Jan-Lennard Struff schreibt in Wimbledon Geschichte. Der 36-jährige Warsteiner steht erstmals in seiner langen Karriere in einem Grand-Slam-Viertelfinale – und ist damit der älteste Spieler, dem dieses Kunststück zum ersten Mal gelingt. Ein Meilenstein, der zeigt, dass im Tennis manchmal die späten Momente die schönsten sind.
Struff schockte in Wimbledon bereits Medvedev und Hurkacz
Der Weg dorthin war alles andere als einfach. Struff bezwang nacheinander Sebastian Baez, Brandon Nakashima, Daniil Medvedev – und zuletzt Hubert Hurkacz, der im fünften Satz aufgeben musste. Vier Siege, die in ihrer Summe das vielleicht beeindruckendste Kapitel in Struffs Karriere darstellen. Der Mann aus Warstein überraschte nicht zum ersten Mal: 2024 feierte er in München seinen ersten ATP-Turniersieg und schlug im Finale Taylor Fritz – ein Erfolg, der ebenfalls niemand auf dem Zettel hatte.
Im Viertelfinale wartet nun die härteste Prüfung, die der Tennissport zu bieten hat: Jannik Sinner, die Nummer eins der Welt. Der Italiener rauschte durch die letzten drei Wimbledon-Runden, ohne auch nur einen Satz abzugeben. Und die bisherige Bilanz zwischen beiden ist eindeutig: Sinner gewann alle drei Duelle mit Struff – in Halle, Monaco und Indian Wells, alle im Jahr 2024.
Struff vor Duell mit Sinner: „Natürlich traue ich mir zu, dass ich etwas schaffen kann“
Struff weiß, was ihn erwartet – und versteckt sich dennoch nicht. „Das wird eine brutal schwierige Aufgabe, das ist völlig klar“, sagte er vor dem Viertelfinale (via SID). „Aber klar, natürlich traue ich mir zu, dass ich da etwas schaffen kann. Sonst bringt es nichts, auf den Platz zu gehen. Und dann schauen wir, was wird. Insgesamt bin ich sehr glücklich, denn das ist eine riesige Leistung für mich. Ich bin 36, mein erstes Viertelfinale – das ist einfach unglaublich.“
Sinner hingegen befindet sich in einer Form, die schwindelerregend ist. Seit Anfang März 2026 hat der 24-jährige Italiener 36 Matches bestritten und dabei nur einmal verloren – als ihn die Hitze von Paris in der zweiten Runde der French Open zu schaffen machte und er Juan Manuel Cerundolo unterlag. Ansonsten: Unaufhaltbar. Fünf Masters-Titel im laufenden Kalenderjahr – Indian Wells, Miami, Monte Carlo, Madrid und Rom – und den Wimbledon-Titel will der vierfache Grand-Slam-Sieger nun verteidigen. Im vergangenen Jahr schlug er Carlos Alcaraz in vier Sätzen.
Die Papierform spricht also klar für Sinner. Doch Struff wäre nicht Struff, wenn er nicht genau in solchen Momenten für das Unerwartete gut wäre. Wimbledon hat seine Märchen – und wer weiß, ob das nächste Kapitel nicht bereits geschrieben wird.
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ATP Tennis: Tipps & Quoten
De Minaur, A. - Cobolli, F.
06.07.2026, 14:00 Uhr - London (Wimbledon)Dimitrov, G. - Fery, A.
06.07.2026, 15:40 Uhr - London (Wimbledon)Fritz, T. H. - Bublik, A.
06.07.2026, 16:50 Uhr - London (Wimbledon)Lehecka, J. - Zverev, A.
06.07.2026, 17:20 Uhr - London (Wimbledon)Auger, A. F. - Djokovic, N.
07.07.2026, 12:00 Uhr - London (Wimbledon)Sinner, J. - Struff, J.-L.
07.07.2026, 12:00 Uhr - London (Wimbledon)