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WM 2026

WM-Aus für die Türkei: 24 Jahre gewartet – und so bitter gescheitert

Türkei-Fans

Das WM-Comeback der Türkei ist nach nur zwei Spielen beendet! Die Mannschaft von Vincenzo Montella verlor ihr zweites Gruppenspiel in der Gruppe D gegen Paraguay mit 0:1 – und scheidet vorzeitig aus der WM 2026 aus. Parallel machten die USA mit einem 2:0-Sieg gegen Australien den Gruppensieg perfekt. Für die Türkei endet ein Turnier, das 24 Jahre lang herbeigesehnt wurde, als Desaster am 2. SpieltagW: Null Punkte, null Tore, null Hoffnung.

WM: Türkei dominant, aber torlos – die Horror-Bilanz in Zahlen

Die nackten Statistiken machen das Ausscheiden besonders bitter. Gegen Paraguay hatte die Türkei 78 Prozent Ballbesitz, feuerte 31 Schüsse aufs Tor und kam auf einen Expected-Goals-Wert von 1,73 – Paraguay lag bei mageren 0,28. Und trotzdem: kein Tor. Schon wieder nicht. Die Südamerikaner gingen in der 2. Minute in Führung und dezimierten sich in der Nachspielzeit der ersten Hälfte durch eine Rote Karte sogar selbst. Doch auch in Überzahl war Montellas Team nicht in der Lage, den Ball über die Linie zu drücken.

In der Schlussphase jagte eine Großchance die nächste – und jede einzelne blieb ungenutzt. Uzuns Schuss ging in der 82. Minute um Zentimeter am Tor vorbei, Güls Abschluss aus kurzer Distanz rauschte in der 89. Minute ebenfalls am Pfosten vorbei. Und als Demiral in der 90.+7 Minute per Kopfball den Ausgleich erzwingen wollte, flog das Leder erneut knapp am Gehäuse vorbei.

Drei Riesenchancen in acht Minuten – drei Mal daneben. Das Schicksal einer Mannschaft, die sich in zwei WM-Spielen gegen Australien (0:2) und Paraguay (0:1) insgesamt null Tore erlaubte. Trotz 70 Prozent Ballbesitz im Schnitt, trotz 56 Torschüssen in zwei Partien.

Türkei muss 24 Jahre auf eine WM warten – für dieses Ende

Man muss sich die Tragweite dieses Scheiterns vor Augen führen. 24 Jahre hatte die Türkei auf die WM-Rückkehr gewartet. Eine ganze Generation von Fans, die 2002 mit dem sensationellen dritten Platz in Südkorea und Japan aufgewachsen war, hatte auf diesen Moment hingefiebert. Damals, als Hakan Şükür im Spiel um Platz drei nach elf Sekunden das schnellste Tor der WM-Geschichte erzielte. Als İlhan Mansız mit seinem Golden Goal im Viertelfinale gegen Senegal eine ganze Nation zum Beben brachte.

Die Qualifikation für 2026 war selbst ein Drama für sich gewesen: Platz zwei hinter Spanien, dann die Play-offs gegen Rumänien (1:0) und Kosovo (1:0). Vincenzo Montella, der Italiener, der von sich sagte „Ich fühle mich wie ein Türke und denke wie ein Türke“, hatte das Team zusammengeschweißt und mit jungen Stars wie Arda Güler und Kenan Yildiz eine neue Ära eingeläutet. In der Qualifikation erzielte die Türkei 17 Tore in sechs Spielen, die Offensive war das große Pfund. Bei der WM? Null Treffer in 180 Minuten. Ein unerklärlicher Totalausfall.

Montella nach WM-Aus unter Druck: Hat der Trainer eine Zukunft als Türkei-Trainer?

Das vorzeitige Aus dürfte Konsequenzen haben. Montella, der im September 2023 das Amt des türkischen Nationaltrainers übernommen hatte, steht vor der größten Krise seiner Amtszeit. Die Mannschaft, die als Mitfavorit in die Gruppe D gegangen war, verabschiedet sich mit der schlechtestmöglichen Bilanz: Letzter der Gruppe.

Besonders auffällig: In beiden Spielen lief die Türkei einem frühen Rückstand hinterher – und fand kein Mittel, das Blatt zu wenden. Gegen Australien kassierte sie das 0:1 durch Ex-Bayern-Youngster Irankunda in der 27. Minute, gegen Paraguay sogar schon in der 2. Minute.

Die taktische Anpassung auf einen Rückstand, das Umschalten von Ballbesitz auf Durchschlagskraft – genau das, was Turniermannschaften auszeichnet, fehlte der Türkei komplett. Das letzte Gruppenspiel gegen die USA (26. Juni, 04:00 Uhr, Los-Angeles-Stadion) wird zum bedeutungslosen Abschiedsspiel.

Türkei bei der WM: Eine bittere Bilanz

Mit der Niederlage gegen Paraguay schrumpft die türkische WM-Bilanz auf ein ernüchterndes Niveau. In drei WM-Teilnahmen (1954, 2002, 2026) liegen Licht und Schatten eng beieinander: Dem historischen dritten Platz von 2002 stehen die sang- und klanglosen Vorrunden-Aus von 1954 und jetzt 2026 gegenüber. Die nächste Chance bietet sich erst bei der WM 2030 in Marokko, Spanien und Portugal. Ob Montella dann noch Trainer ist, darf nach diesem Turnier stark bezweifelt werden. Die Türkei fliegt heim – und mit ihr eine ganze Nation, die 24 Jahre lang auf etwas Besseres gehofft hatte.

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