DFB-News zur WM heute: Kurz vor dem WM-Start meldet sich eine prominente Stimme in einer der ältesten DFB-Dauer-Debatten zu Wort: Philipp Lahm. Der Weltmeister-Kapitän von 2014 fordert von Bundestrainer Julian Nagelsmann einen Positions-Wechsel bei Joshua Kimmich – und zwar einen, der dem aktuellen WM-Plan klar widerspricht.
Lahms Kernforderung für die WM 2026: Kimmich zurück ins Zentrum
Nagelsmann plant fest mit Kimmich als rechtem Außenverteidiger – eine Lösung, die der Bundestrainer seit geraumer Zeit verfolgt. Genau das hält Lahm für einen Fehler. Im Gespräch mit der Sport Bild stellte der frühere DFB-Kapitän seine ideale WM-Elf vor und plädierte unmissverständlich für einen Kimmich-Einsatz im zentralen Mittelfeld.
„Kimmich spielt im Mittelfeld seit Jahren auf höchstem Niveau. Ich würde die Achse mit Neuer, Tah und Kimmich nicht sprengen, indem ich ihn rechts spielen lasse. Deswegen würde ich ihn im Mittelfeld aufstellen„, erklärte Lahm laut der Sport Bild. Eine klare Ansage, die direkt auf die Statik der Mannschaft zielt.
DFB-News heute: Die Bayern-Achse als Argument
Für Lahm spricht vor allem die starke Saison des FC Bayern für einen Kimmich-Einsatz im Zentrum. Dort agierte der 31-Jährige in der abgelaufenen Spielzeit meist neben Aleksandar Pavlovic – ein Duo, das zum festen Kern des Münchner Spiels gehörte.
„Joshua Kimmich hat die ganze Saison über im Mittelfeld gespielt. Zusammen mit Aleksandar Pavlovic hat er viele Spiele bestritten, und Bayern ist im Champions-League-Halbfinale nur knapp ausgeschieden“, führte der 42-Jährige laut Sport Bild aus. Heißt: Eine eingespielte Klub-Achse soll nicht durch eine Umstellung im Nationaltrikot zerschlagen werden.
DFB-Aufstellung von Lahm: Anton als überraschende Lösung hinten rechts
Doch wenn Kimmich ins Zentrum rückt, wer beackert dann die rechte Abwehrseite? Genau hier fehlt Deutschland seit Jahren eine dauerhafte Top-Lösung von internationalem Format – der eigentliche Grund, warum Nagelsmann den gelernten Mittelfeldmann Kimmich überhaupt dorthin beordert hat.
Lahm hat eine kreative Antwort parat und greift dabei auf einen Erfolgs-Plan von einst zurück. „Bei der WM 2014 haben wir teilweise mit zwei Innenverteidigern auf den Außenverteidiger-Positionen gespielt. Das ist auch eine Option“, sagte der Weltmeister der Sport Bild. Damals hatte etwa Benedikt Höwedes als gelernter Innenverteidiger die linke Außenbahn beackert.
Konkret bringt Lahm Waldemar Anton für die rechte Defensiv-Seite ins Spiel: „Meiner Meinung nach könnte Waldemar Anton rechts spielen. Links haben wir David Raum, der sehr offensiv agiert. Mit Anton, der defensiver ist, hätte man das Gleichgewicht zwischen Angriffsdrang auf einer Seite und defensiver Stabilität auf der anderen.“ Eine Balance-Idee, die offensive Wucht und defensive Sicherheit kombiniert.
Lahms komplette Wunsch-Elf
In seiner idealen WM-Formation gibt es ansonsten wenig Überraschungen. Vor Rückkehrer Manuel Neuer im Tor setzt Lahm in der Defensivzentrale auf Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck, dazu Anton und Raum auf den Außenbahnen. Das Mittelfeld bilden Kimmich und Pavlovic, die offensive Reihe dahinter Jamie Leweling, Jamal Musiala und Florian Wirtz. Im Sturmzentrum steht Kai Havertz.
Eine Aufstellung, die vor allem auf Achsen-Stabilität und das Zusammenspiel eingespielter Bayern-Profis setzt – ganz im Sinne der berühmten „Wirbelsäule“ einer Mannschaft.
Auch Neuers Rückkehr ein Thema
Neben der Kimmich-Frage äußerte sich Lahm zur Rückkehr von Manuel Neuer als Nummer eins. Der frühere DFB-Kapitän kann die Entscheidung von Nagelsmann grundsätzlich nachvollziehen, übte aber Kritik am Zeitpunkt. „Für mein Gefühl kam die Entscheidung, wer die Nummer eins wird, sehr spät“, sagte Lahm der Sport Bild. Gerade auf der Torwart-Position sei frühe Klarheit wichtig – für die Mannschaft wie für die beiden Keeper selbst.
Trotzdem hält Lahm große Stücke auf seinen früheren Mitspieler. Neuer sei „immer noch der beste deutsche Torhüter“, betonte er gegenüber der Sport Bild. Der 40-Jährige könne der Mannschaft durch seine Erfahrung und Ausstrahlung Stabilität geben – ein Faktor, der sich beim Turnier zeigen werde.
Ob Nagelsmann dem prominenten Rat folgt, ist offen. Der Bundestrainer hatte sich bewusst für Kimmich als Rechtsverteidiger entschieden. Die DFB-Auswahl startet am 14. Juni in Houston gegen Curacao ins Turnier, danach folgen die Gruppen-Duelle mit der Elfenbeinküste (20. Juni) und Ecuador (25. Juni).
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