New York (dpa) – In der Diskussion um die ausgesetzte Rot-Sperre von US-Nationalspieler Folarin Balogun hat FIFA-Präsident Gianni Infantino die Unabhängigkeit der zuständigen Justizorgane des Fußball-Weltverbandes hervorgehoben. Die Gremien seien unabhängig und arbeiteten autonom, schrieb Infantino in einer Stellungnahme der FIFA. Zudem wendeten sie den FIFA-Disziplinarkodex an und träfen ihre Entscheidungen ausschließlich auf der Grundlage der geltenden Regeln und der jeweiligen Faktenlage, so der Funktionär.
Infantino: «So funktioniert das System»
Der FIFA-Chef bestätigte, dass er mit US-Präsident Trump gesprochen habe. Er habe dabei erklärt, dass ein laufendes Verfahren von den unabhängigen FIFA-Justizorganen entschieden werde. «So funktioniert das System der FIFA, und dieses Prinzip werde ich immer verteidigen. Ob uns eine Entscheidung persönlich gefällt oder nicht, ist irrelevant», sagte Infantino. Der 56-Jährige ergänzte, er spreche regelmäßig auch mit anderen Staats- und Regierungschefs sowie Vertretern aus Fußball und Wirtschaft.
Balogun hatte im WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) die Rote Karte gesehen und war zunächst für ein Spiel gesperrt worden. Die FIFA setzte die Sperre später unter Berufung auf Artikel 27 ihres Disziplinarreglements, der die Aussetzung einer Disziplinarmaßnahme ganz oder teilweise ermöglicht, für ein Jahr zur Bewährung aus. Damit dürfte der US-Stürmer nach derzeitigem Stand im Achtelfinale gegen Belgien in dieser Nacht auflaufen.
Der «New York Times» und der Nachrichtenagentur AP zufolge soll der Aussetzung der Sperre ein Anruf von Trump bei Infantino vorausgegangen sein. Die Entscheidung der FIFA und die Berichte um mögliche Hintergründe lösten internationale Kritik aus.
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