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WM News: Diese Geschichte steckt hinter Bangladeschs Messi-Liebe

Argentinien-Fans

WM heute: Die über 13.600 Flugkilometer zwischen Atlanta und Bangladeschs Hauptstadt Dhaka werden die Messi-Mania und Argentinien-Euphorie auch beim WM-Achtelfinale des Titelverteidigers gegen Ägypten an diesem Dienstag (18.00 Uhr/Magenta TV und ARD) nicht schmälern. Die Begeisterung in dem südasiatischen Staat, in dem Cricket eigentlich Sportart Nummer eins ist, um die «Albiceleste» und ihren mittlerweile 39 Jahre alten Kapitän ist ein Phänomen. Tausende von Menschen kommen zusammen, um die Spiele zu verfolgen und die Siege zu bejubeln.

Auch Argentiniens gescheiterter Erzrivale ganz oben bei den Fans

«Bangladesch steht ganz im Bann der ‚Messi-Magie’», schrieb jüngst die «Dhaka Tribune». Daneben hat aber auch der bereits ausgeschiedene argentinische Erzrivale und Rekordweltmeister Brasilien eine große Anhängerschaft. «Vielleicht wehen in Bangladesch mittlerweile mehr argentinische und brasilianische Flaggen als in den jeweiligen Heimatländern selbst.» Aber warum?

«Die Begeisterung Bangladeschs für Argentinien hat zwei Hauptursachen, die beide mit der größten Fußballikone des Landes vor Messi zusammenhängen: Diego Maradona», erklärte jüngst der «Buenos Aires Herald». 1984 reiste die argentinische Mannschaft mal nach Indien, um am Nehru-Cup teilzunehmen. Die drei Siege, das eine Unentschieden und eine Niederlage waren zweitrangig. Maradona faszinierte die Menschen in Indien, aber eben auch im benachbarten Bangladesch.

Die politische Seite

Dann kam die WM. Argentinien schlug im politisch aufgeladenen Viertelfinale nach dem Falkland-Krieg England. Zweimal Maradona: Einmal mit der Hand Gottes, das zweite Tor wurde zum Jahrhunderttreffer gekürt. Auch für Bangladesch, bis 1947 Teil von Britisch-Indien, war das mehr als ein Sieg auf sportlicher Bühne.

«Als ‚Dritte-Welt‘-Land konnten sich die Bangladescher gut in die Lateinamerikaner hineinversetzen, die ebenfalls unter denselben wirtschaftlichen Nöten und der Ausbeutung durch den Westen gelitten hatten», schrieb vor Jahren die «Dhaka Tribune»: «Als es dann zum Finale kam, gab es uneingeschränkte Unterstützung für Argentinien, und nach dem Spiel fanden die Bangladescher in Diego einen neuen Helden.»

Das ist bis heute so geblieben, der neue Held heißt Messi. 2011 machten die Argentinier mit ihm auch mal einen Trip nach Bangladesch. 2026 wissen die Spieler immer noch und nur zu gut, wie groß die Begeisterung für sie dort ist.

Als Weltmeister-Torwart Emiliano Martínez nach einem Spiel bei der WM seine Interviews eigentlich längst beendet hatte und schon auf dem Weg zum Bus war, stellte ihm ein Reporter aus Bangladesch eine Frage. «Oh Bangladesch», sagte der Torwart von Aston Villa und drehte sich mit einem Lächeln zu dem Medienvertreter: «Ich liebe es.»

(dpa)

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