WM heute: Beim Deutschen Fußball-Bund läuft die Operation Klopp auf Hochtouren. Nach dem Aus von Julian Nagelsmann soll die BVB-Ikone schnellstmöglich das Traineramt übernehmen – und dafür reist eigens eine Taskforce in die USA. Vizepräsident Hans-Joachim Watzke gewährt nun tiefe Einblicke in den heiklen Poker.
DFB-News: Watzke bremst die Klopp-Euphorie
Trotz aller Hoffnung wollte der langjährige Dortmunder Boss den Deal noch nicht als sicher verkaufen. „Das ist definitiv noch nicht abgehakt, das muss man alleine schon vor dem Hintergrund des RB-Engagements so sehen“, stellte Watzke am Montag gegenüber dem ZDF klar. In den USA, wo Klopp die WM als TV-Fachmann begleitet, sollen nun die wegweisenden Gespräche folgen.
Ganz aussichtslos ist das Unterfangen aber keineswegs – im Gegenteil. Die Wahrscheinlichkeit, dass sein einstiger Weggefährte aus gemeinsamen BVB-Zeiten neuer Bundestrainer wird, bezifferte Watzke auf „größer als 50 Prozent“. Das Ziel ist unmissverständlich: „Wir wollen unseren Masterplan A versuchen durchzusetzen.“
DFB nach der WM: Die „Schmerzgrenze“ im Klopp-Poker
Um jeden Preis wollen die Verantwortlichen den 59-Jährigen, der noch bis 2029 bei Red Bull unter Vertrag steht, allerdings nicht loseisen. „Wir haben natürlich unsere Schmerzgrenze“, betonte der Vizepräsident und fügte schmunzelnd hinzu, er erwarte von dem gebürtigen Stuttgarter „einen leichten Patriotismusabschlag“.
Finanzielle Grabenkämpfe befürchtet der Sauerländer ohnehin nicht. Auch strukturell scheint der Weg geebnet: Klopp würde laut Watzke „niemals eine carte blanche fordern“, zudem wolle man mit Sportdirektor Rudi Völler „gerne weitermachen“. Noch aber sind all das Punkte, die in den kommenden Tagen erst verhandelt werden müssen.
Was Klopp aus dem Team machen soll
Sportlich lässt Watzke keinen Zweifel an den Qualitäten des Wunschkandidaten. „Jürgen macht Spieler besser, definitiv“, schwärmte der Funktionär. Unter dem Coach werde das deutsche Spiel zudem „etwas körperbetonter, etwas intensiver, etwas rustikaler“.
Das Ziel dahinter ist klar umrissen. Selbst in der Schlussphase eines engen Duells solle die DFB-Elf dem Gegner das Gefühl geben, „dass die irgendwann zurückkommen“. Ob Klopp auch ins Strukturelle wie die Nachwuchsförderung eingreift, ist noch offen – für Watzke wäre es aber ein Fehler, dessen Kompetenz nicht einzubinden. Wird aus dem Masterplan A also schon bald Wirklichkeit?
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