Fußball heute: Vier Testspiele, vier Siege – bei Dynamo Dresden läuft die Vorbereitung wie am Schnürchen. Im österreichischen Trainingslager zieht Trainer Thomas Stamm ein erstes Zwischenfazit. Doch statt in den allgemeinen Jubel einzustimmen, verpasst der Schweizer den steigenden Erwartungen einen kleinen Dämpfer.
Dynamo Dresden: Warum Stamm die Vorfreude der Fans zulässt – aber einordnet
Dass rund um Schwarz-Gelb nach einer starken Rückrunde die Stimmung steigt, stört den Coach nicht. „Die soll nach der letzten Rückrunde ruhig da sein“, sagte Stamm gegenüber der Bild mit Blick auf die teils spektakulären Neuzugänge. Seinem Vorgänger Sören Gonther attestierte er, ein solides Fundament hinterlassen zu haben.
Gleichzeitig zog der Trainer eine deutliche Grenze. Am Montag schob die Mannschaft samt Betreuerstab im nahen Hochseilgarten eine Teambuilding-Einheit ein – die inhaltliche Botschaft lieferte Stamm gleich mit: „Wir haben aber klar gesagt, dass wir uns alles wieder neu erarbeiten müssen. Wir wollen eher versuchen, einen Schritt nach vorne zu gehen, statt uns an der Rückrunde zu orientieren.“ Entscheidend sei der Hunger, den er in den Tests bereits gesehen habe.
Aufstiegsgeflüster? Stamm setzt auf Konstanz statt große Töne
Von Prognosen, Dynamo könne oben mitspielen, hält der 43-Jährige wenig. „Die Liga ist super eng. Es geht jetzt vor allem darum, eine gewisse Konstanz reinzubringen“, betonte er. Die Rückrunde sei stark gewesen, über die gesamte Spielzeit habe man aber bis zuletzt gegen den Abstieg gekämpft – wer vorne angreifen wolle, müsse dauerhaft liefern.
Seine Zielmarke formulierte Stamm dabei erfrischend nüchtern. „Wir haben 41 Punkte geholt. 42 wären ein Schritt nach vorn“, rechnete der Coach vor. „Wann du die am Ende holst, ist mir persönlich egal. Danach können wir über alles sprechen.“ Wichtiger sei ihm, wie das Team kommende Widerstände wegstecke – vor dem ersten Spieltag bleibe ohnehin vieles eine Wundertüte.
Wie weit die Vorbereitung tatsächlich gediehen ist, zeigte zuletzt der Auftritt im Trainingslager: Beim 5:0 gegen den Grazer AK trafen laut der offiziellen Vereinsseite unter anderem Niklas Hauptmann, Robert Wagner und Alexander Rossipal. Der jüngste Prüfstein rundete eine bislang makellose Testbilanz ab.
Elf für Nürnberg? Die Cottbus-Tests geben den Fingerzeig
Spannend wird es mit Blick auf den Saisonstart. Am kommenden Samstag testet Dynamo unter Ausschluss der Öffentlichkeit gleich zweimal über 90 Minuten gegen Mitaufsteiger Energie Cottbus – und dort dürften sich erste Weichen stellen. „Da werden wir sagen, wie der aktuelle Stand ist“, kündigte Stamm an.
Wer gegen Cottbus von Beginn an ran darf, hat gute Aussichten auf einen Startplatz beim Auftakt in Nürnberg am 9. August. Erste Ideen zu möglichen Achsen und Reihen hat der Trainer bereits: „Wer genau hingesehen hat, konnte das gegen Graz schon sehen.“ Die kommenden Wochen sollen nun zeigen, wie stabil die aufstrebende SGD wirklich ist.
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