WM heute: Thomas Tuchel und England – aus schroffer Ablehnung ist eine Liebesbeziehung geworden. Zwei Siege trennen den deutschen Coach noch vom größten Coup, den das Fußball-Mutterland seit 60 Jahren erlebt hat. Selbst Sir David Beckham verneigt sich inzwischen. Wie schaffte es der einstige Buhmann, eine ganze Nation umzudrehen?
England: Tuchel wird von den Fans gefeiert
Der Sound in den Stadien hat sich gedreht. Nach dem 2:1 nach Verlängerung im Viertelfinale gegen Norwegen sangen die englischen Anhänger den Namen ihres deutschen Coaches – und könnten am Mittwoch gegen Argentinien (21 Uhr, ARD und MagentaTV) erneut allen Grund dazu haben, sollte der Finaleinzug gelingen.
Schon nach dem 3:2 gegen Mexiko im Achtelfinale, das die Three Lions in Unterzahl über die Bühne brachten, meldete sich prominente Unterstützung zu Wort. Kein Geringerer als Sir David Beckham lobte den Coach auf Instagram überschwänglich, wie die Bild berichtet.
Der harte Start für den deutschen Coach
Vor gut anderthalb Jahren wäre das undenkbar gewesen. Als Tuchel im Herbst 2024 zum Trainer der englischen Auswahl ernannt wurde, prasselte die Kritik nur so auf ihn ein – ein Deutscher, der Englands sechs Jahrzehnte währende Leidenszeit beenden sollte? Für viele im Mutterland des Fußballs ein Affront.
Die Daily Mail forderte damals gar einen Patrioten statt eines Tuchel. Und auch nach seiner Kadernominierung fürs Turnier flogen die Fetzen: Der Coach strich mit Harry Maguire, Phil Foden, Cole Palmer und Trent Alexander-Arnold gleich vier Top-Stars aus dem Aufgebot.
WM 2026: Tuchel blüht unter dem Druck auf
Doch die Angriffe verstummten mit jedem Erfolg. Mit taktischen Meisterleistungen – etwa gegen Mexiko – überzeugte der 52-Jährige Kritiker wie Anhänger gleichermaßen. Der Traum vom ersten WM-Titel seit 1966 lebt.
Die historische Last scheint ihn dabei eher zu beflügeln. „Das ist so intensiv, mir macht das richtig Spaß. In diesen Momenten fühle ich mich besonders lebendig“, sagte Tuchel laut Bild. Zwei Siege fehlen noch – dazu winkt eine Titelprämie von rund drei Millionen Pfund (etwa 3,5 Millionen Euro). Viel schwerer wiegt jedoch: Mit dem Pokal stünde Tuchel auf einer Stufe mit dem legendären 66er-Weltmeistertrainer Sir Alf Ramsey. Schreibt der Deutsche englische Fußball-Geschichte?
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