WM heute: Der Umbruch beim DFB lockt die Weltmeister von 2014 in Scharen – und Per Mertesacker macht nun ernst. Der 41-Jährige bringt sich offensiv für einen Posten beim Verband in Stellung. Und um seine Ambitionen zu unterstreichen, legt er ein bemerkenswertes Zugeständnis auf den Tisch: den Verzicht aufs große Geld.
DFB nach der WM: Mertesacker würde aufs Gehalt verzichten
Seine grundsätzliche Bereitschaft für einen Job beim Deutschen Fußball-Bund hatte Mertesacker bereits klar signalisiert. Nun schob der frühere Innenverteidiger ein weiteres Argument nach. Auf die Frage, ob er im Falle eines Engagements sogar auf Geld verzichten würde, antwortete er im ZDF unmissverständlich: „Ganz genau!“
Für den Weltmeister zählt dabei die innere Überzeugung mehr als das Konto. „Das ist wichtig bei so einem Amt oder wenn man für den DFB arbeitet, dass man sich nicht nur wohlfühlt in seinem Land, sondern auch gerne dafür arbeiten möchte“, betonte der 41-Jährige. Gerade jetzt brauche es Menschen, die etwas bewegen wollen – auch wenn „Klubs und RB-Konzerne viel, viel mehr Geld“ zahlten.
Watzke und der „Patriotismusabschlag“
Dass finanzielle Abstriche beim Verband derzeit ein heißes Thema sind, hatte zuvor schon Hans-Joachim Watzke deutlich gemacht. „Wir haben natürlich unsere Schmerzgrenze“, sagte der DFB-Vizepräsident im ZDF mit Blick auf die Bundestrainersuche und fügte schmunzelnd hinzu, er erwarte von Wunschkandidat Jürgen Klopp „einen leichten Patriotismusabschlag“.
Mertesacker würde diesem Gedanken offenbar bereitwillig folgen. Er könne sich vorstellen, „dem deutschen Fußball, dem ich auch so viel zu verdanken habe, irgendetwas zurückzugeben“, erklärte er. Erfahrung als Funktionär bringt der 41-Jährige jedenfalls mit: In den vergangenen acht Jahren leitete er die Nachwuchsabteilung des FC Arsenal.
DFB nach der WM: Auch Völlers Zukunft ist offen
Der Kandidaten-Reigen ist mit ihm allerdings längst nicht komplett. Nach dem Rücktritt von Bundestrainer Julian Nagelsmann ist auch die Zukunft von Sportdirektor Rudi Völler ungeklärt. Wie Sport1 berichtet, beschäftigt sich der 66-Jährige ebenfalls mit einem Rücktritt – es könnten also gleich mehrere Posten frei werden.
Neben Mertesacker hatte sich zuletzt auch Bastian Schweinsteiger in Stellung gebracht. Watzke bestätigte zwar, dass über den Ex-Innenverteidiger „schon mal gesprochen worden sein“ dürfte, ließ sich aber eine süffisante Spitze nicht nehmen: „Wer sich die letzten Tage da alles für eine Position beworben hat, das ist schon eine stattliche Liste, da hättest du vor 20, 30 Jahren noch eine Top-Mannschaft draus bilden können.“ Wer macht am Ende das Rennen?
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