Mit einem Paukenschlag startete Jürgen Klopp in seine Amtszeit als Bundestrainer. Für die ersten vier Nations-League-Partien nach dem blamablen WM-Aus gegen Paraguay hat er gleich 44 Spieler berufen, darunter 16 Debütanten. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus zeigt sich in seiner Kolumne bei Sky begeistert – sowohl vom Aufgebot als auch vom ersten Auftritt des neuen Coaches.
DFB-Team: Klopp beruft XXL-Kader mit 16 Neulingen
Ein deutliches Signal des Aufbruchs sendet das Aufgebot allemal. Zu den Neulingen zählen unter anderem Behrens, Rosenfelder, Scherhant, Ebnoutalib, Jeltsch, Janelt, Baur und El Mala. Nach dem Scheitern im Sechzehntelfinale setzt der Nachfolger damit auf frische Gesichter, die bislang kaum eine Rolle im Nationalteam spielten.
Auf der anderen Seite fehlen einige etablierte Namen. Undav, Baumann, Sané, Groß und Leweling müssen vorerst auf eine Rückkehr warten. Gegen die Niederlande (24. September), Serbien (1. Oktober) sowie zweimal gegen Griechenland (27. September und 4. Oktober) sollen sich zunächst andere beweisen.
Lothar Matthäus schwärmt von Klopps erster DFB-Pressekonferenz
Beeindruckt hat den Weltmeister von 1990 vor allem die Vorstellung des Kaders. „Diese Pressekonferenz am letzten Donnerstag war für mich sensationell. Ich habe sie sogar 45 Minuten lang live verfolgt, und das mache ich ganz selten, weil mich das wirklich mitgenommen hat“, schrieb Matthäus. „Wie muss es dann erst den Spielern gehen?“
Besonders hob der 150-malige Nationalspieler hervor, wie Klopp die Unerfahrenen von sich aus ins Rampenlicht rückte, ohne dass Journalisten nach ihnen fragten. Er habe jeden einzeln mit seinen Stärken beschrieben. „Die Spieler fühlen sich dadurch alle ein bisschen breiter, ein bisschen größer und ein bisschen selbstbewusster“, so der Rekordspieler. „Und wie gesagt: Ich freue mich auf diese Zeit mit Jürgen Klopp.“
DFB-Team in der Nations League: Matthäus verteidigt das Aufgebot mit 44 Profis
Auch die ungewöhnliche Größe des Kaders stößt bei ihm auf Zustimmung. „Ich finde es eine überragende Idee, dass er 44 Spieler eingeladen hat. In Deutschland wird alles, was neu ist, erst tausendmal hinterfragt“, schrieb er. Bei vier Partien innerhalb von neun oder zehn Tagen seien zwei Aufgebote gerade zu Saisonbeginn sinnvoll, da Liga und Europapokal bereits laufen. „Das ist einfach supergeil“, schwärmt Matthäus.
Überzogene Erwartungen will der Experte dennoch nicht schüren. „Ich erwarte jetzt nicht nur Siege, denn auch aus Niederlagen kann man viel mitnehmen“, betonte er. Er traue dem Trainerteam jedoch zu, die Mannschaft rasch in eine Richtung zu lenken, die wieder Freude bereitet. Den ersten Gradmesser dafür liefert das Duell mit den Niederlanden.
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