Das WM-Aus mit Bosnien-Herzegowina im Sechzehntelfinale hat den früheren Bundesliga-Profi Sergej Barbarez sichtlich mitgenommen. Der 54 Jahre alte Nationaltrainer, der einst insbesondere beim Hamburger SV Publikumsliebling war, lief nach dem 0:2 gegen die USA tief bewegt mit Tränen in den Augen über den Rasen des Super-Bowl-Stadions in Santa Clara.
Ex-HSV-Spieler Barbarez: „Habe den Jungs gesagt, wie stolz ich auf sie bin“
„Wir müssen zugeben, dass wir es nicht geschafft haben. Aber ich habe den Jungs direkt nach dem Spiel gesagt, wie stolz ich auf sie bin“, sagte Barbarez laut offizieller Übersetzung nach dem Spiel. „Ich habe ihnen gratuliert, und ich war wirklich stolz auf ihre Leistung. Das hat mich emotional berührt.“ Im Moment sei er „der stolzeste Trainer auf der Welt“.
Er habe in der Kabine gesagt, das Ergebnis sollte gefeiert werden. „Es sollte keine Traurigkeit geben, denn das gehört zum Fußball und zum Leben dazu – besonders bei einem so großen Turnier“, sagte der frühere Nationalspieler. „Dass unsere Mannschaft zum ersten Mal – und hoffentlich nicht zum letzten Mal – so weit gekommen ist, darauf können wir wirklich stolz sein. Darauf müssen wir aufbauen, uns weiter verbessern und diesen Weg konsequent fortsetzen.“
Bosnien-Herzegowina: Erstmals in der K.-o.-Runde einer WM
Mit Barbarez hatte sich Bosnien-Herzegowina nach der WM 2014 zum zweiten Mal überhaupt für eine Endrunde qualifiziert. In der Gruppenphase gelang ein 3:1 gegen Katar sowie ein 1:1 gegen Kanada. Gegen die Schweiz verlor die Auswahl zwar mit 1:4, dennoch zog Bosnien-Herzegowina erstmals in die K.-o.-Runde ein.
Barbarez, der in Deutschland auch in Hannover, Berlin, Rostock, Dortmund und Leverkusen gespielt hatte, ist seit April 2024 im Amt. Nach dem WM-Aus, berichtete er, habe er eine Nachricht von seiner Mutter bekommen. „Ich dachte, sie würde schon schlafen. Und ich weiß: Wenn sie noch wach ist, dann sind wahrscheinlich alle anderen auch noch wach. Das freut mich sehr“, sagte der Profi nach der Partie, die in der europäischen Nacht angepfiffen worden war.
Das gebe „Hoffnung, dass das, was wir tun, etwas Gutes ist“, sagte Barbarez. „Dass diese Verbundenheit zwischen uns und all unseren Landsleuten – egal, ob sie hier sind oder irgendwo auf der Welt, besonders in Bosnien-Herzegowina – wirklich funktioniert. Ich glaube, die Menschen vertrauen uns. Sie wollen an unserer Seite stehen, sie wollen Teil unserer Geschichte sein.“ Deshalb hoffe er, „dass wir unseren Weg auf genau diese Weise weitergehen werden“.
(dpa)
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