Borussia Mönchengladbach News beim Fußball heute: Nach 17 Jahren hat ein Eigengewächs Borussia Mönchengladbach verlassen – doch der Abschied verlief alles andere als geplant. In einem offenen Interview spricht der Mittelfeldspieler über sein unvollendetes Saisonfinale, die Kritik der Fans und die Beweggründe für seinen umstrittenen Wechsel.
Borussia Mönchengladbach: Reitz erklärt seinen Wechsel
Seit dem 1. Juli ist Rocco Reitz offiziell Spieler von RB Leipzig. In einem ausführlichen Interview auf der Vereinswebseite der Borussia wählte der 24-Jährige klare Worte zu einer für ihn schweren Entscheidung. „Die Entscheidung, Borussia zu verlassen, war mit Sicherheit eine der schwierigsten bisher. Und auch, wenn das wenige Fohlen-Fans verstehen und verzeihen können, aber Ehrlichkeit ist mir wichtig“, sagte Reitz.
Als Motiv nannte er vor allem den sportlichen Ehrgeiz. Er wolle das Maximum aus seiner Karriere herausholen und künftig international spielen – ein lang gehegter Traum, der bei Leipzig Realität werden soll. Zugleich zeigte er Verständnis für die finanzielle Lage seines Ex-Klubs: Ihm sei bewusst gewesen, dass Gladbach nicht im Geld schwimme und die Einnahme aus seinem Wechsel für die Zukunftsplanung eine Rolle spielen könne.
Ein Abschied, der ausfallen musste
Besonders schmerzt den Mittelfeldspieler, dass er sich nicht von den Fans verabschieden konnte. Am letzten Spieltag fehlte er verletzungsbedingt und befand sich zu diesem Zeitpunkt sogar im Krankenhaus. „Wenn ich sage, ich konnte das Spiel wegen meines Zustandes noch nicht einmal am TV verfolgen, dann kann man sich vorstellen, wie es mir ging“, schilderte er, ohne zu sehr ins Detail zu gehen.
Erst eine Woche später sei ihm richtig bewusst geworden, dass ein Abschied ausgeblieben war. „Ich finde es unfassbar schade und es nervt mich auch irgendwo, dass sich die Saison dadurch ein bisschen unvollendet anfühlt“, sagte Reitz und äußerte die Hoffnung, dieses Versäumte eines Tages nachholen zu können.
Kapitänsrolle, Kritik – und ein schnelles Wiedersehen
Seine letzte Saison bezeichnete Reitz als „wilde Achterbahnfahrt“: Er wurde Vater, übernahm als formaler Vizekapitän länger als erwartet die Rolle des Spielführers und gab schließlich seinen Wechsel bekannt. Die teils harsche Kritik der Anhänger, die den Transfer ausgerechnet zu RB Leipzig missbilligten, nimmt er an. „Jeder hat das Recht zu denken und zu kritisieren, was er möchte. Das muss ich akzeptieren und aushalten“, betonte er – Gladbach bleibe für ihn dennoch „mein Zuhause“.
Die Gelegenheit zu einem Wiedersehen kommt schnell: Gleich am ersten Spieltag empfängt RB Leipzig Borussia Mönchengladbach, sodass Reitz seine früheren Weggefährten prompt an seiner neuen Wirkungsstätte begrüßt. Am Niederrhein laufen derweil die Planungen für die Nachfolge, unter anderem mit Jens Castrop und dem ablösefrei gekommenen Enzo Leopold.
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