WM heute: Es war für viele das bislang beste Spiel der WM: Beim 4:2 gegen Kroatien drehten Englands Three Lions nach einer wackeligen ersten Hälfte mächtig auf. Den entscheidenden Impuls lieferte ausgerechnet eine ruhige Halbzeitansprache von Thomas Tuchel bei dessen WM-Debüt – und seine Spieler kommen aus dem Schwärmen kaum heraus.
England: Tuchels ruhige Ansprache dreht das Spiel
Statt lautstarker Kritik setzte der frühere Bayern-Trainer in der Kabine auf Beruhigung. „Ich habe ihnen eine Auszeit gegönnt. Ich habe ihnen gesagt, sie sollen sich beruhigen. Wir hatten gerade ein Tor kassiert“, erklärte Tuchel nach dem Spiel gegenüber sport1. Seine Spieler wollte er nicht für die Defensivprobleme tadeln, sondern ermutigen, den eigenen Weg zu gehen.
Die Botschaft war klar: „Ich wollte, dass sie mutig sind, engagiert und intensiv.“ Und sie fruchtete sofort. Keine zwei Minuten nach Wiederanpfiff stellte Jude Bellingham die Führung wieder her, anschließend dominierten die Three Lions die Partie nach Belieben. „Es war kurz, es war ruhig“, fasste Tuchel seine kurze, aber wirkungsvolle Rede selbst zusammen.
Kane und Rice schwärmen von Tuchels Worten
Auch die Stars zollten ihrem Coach anschließend großen Respekt. Doppeltorschütze Harry Kane verriet, Tuchel habe gefordert, „die Fesseln abzuwerfen“ und der Welt zu zeigen, wozu die Mannschaft fähig sei. Der Kern der Botschaft laut Kane: „Wenn wir verlieren, dann verlieren wir auf unsere Art.“ Zudem forderte der Kapitän, England müsse mit dieser Intensität im Turnier noch öfter auftreten.
Noch deutlicher wurde Mittelfeldmotor Declan Rice. „Er war top in der Halbzeit. Die Worte, die er benutzt hat – er hat uns alle beruhigt. Es war einer dieser Momente, in denen man denkt: Wow, was für ein Top-Trainer“, schwärmte der Arsenal-Profi, wie die Bild berichtet. Tuchel selbst zeigte sich rundum zufrieden: Die zweite Halbzeit habe ihm „in ihrer Gesamtheit“ sehr gut gefallen.
England: Auftaktsieg verschafft Tuchel Ruhe
Für den 52-Jährigen kam der Erfolg zur rechten Zeit. Vor dem Turnier hatte Tuchel mit seiner Kadernominierung für viel Wirbel gesorgt: Stars wie Cole Palmer, Phil Foden und Trent Alexander-Arnold ließ er zu Hause, woraufhin sich Medien und Kritiker auf ihn einschossen. Der gelungene WM-Start dürfte ihm nun spürbar Ruhe verschaffen.
Riesig bleiben die Erwartungen an die Three Lions ohnehin. Seit dem WM-Triumph von 1966 – dem bis heute einzigen großen Titel – wartet England auf den nächsten großen Wurf. Schon am Dienstag geht es gegen Ghana weiter (22 Uhr), ehe zum Abschluss der Gruppe Panama wartet. Läuft es weiter wie in Durchgang zwei, ist mit diesem England zu rechnen.
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