Bayern vs. Stuttgart live: Im 83. DFB-Pokalfinale zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart bleibt es nach 45 Minuten torlos. Doch das Bild im Berliner Olympiastadion ist eindeutig: Die Schwaben sind die bessere Mannschaft, haben die größeren Chancen und setzen vor allem über Maximilian Mittelstädt die spannenderen Akzente. Die Münchner kommen offensiv überraschend harmlos daher.
Mittelstädt mit doppelter Visitenkarte
Vom Anpfiff weg übernimmt der VfB Stuttgart die Initiative. Bereits in der 1. Minute holt Jamie Leweling den ersten Eckball gegen Josip Stanisic heraus – die nachfolgende Mittelstädt-Ecke köpft Deniz Undav auf Bayern-Keeper Jonas Urbig. Es ist der erste Auftritt des 23-jährigen Keepers im DFB-Pokalfinale, da Manuel Neuer auf der Bank sitzt.
Die größte Chance der ersten Halbzeit hat dann Maximilian Mittelstädt in der 17. Minute. Nach einer schönen Vorbereitung von Undav schließt der linke Schienenspieler aus der Distanz flach auf das rechte untere Eck ab – Urbig macht sich ganz lang und lenkt den Ball ins Toraus. Mittelstädt war von Bundestrainer Julian Nagelsmann für die WM nicht nominiert worden.
Bayern offensiv abgemeldet – Urbig mit Unsicherheiten
Der FC Bayern findet zunächst nicht ins Spiel. Der Deutsche Meister hat zwar mehr Ballbesitz, kommt aber kaum in die Stuttgarter Hälfte hinein. Vor allem Joshua Kimmich tankt sich mehrfach durchs Mittelfeld, findet aber keine Anspielmöglichkeit. Auch Harry Kane lässt sich immer wieder tief fallen, um Bälle zu verteilen.
Bayern-Keeper Jonas Urbig wirkt phasenweise unsicher. In der 4. Minute misslingt ihm ein Abschlag völlig und landet bei Chema, doch Stuttgart kann die Chance nicht nutzen – Angelo Stiller schießt aus guter Position deutlich vorbei. In der 33. Minute gerät ein Querpass von Urbig zur Seite ins Aus. Erst in der 30. Minute kommt der erste Torschuss der Bayern – ein flacher Linksschuss von Luis Diaz, den Stuttgart-Keeper Alexander Nübel zentral aufnimmt.
VfB mit fünf Torschüssen – mehr als Leverkusen im Halbfinale
Mit fünf Torschüssen in der ersten Halbzeit haben die Schwaben mehr Versuche abgegeben als Bayer Leverkusen in 90 Minuten des Halbfinals gegen die Bayern. Ein klares Indiz dafür, dass Trainer Sebastian Hoeneß seine Mannschaft perfekt auf das Finale eingestellt hat.
Auch Chris Führich macht spannende Akzente. In der 28. Minute schlenzt der nicht für die WM nominierte Flügelspieler aus zentraler Position aufs Tor – wegen mangelnder Wucht kann Urbig sicher zupacken. Mit Mittelstädt, Führich und Josha Vagnoman stehen gleich drei Stuttgarter im Finale, die von Nagelsmann nicht für die WM nominiert wurden – und liefern eine starke Antwort.
FC Bayern bricht selten durch
Die wenigen gefährlichen Bayern-Momente entstehen in der 36. Minute durch einen wuchtigen Stanisic-Schuss aus der Distanz – Nübel ist zur Stelle und faustet den Ball weg. In der 42. Minute kommt es zu einem klassischen Pokal-Moment: Eine starke Freistoßflanke von Kimmich findet Kane am Fünfmeterraum, der aus kurzer Distanz abschließt. Nach einem Kontakt mit Hendriks geht der Engländer zu Boden – Schiedsrichter Jablonski entscheidet richtigerweise auf weiterspielen.