Das Kapitel Albert Riera bei Eintracht Frankfurt ist längst geschlossen – doch die Nachwehen sorgen weiterhin für Schlagzeilen. Der Spanier, der im Februar 2026 das Traineramt an der SGE übernahm und bereits im Mai wieder entlassen wurde, hatte sich nach seinem Rauswurf in einem Interview mit dem slowenischen TV-Sender Sportklub in einer Art geäußert, die in Frankfurt wenig Anklang fand. Nur vier Siege aus 14 Spielen – eine Bilanz, die für sich spricht.
SGE-Boss Hellmann: „Viel Selbstüberhöhung und fehlende Selbstreflexion“
Riera ließ dabei kaum ein gutes Haar an seinem Ex-Klub. „Wir waren einfach nicht füreinander bestimmt. Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort“, sagte er. Doch dabei blieb er nicht. In der Frankfurter Mannschaft gebe es „keinen einzigen Fußballer, den ich in mein nächstes Projekt mitnehmen würde“ – eine Aussage, die in der Mainmetropole verständlicherweise für Irritation sorgte. R
iera beklagte zudem, dass er die Spieler, die er zur Eintracht holen wollte, nicht holen konnte: „Die Vereinspolitik sieht vor, dass der Trainer keinen Einfluss auf Scouting und die Mannschaftszusammensetzung hat.“ Und weiter: „Das war nicht das richtige Umfeld für mich, und ich wusste, dass wir langfristig nicht zusammenarbeiten können.“ Auch die Bundesliga insgesamt bekam ihr Fett weg – Riera hatte sich in dem Interview wenig schmeichelhaft über das Niveau der Liga geäußert.
Eintracht Frankfurt: „Abbild seiner internen und externen Kommunikation“
Nun hat Vorstandssprecher Axel Hellmann im Interview mit der FAZ Stellung bezogen – und dabei klar gezeigt, dass er Rieras Aussagen nicht unkommentiert lassen wollte. „Ich war überrascht, wie wenig er bereit war, sich mit der Bundesliga, diesem Klub und dem ganzen Umfeld auseinanderzusetzen. Das zeigen auch seine jüngsten Äußerungen, aus denen ich viel Selbstüberhöhung und eine fehlende Selbstreflexion raushören konnte. Sie sind ein Abbild seiner internen und externen Kommunikation in den letzten Monaten.“ Deutlichere Worte hätte Hellmann kaum wählen können.
Bei der Eintracht blickt man derweil nach vorne. Mit Adi Hütter wurde ein Trainer verpflichtet, der den Klub bereits bestens kennt – von 2018 bis 2021 stand der Österreicher an der Seitenlinie der SGE und hinterließ dabei bleibende Eindrücke. Unter seiner Regie feierte Frankfurt unvergessliche Europapokal-Abende und entwickelte sich zu einer festen Größe im deutschen Fußball. Ein Trainer, der für Kontinuität, Klarheit und Identifikation steht – das genaue Gegenteil dessen, was die Ära Riera hinterlassen hat.
Am 1. Spieltag der neuen Bundesliga-Saison muss die Eintracht auswärts bei Union Berlin ran – eine erste Standortbestimmung für den neuen alten Trainer. Die Kapitel werden in Frankfurt offensichtlich schnell umgeblättert.
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