunderung keinen Hehl. „Er ist mir letztes Jahr schon aufgefallen. Er ist ein sehr guter Innenverteidiger, der vor allem etwas ausstrahlt. Gegen den will man nicht spielen oder nicht unbedingt in den Zweikampf“, schwärmte Kroos laut Spox vom 25-Jährigen.
Auch Co-Podcast-Host Felix Kroos hätte den Verteidiger gerne bei der WM 2026 dabei gehabt. Beide Brüder betonten jedoch, dass sie grundsätzlich zufrieden mit den Personal-Entscheidungen des Bundestrainers seien. „Das ist in Ordnung, da kann man sich wenig anmaßen, etwas besser zu wissen“, resümierte Kroos laut Spox.
Eine Kritik mit Augenmaß
Kroos relativierte seine eigene Wortmeldung sogleich. „Ich weiß nicht, ob das am Ende das entscheidende Puzzleteil ist, ob wir erfolgreich sind oder nicht“, erklärte der Weltmeister laut Express. Eine Einordnung, die zeigt: Es ist keine Fundamental-Kritik an Nagelsmann, sondern eine persönliche Präferenz.
Was Kroos an Bisseck so begeistert, ist vor allem dessen physische Präsenz. Mit fast 1,96 Metern Körpergröße verkörpert der Abwehrmann den Typ Innenverteidiger, gegen den Stürmer ungern antreten. Genau jene Wucht und Körperhaltung, die Kroos in seinem Lob hervorhob.
Stammspieler beim italienischen Double-Sieger
Dass Bisseck überhaupt als Kandidat gehandelt wurde, hat handfeste sportliche Gründe. Bei Inter Mailand ist der Innenverteidiger längst Stammspieler. In der zurückliegenden Saison kam er wettbewerbsübergreifend auf 36 Einsätze, steuerte drei Tore und drei Vorlagen bei – und hatte damit Anteil am Double-Triumph der Nerazzurri in Liga und Pokal.
Seine Karriere verlief dabei alles andere als geradlinig. Der gebürtige Kölner durchlief etliche Jugendmannschaften des 1. FC Köln, ehe er sich über zahlreiche Leihstationen in Kiel, den Niederlanden, Portugal und Dänemark weiterentwickelte. Inter investierte im Sommer 2023 rund sieben Millionen Euro – ein Geschäft, das sich für die Italiener längst ausgezahlt hat.
Trotz all dieser Argumente steht Bisseck bislang erst bei einem einzigen Länderspiel für die DFB-Auswahl.
Anton, Rüdiger und Thiaw machen das Rennen
Statt auf Bisseck setzt Nagelsmann in der Innenverteidigung auf ein bewährtes Personal-Tableau. Gesetzt ist das Duo aus Jonathan Tah (FC Bayern) und Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund). Als Alternativen dahinter stehen Waldemar Anton (Borussia Dortmund), Antonio Rüdiger (Real Madrid) und Malick Thiaw (Newcastle United) bereit. Eine Hierarchie, in der für Bisseck am Ende kein Platz mehr war.
Kroos hat Verständnis für Neuer-Rückkehr
Neben der Bisseck-Personalie äußerte sich Kroos auch zu einem anderen heiß diskutierten Thema: der Rückkehr von Manuel Neuer als Nummer eins. Hier zeigte der Ex-Profi vollstes Verständnis für Nagelsmanns Entscheidung. Auf die Frage, ob er genauso entschieden hätte, antwortete Kroos mit einem klaren „Ja“.
Allerdings hätte er sich beim Timing mehr Tempo gewünscht. „Vielleicht hätte man es zwei, drei Tage früher klären sollen. Aber sportlich gesehen ist es richtig, mit den Besten zur WM zu fahren und weniger auf Befindlichkeiten zu achten“, sagte Kroos laut Express. Eine Aussage, die zugleich die generelle Philosophie des Weltmeisters unterstreicht: Leistung vor Befindlichkeit.
Spannend bleibt, ob Bissecks Nicht-Nominierung am Ende ein Faktor wird. Kroos selbst zweifelt das an – und betonte, dass der Erfolg der DFB-Auswahl wohl kaum an dieser einen Personalie hängen wird. Deutschland startet am 14. Juni gegen Curacao in die WM, danach warten in Gruppe E die Elfenbeinküste (20. Juni) und Ecuador (25. Juni).
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