Nürnberg (dpa) – DFB-News beim Fußball heute: Als die Fußballfans in Nürnberg den Erfolg gegen Österreich bejubelten, war der Arbeitstag von Giulia Gwinn längst vorbei. Die Kapitänin der Nationalmannschaft musste beim 5:1 (1:0) schon in der ersten Halbzeit raus, nachdem sie bei einem Zusammenprall unglücklich auf die linke Schulter gefallen war. „Wir haben sie aus Sicherheitsgründen rausgenommen. Ich hoffe, dass es nichts Schlimmeres ist“, sagte Bundestrainer Christian Wück nach der Partie im ZDF. Während die herausragende Jule Brand und ihre Mitspielerinnen zum Partysong Major Tom noch den dritten Erfolg im dritten Spiel der WM-Qualifikation feierten, war Gwinn schon nicht mehr zu sehen.
Bereits zwei Kreuzbandrisse bei Giulia Gwinn
Eine Diagnose stand bei der 26-Jährigen, die mit Melanie Brunnthaler vom Hamburger SV kollidiert war, zunächst aus. Ein erneuter Ausfall von Gwinn wäre vor allem für den FC Bayern vor dem Champions-League-Halbfinale am 25. April gegen den FC Barcelona bitter.
Und für Gwinn ohnehin: Bei der EM im Vorjahr kostete eine Innenbandverletzung im linken Knie in Spiel eins quasi das gesamte Turnier. In den Jahren zuvor erlitt Gwinn bereits zwei Kreuzbandrisse (2020 und 2022), schaffte aber stets ein Comeback.
Wück mit 5:1 nicht komplett zufrieden
Ohne ihre Kapitänin, für die Carlotta Wamser kam, drehte die DFB-Elf vor allem nach der Pause auf. Die Tore gegen die weiter punktlosen Österreicherinnen erzielten Nicole Anyomi (17. Minute), Vivien Endemann (52.), Sarah Puntigam (68./Eigentor), Jule Brand (76.) und Lea Schüller (83.) vor 24.237 Zuschauern im Frankenstadion. Für Österreich traf Chiara D’Angelo (77.).
„Ich war ehrlich gesagt nicht ganz zufrieden mit unserer Leistung. Kompliment an Österreich, sie haben es sehr schwer für uns gemacht. Wir haben sehr viele leichte Fehler gehabt. Wir machen uns das Leben selbst schwer“, sagte Christian Wück über das Spiel, bei dem sich die DFB-Frauen erst in der zweiten Halbzeit belohnten.
Emotional wurde es kurz vor Anpfiff, als die im Oktober aus der DFB-Elf zurückgetretene Sara Däbritz verabschiedet wurde. Für die 31 Jahre alte Mittelfeldspielerin von Real Madrid, 2013 Europameisterin und 2016 Olympiasiegerin, gab’s zum Abschied nach 111 Länderspielen und 18 Toren Blumen von Sportdirektorin Nia Künzer und DFB-Präsident Bernd Neuendorf.
Österreich mit Fünferkette
Däbritz‘ Ex-Kolleginnen geizten vor der Pause noch mit Geschenken. So grau wie der Himmel wirkte auch der deutsche Vortrag gegen sehr tief stehende Österreicherinnen. Die Fünferkette der Alpenrepublik, die Trainer Alexander Schriebl vor Torhüterin Mariella El Sherif von Werder Bremen aufgebaut hatte, stand relativ stabil.
„Wir wollen von Anfang an da sein und, wenn möglich, zu null spielen“, hatte Wück vorab im ZDF als Ziel ausgegeben. Anyomis Außennetztreffer und Nüskens Distanzschuss sorgten zumindest für etwas Gefahr, verdeckten aber kaum, dass das Gespür für Passschärfe und Räume mitunter fehlte. Just dies wollte Wück in den vergangenen Tagen in Herzogenaurach schwerpunktmäßig verbessern.
Torregen erst in Halbzeit zwei
Ein Eckstoß, getreten von Brand, sorgte dann für die Führung. Anyomi stocherte den Ball aus dem Gewühl heraus über die Linie, nachdem El Sherif die Versuche von Rebecca Knaak und Janina Minge noch stark pariert hatte. Von den weiteren Möglichkeiten vergab Brand kurz vor der Pause die beste, als sie allein vor El Sherif an der Torhüterin scheiterte.
Nach dem Wechsel erhöhte das deutsche Team noch einmal den Druck, den Österreicherinnen schwanden zunehmend die Kräfte. Eine präzise Brand-Flanke verwertete Endemann, ein weiterer Brand-Eckstoß die Österreicherin Puntigam ins eigene Tor.
Rückspiel am Samstag in Österreich
Als Brand dann schließlich selbst vollendete, war im Gegenzug die deutsche Defensive etwas zu nachlässig. D’Angelo schoss unbedrängt zum Ehrentor ein. Die eingewechselte Schüller besorgte mit ihrem 56. Tor im 85. Länderspiel den Endstand.
Am Ende war der erste Gegentreffer in der laufenden WM-Quali nur ein kleiner Makel. Nach den zuvor souveränen Siegen gegen Slowenien (5:0) und in Norwegen (4:0) liegt die DFB-Elf als Gruppenerster weiter voll im Soll. Zweiter ist Norwegen, das gegen Slowenien 5:0 siegte. Für Wücks Team geht es am Samstag (18.00 Uhr/sportschau.de) mit dem Rückspiel gegen Österreich in Ried weiter.
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