England News zur WM heute: Bei den Three Lions sorgt der deutsche Nationaltrainer Thomas Tuchel kurz vor dem WM-Start für die nächste pikante Personalie. Nach den überraschenden Streichungen mehrerer Premier-League-Stars aus dem englischen WM-Aufgebot trifft es nun auch Jude Bellingham. Wie übereinstimmende Berichte vermelden, muss sich der Real-Madrid-Profi auf eine harte Hierarchie einstellen – und ist auch in der Kapitäns-Frage nicht erste Wahl.
Die Vorgeschichte: Tuchels Kader-Hammer
Schon bei der Nominierung des 26-köpfigen WM-Kaders hatte Tuchel für Aufsehen gesorgt. Wie n-tv.de zusammenfasst, verzichtete der 52-jährige Bundestrainer auf mehrere prominente Namen: Harry Maguire, Cole Palmer, Trent Alexander-Arnold und Phil Foden mussten zu Hause bleiben.
Auch die beiden englischen Top-Torschützen der Premier League, Morgan Gibbs-White (Nottingham Forest) und Dominic Calvert-Lewin (Leeds United), bekamen kein Ticket. Stattdessen schaffte Ivan Toney vom saudi-arabischen Klub Al-Ahli die Überraschungs-Nominierung – ein klares Zeichen, dass Tuchel auf Kopfball-Stärke und Standard-Eignung setzt.
Eine Kader-Liste, die in der englischen Boulevard-Presse für reichlich Aufregung sorgte – und nun in einer neuen Personalie weiter Brisanz aufnimmt.
Bellingham nur einer von vielen Stammspieler-Kandidaten
Wie spox.com berichtet, hat Tuchel die Hierarchie im englischen Kader klar offen gelassen. „Die Rollen können sich jederzeit ändern, aber im Moment gibt es 14, 15 mögliche Starter – und Jude ist einer von ihnen“, erklärte Tuchel über Bellingham.
Eine bemerkenswerte Aussage in einem Land, in dem der 22-jährige Real-Profi bislang als gesetzte Größe galt. Unter Tuchels Vorgänger Gareth Southgate war Bellingham bei der EM 2024 noch nahezu unverzichtbar: In sieben Turnier-Spielen verpasste er gerade einmal 29 Minuten.
Unter Tuchel ist davon nichts mehr übrig. Wie spox.com auflistet, durfte Bellingham seit dem Tuchel-Antritt im Januar 2025 lediglich vier Mal beginnen, dazu kamen drei Joker-Einsätze. Auf der von Bellingham bevorzugten Position vertraute der Coach stattdessen auf Morgan Rogers vom AFC Aston Villa – der Profi durfte in 12 von 13 Tuchel-Partien ran.
Rice wird Vize-Kapitän – nicht Bellingham
Die nächste pikante Personalie folgt auf dem Fuße. Wie sportbild.bild.de berichtet, hat Tuchel nach dem 1:0-Testspielsieg gegen Neuseeland klargemacht, dass Declan Rice die Rolle des Vize-Kapitäns übernehmen wird. „Ich denke, ich würde sagen, dass Declan mein Vize-Kapitän ist“, sagte Tuchel.
Damit rangiert Bellingham in der Führungs-Hierarchie hinter Kapitän Harry Kane und dem 27-jährigen Arsenal-Profi Rice. Eine Entscheidung mit Symbolwirkung: Beim Neuseeland-Test hatte Bellingham nach seiner Einwechslung in der zweiten Halbzeit zwar die Kapitänsbinde getragen, daraus soll nun aber niemand falsche Schlüsse ziehen, machte Tuchel deutlich.
Rice bringt mittlerweile 72 Länderspiele für England mit und gilt nach einer starken Saison mit Arsenal als einer der zentralen Führungsspieler im Tuchel-Kader.
Ein angespanntes Verhältnis als Hintergrund
Was Tuchels Entscheidungen besonders pikant macht, ist die Vorgeschichte zwischen ihm und Bellingham. Wie spox.com erinnert, war es zwischen dem deutschen Coach und dem Real-Star schon mehrfach zu Spannungen gekommen.
Nach einer Testspiel-Niederlage gegen Senegal im Juni 2025 (1:3) hatte Tuchel das Verhalten Bellinghams auf dem Platz öffentlich als „abstoßend“ bezeichnet – wofür er sich später entschuldigte. Im Oktober 2025 verzichtete er zudem für die Länderspiele auf Bellingham, obwohl der Profi nach Schulterproblemen wieder fit war.
Hinzu kam ein weiterer Vorfall: Wie spox.com schildert, hatte Bellingham nach seiner Auswechslung im Qualifikationsspiel gegen Albanien (2:0) im November 2025 sichtlich gefrustet reagiert. Tuchel ließ sein Verhalten daraufhin „überprüfen“.
Ein wenig Lob zum Schluss
Trotz der jüngsten Personalie blieb Tuchel über Bellingham aber nicht ausschließlich kritisch. Nach dessen Einwechslung gegen Neuseeland fand der Coach auch positive Worte. „Man sieht, dass Jude definitiv über Entschlossenheit und Biss verfügt“, sagte Tuchel laut spox.com. Der Mittelfeldspieler sei „voller Energie“ und in einer „Top-Verfassung“.
Ein Signal, dass Bellingham bei der WM durchaus eine Rolle spielen kann – aber eben nicht zwingend von Beginn an.
Was die WM für England bringt
England startet mit der WM-Generalprobe gegen Costa Rica am Mittwoch in das Turnier. In Gruppe L treffen die Three Lions auf Kroatien (17. Juni), Ghana (23. Juni) und Panama (27. Juni). Für Bellingham wird die WM damit zur Bewährungsprobe – auch im persönlichen Verhältnis zum Coach.
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