Fußball heute: Ein Anruf, keine Sekunde des Zögerns – und schon ist der Deal perfekt. Sebastian Schonlau kehrt Kanada den Rücken und schließt sich Holstein Kiel an, wo ein alter Weggefährte auf ihn wartet. Der frühere HSV-Kapitän trifft an der Förde auf seinen Ex-Coach Tim Walter. Was steckt hinter diesem Blitz-Transfer?
Holstein Kiel: Schonlau kehrt aus der MLS zurück
Manchmal dreht sich das Fußball-Karussell rasend schnell. Nach nur rund einem Jahr verlässt Schonlau die Vancouver Whitecaps schon wieder und landet ausgerechnet bei Tim Walter – jenem Trainer, unter dem er im Volkspark einst zur Führungsfigur reifte.
Dabei klang der 31-Jährige vor Kurzem noch ganz anders. Erst zwei Wochen liegt ein großes Interview mit der MOPO zurück, in dem der Verteidiger ankündigte, in Vancouver solle es nun „richtig losgehen“. Nach zähem Start mit Verletzungspech und magerem einem Pflichtspiel wollte er endlich durchstarten – stattdessen folgt jetzt die vorzeitige Rückkehr nach Deutschland.
Ehemaliger HSV-Coach Walter als Schlüsselfigur
Dass der Innenverteidiger umschwenkte, hat vor allem einen Namen: Tim Walter. Von Juli 2021 bis Februar 2024 zogen beide beim HSV an einem Strang, Walter beförderte Schonlau damals umgehend zum Spielführer. 78 gemeinsame Partien im Hamburger Trikot schweißten die beiden eng zusammen.
Entsprechend groß ist die Freude beim Coach. „Bascho war in Hamburg mein Kapitän und einer meiner wichtigsten Ansprechpartner innerhalb der Mannschaft“, sagt Walter laut MOPO. Mit ihm gewinne man eine echte Führungspersönlichkeit und einen erfahrenen Abwehrmann, der die Spielphilosophie längst verinnerlicht habe und sich voll mit der neuen Aufgabe identifiziere.
Schonlau schwärmt nach seinem Wechsel
Auch der Verteidiger selbst kann sein Glück kaum fassen. „Ich bin wahnsinnig glücklich, jetzt hier in Kiel zu sein“, betont Schonlau. Er habe die Entwicklung des Klubs genau verfolgt und großen Respekt vor dem Gewachsenen – als die Anfrage kam, habe er keine Sekunde überlegen müssen. Mit Jonas Meffert trifft er zudem auf einen weiteren Bekannten aus HSV-Tagen.
Möglich machte den Blitz-Abgang eine Vertragsklausel, mit der das Arbeitspapier in Vancouver vorzeitig aufgelöst wurde – böses Blut floss dabei nicht. Sportdirektor Axel Schuster würdigte den Profi als durch und durch professionellen Spieler, dessen Charakter und Einsatz Tag für Tag sichtbar gewesen seien. Rund 630.000 Euro soll Schonlau in seinem MLS-Jahr verdient haben, in Kiel wird es weniger. Dafür winkt der sportliche Aufschwung: Für das HSV-Trio wird’s schon am zweiten Spieltag heiß, wenn Absteiger St. Pauli an die Förde kommt.
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