DFB-News zur WM heute: Bittere Stunden für die deutsche Nationalmannschaft – und ein Aufschrei in den sozialen Netzwerken. Nach dem 1:2-Aus gegen Paraguay im Sechzehntelfinale hat der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe die Spielleitung scharf attackiert. Vor allem ein aberkanntes Tor in der Nachspielzeit brachte ihn auf die Palme. „Ein absoluter Witz„, schimpfte Gräfe.
DFB-Aus bei der WM: Gräfe tobt über aberkanntes Tor
Auslöser der Empörung war eine hochumstrittene Szene in der Schlussphase. In der Nachspielzeit köpfte Jonathan Tah das vermeintliche 2:1, doch nach Eingriff des Videobeweises wurde der Treffer wegen eines angeblichen Fouls von Waldemar Anton am paraguayischen Torhüter zurückgenommen – eine diskutable Entscheidung, die für reichlich Zündstoff sorgte.
Für Gräfe war der Fall klar. „Kontakt ja, Foul nie – kein Schubsen, Halten etc.„, urteilte der einstige Unparteiische auf X. In seinen Augen wurde mit zweierlei Maß gemessen: Bei derart kleinlicher Auslegung hätte es im Gegenzug sogar zwei Elfmeter für Deutschland geben müssen – ein Halten gegen Leon Goretzka und ein Handspiel blieben ungeahndet. Das sei „grotesk“.
Gräfes Doppel-Botschaft: Eigene Fehler und ein „Skandal“
Trotz seiner Wut auf die Spielleitung nahm Gräfe die DFB-Elf nicht aus der Verantwortung. Das Team und Bundestrainer Julian Nagelsmann hätten viel zu viele Fehler gemacht und müssten selbstkritisch „in den Spiegel schauen“, forderte er. Weltmeister wäre Deutschland ohnehin nicht geworden.
Dennoch ließ ihn die Art des Ausscheidens nicht los. Nach dem Aufholen von gleich zwei Rückständen so auszuscheiden, sei „unglaublich“ – die Schiedsrichterleistung bleibe für ihn ein „echter Skandal“. Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich um Gräfes pointierte Privatmeinung, die strittige Tor-Aberkennung war eine VAR-gestützte und durchaus diskutable Entscheidung, keine eindeutige Fehlentscheidung.
Gräfes Forderung nach dem DFB-Aus: Klopp als Bundestrainer
Mit Nagelsmann ging Gräfe besonders hart ins Gericht. Der Coach sei seinerzeit zu früh berufen worden – zu jung, zu unerfahren. Schon 2023 habe er bei der Trainersuche gewarnt. Nominierung, Aufstellung und Einstellung seien nicht nachvollziehbar gelöst worden, abgesehen vom 7:1 gegen Curaçao habe die Mannschaft ihr Potenzial nie abgerufen.
Seine Konsequenz fiel radikal aus. Gräfe forderte einen kompletten Neuanfang mit Jürgen Klopp als Bundestrainer – „Niemand anderes!“, so der frühere Referee. Eine zugespitzte persönliche Forderung, die die hitzige Debatte rund um die deutsche Nationalmannschaft nach dem enttäuschenden WM-Aus weiter befeuern dürfte.
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