(dpa) – Fußball heute: Lukas Podolski beendet seine Karriere als Profifußballer. Der Weltmeister von 2014, der seit 2021 in Polen bei Gornik Zabrze spielt, hört in diesem Sommer auf. «Ein Kapitel endet, eine neue Ära beginnt», teilte Podolski und sein Club auf Instagram mit.
In einem Videoclip packt der Offensivspieler seine Sachen und lässt dort noch einmal seine Karriere Revue passieren. «So, Feierabend», sagt er am Schluss. Dann schließt er eine Tür, auf der in sechs Sprachen «Danke Fußball» steht. Am Samstag steht für Gornik Zabrze noch das letzte Ligaspiel gegen Radomiak Radom an, dabei dürfte Podolski gewürdigt werden.
Der 40-Jährige blickt auf eine beeindruckende Laufbahn mit der WM-Krönung in Brasilien zurück. Ausgebildet in der Jugend des 1. FC Köln feierte Podolski 2003 sein Profidebüt. Beim FC avancierte der in Polen geborene Stürmer schnell zur Kultfigur.
Dabei halfen Podolski viele Tore, aber auch sein frech-selbstbewusstes Auftreten und seine offen kommunizierte Liebe zum Club aus der Domstadt. «Ich wollte immer ehrlich sein, der Junge von der Straße», sagte er mal über seine unnachahmliche Art.
Podolski und Schweinsteiger mischen Nationalmannschaft auf
Im Juni 2004 debütierte Podolski für die deutsche A-Nationalmannschaft. Gemeinsam mit Kumpel Bastian Schweinsteiger prägte er in den kommenden Jahren die DFB-Elf. Das Duo «Poldi» und «Schweini» stand stellvertretend für einen neuen Stil und frische Auftritte der deutschen Auswahl.
«Er ist schon ein bisschen wie Köln: unterhaltsam, niemals langweilig, immer irgendwie das positive Lebensgefühl mit sich tragend. So hat er auch alle anderen angesteckt und mitgezogen», sagte Ex-Bundestrainer Joachim Löw mal beim TV-Sender ProSieben über Podolski. «Und er war nahbar, bodenständig mit einer unglaublichen Empathie für die Menschen, für die Fans.»
Auf Vereinsebene zog es Podolski zum FC Bayern München. Mit dem deutschen Rekordmeister feierte er 2008 das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokalsieg. Einer Rückkehr nach Köln folgten Stationen beim FC Arsenal, Inter Mailand, Galatasaray Istanbul, Vissel Kobe in Japan, Antalyaspor und schließlich Zabrze.
Karriereende in der polnischen Heimat
Nach seinem Wechsel zu seinem Jugendverein hatte der Fußballer den Club aus seinem Geburtsland auf vielen Ebenen vorangebracht – sportlich, strukturell und durch sein Netzwerk. Im Dezember vergangenen Jahres erwarb der im nahegelegenen polnischen Gliwice (Gleiwitz) geborene Fußballer Anteile am Club und wurde so zum zweitgrößten Anteilseigner.
«Auch die Arbeit neben dem Platz macht mir große Freude. Ich bin jetzt 40, da haben sich die Prioritäten verschoben. Der Verein hat es mir ermöglicht, in viele Bereiche reinzuschnuppern», hatte Podolski bereits vergangenes Jahr in einem Interview betont.
Am Donnerstag hatte der Stadtrat von Zabrze einstimmig den Vorschlag befürwortet, 86 Prozent der Anteile an Gornik an Podolski zu verkaufen. Demnach beträgt der Verkaufspreis umgerechnet 940.000 Euro. «Jetzt kaufe ich den Rest», sagte Podolski. Der deutsche Ex-Nationalspieler verpflichtet sich aber, den Club in den kommenden Jahren zu finanzieren. In dem Privatisierungsvertrag ist festgelegt, dass der Eigentümer in den kommenden Jahren umgerechnet knapp drei Millionen Euro zuschießen muss. Dieser Passus ermöglichte eine Senkung des Verkaufspreises.
Spekulationen um Funktion beim FC
Neben dem Fußball hat sich die DFB-Legende bereits weitere Standbeine aufgebaut. Gemeinsam mit Mats Hummels hatte er eine Hallen-Liga gegründet. Zudem besitzt Podolski in Nordrhein-Westfalen mehrere Dönerläden und Eisdielen. Auch eine Soccerhalle sowie ein eigenes Modelabel gehören zu seinen Projekten.
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