WM heute: Im Hitze-Tempel Aztekenstadion war Jude Bellingham vollkommen fertig. Komplett verschwitzt und mit den Kräften am Ende sah Englands Fußball-Held nach dem denkwürdigen 3:2 über Co-Gastgeber Mexiko aus wie einer, von dem bei dieser WM körperlich nichts mehr zu erwarten ist. Doch die Wahrheit ist: England und Thomas Tuchel werden bis zur ultimativen Krönung drei weitere Weltklasse-Spiele des 23-Jährigen brauchen.
«Bleibt der Schule fern»: Bellingham und der Blaumach-Befehl
Bellingham ist in den Wochen von Amerika zum wichtigsten Spieler Tuchels avanciert. Und sorgte mit seinem Doppelpack binnen 98 Sekunden dafür, dass das legendäre Stadion von Mexiko-Stadt innerhalb kürzester Zeit zum Schweigen gebracht wurde. «Kinder, bleibt zu Hause von der Schule, Eltern, geht nicht zur Arbeit», rief Bellingham den Landsleuten in der Heimat zu.
Lob von Ex-Kapitän Rooney
Nicht wenige empfanden den dramatischen Sieg von Azteca als Englands größtes WM-Meisterstück seit dem ersten und einzigen Triumph im Jahr 1966. Doch um den Goldpokal ein zweites Mal in die Luft recken zu dürfen, muss am Samstag (23.00 Uhr/MESZ) in Miami auch Mitfavorit Norwegen um Super-Stürmer Erling Haaland und dessen euphorische Ruderer bezwungen werden.
Die Three Lions haben den Glauben, den brutalen Weg über Norwegen, ein mögliches Halbfinale gegen Weltmeister Argentinien um Lionel Messi sowie das Endspiel gegen zum Beispiel Frankreich oder Spanien erfolgreich bis zum letzten Schritt zu meistern. «Das 3:2 hat gezeigt, dass wir eine Mannschaft haben, die in der Lage ist, die WM zu gewinnen. Das Selbstvertrauen, das diese Partie den Spielern geben wird, ist enorm», sagte Ex-Kapitän Wayne Rooney der BBC.
Und das entscheidende Puzzlestück scheint nicht King Kane zu sein, der als Stoßspitze und verlässlicher Torjäger ohnehin stets liefert. Sondern Bellingham, bei dem vor vier Wochen tatsächlich noch ergebnisoffen darüber diskutiert wurde, ob er oder Morgan Rogers in der Startelf Tuchels stehen solle. Wer die Frage vor dem Duell mit Haalands Brasilien-Besiegern in England ernsthaft stellen würde, würde sofort für komplett ahnungslos erklärt werden.
Bellingham als Fixpunkt
Das von Tuchel erstellte Mittelfeld ist eingespielt. Abräumer Declan Rice und sein Partner Elliot Anderson agieren stabil und konstant, auf den Flügeln haben sich der emsige Anthony Gordon und der schnelle Bukayo Saka offensichtlich gegen die harte Konkurrenz durchgesetzt. Und der Fixpunkt aller Überlegungen ist Bellingham, der bei den kniffligen K.-o.-Spielen gegen die Demokratische Republik Kongo (2:1) und Mexiko durchspielte.
«Wenn wir alle einfach nur im Freestyle spielen, weiß niemand, was der andere denkt. Wenn wir in festen Formationen agieren, habe ich das Gefühl, dass wir uns immer besser verstehen – und Jude ist ein Teil davon; denn es geht nicht nur um das Muster an sich, sondern um die Qualität innerhalb dieses Musters», sagte Tuchel.
Wiedersehen mit Haaland
Schon bei der EM 2024 war Bellingham der Mann für die besonderen Momente – hätte er im Achtelfinale in Gelsenkirchen nicht einen Fallrückzieher in letzter Minute vollbracht, wäre das Turnier bereits gegen die Slowakei beendet gewesen. Und nicht erst zwei Wochen später im packenden Endspiel gegen Titelträger Spanien, das mit 1:2 verloren ging.
Auch gegen Norwegen erwartet Bellingham eine große Aufgabe. Im Mittelfeldzentrum wird er es unter anderem mit Arsenals Taktgeber Martin Ödegaard zu tun bekommen. Und im Sturm der Skandinavier steht ein gewisser Erling Haaland, der in jungen Jahren mit Bellingham in Dortmund spielte.
(dpa)
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Frankreich - Marokko
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11.07.2026, 23:00 Uhr - Miami-StadionArgentinien - Schweiz
12.07.2026, 03:00 Uhr - Kansas City-Stadion
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