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Schalke-Kapitän Karaman stellt seinen Mitspielern eine klare Forderung

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Fußball heute: Zum sechsten Mal in Folge ist der FC Schalke 04 in der zweiten Runde des DFB-Pokals gescheitert. Beim verdienten 2:0 (0:0) von Dynamo Dresden blieb der Aufsteiger erneut ohne Treffer, und die Stimmung droht zu kippen. Wie bild.de, reviersport.de und n-tv.de berichten, empfingen die mitgereisten Fans ihr Team frostig.

FC Schalke 04: Pokal-Aus in Dresden verschärft die Torflaute

Mit Toren von Patrice Covic (54.) und Christoph Daferner (88.) setzte sich der Zweitligist im ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion durch. Für Schalke war es das fünfte Pflichtspiel in Serie ohne Sieg. In diesen fünf Partien gelang laut reviersport.de gerade einmal ein Tor – seit Mitte September steht damit nur ein Pflichtspieltreffer zu Buche.

Noch deutlicher wird das Problem beim Blick auf die gesamte Saison. In sechs von neun Spielen blieb der fünfmalige Pokalsieger torlos, darunter die letzten drei. Kein einziger Stürmer hat bislang getroffen. Für den Aufsteiger wird die fehlende Durchschlagskraft damit zur größten Baustelle der ersten Bundesliga-Monate.

S04 News: Fans strafen das Team mit Schweigen ab

Die Reaktion auf den Rängen fiel entsprechend kühl aus. Nach dem Abpfiff strafte der Anhang die Mannschaft mit kollektivem Schweigen ab – ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr die Geduld nach dem Pokal-Aus gelitten hat. Youri Mulder, Direktor Profifußball, zeigte Verständnis: „Ich kann verstehen, dass die Fans sauer sind. Wir sind alle sauer.“

Ähnlich klang Miron Muslic (44). „Sie haben jedes Recht der Welt, so zu reagieren. Die meisten von ihnen sind heute 600 Kilometer gefahren, fahren jetzt wieder nach Hause und müssen morgen früh um acht Uhr bei der Arbeit sein“, sagte der Trainer laut n-tv.de. Ausbleibenden Beifall hätten seine Spieler ein Stück weit verdient, fügte er an.

Youri Mulder: „Wir sind nicht ans Limit gegangen“

Den Begriff, der nach fünf sieglosen Spielen die Runde macht, lässt Mulder dagegen nicht gelten: „Krise…was ist das, Krise? Das ist auch so ein Klischee-Wort.“ Die Enttäuschung über das frühe Aus ist dem 57-Jährigen dennoch anzumerken. „In Dresden aus dem Pokal auszuscheiden, ist keine schöne Sache. Es ist unglaublich schade“, betonte er.

Härter noch ging der Sportboss mit dem Auftritt ins Gericht. „Die Art und Weise enttäuscht mich. Es ist unverständlich, dass wir uns auf dem Platz so geben. Wir sind nicht ans Limit gegangen und haben schlecht gespielt“, kritisierte er. Zu viele leichte Ballverluste, kaum Druck auf den Gegner, wenig Gefahr: „So kann man nicht Fußballspielen.“

Miron Muslic nimmt die Stürmer um Edin Dzeko in Schutz

Muslic sah ebenfalls ein Team, das unter seinen Möglichkeiten blieb. „Wir waren mit dem Ball extrem unsauber. Das war unser größtes Problem: Wir waren sehr unpräzise“, analysierte der Coach. Die angespannte Personallage ließ er nicht als Ausrede für die nächste schwache Vorstellung gelten – ein klares Signal an eine Kabine, die sich schnell steigern muss.

Ausdrücklich stellte er sich dagegen vor die Angreifer um Edin Dzeko, die in Dresden kaum in Szene gesetzt wurden. „Ich muss unsere Stürmer in Schutz nehmen. Wir müssen das als Mannschaft besser vorbereiten“, so Muslic. Auch Mulder sieht das Kollektiv in der Pflicht: Man komme nicht in die Räume, aus denen man gefährlich werden könne.

Kenan Karaman fordert Antworten von jedem Einzelnen

Kapitän Kenan Karaman (32) ärgerte sich nach der Partie vor allem über den lethargischen Auftritt. „Wir waren nicht aggressiv genug, vielleicht zu passiv, hätten auch höher anlaufen können“, sagte der Angreifer. Mit Ball habe die Mannschaft nicht die Lösungen gefunden und sei teilweise zu schlampig gewesen, um vorne gefährliche Aktionen zu kreieren.

Ganz so dramatisch sieht Karaman die Lage trotzdem nicht. „Krise würde ich nicht sagen, weil wir noch ganz am Anfang sind“, erklärte er gegenüber bild.de. Gleichzeitig nahm er die gesamte Mannschaft in die Verantwortung: „Wir haben genügend Führungsspieler auf dem Platz. Da müssen wir uns selbst die richtigen Fragen stellen. Jeder einzelne für sich.“

Bundesliga: Auf Schalke warten jetzt harte Wochen

„Die Schlagzeilen überlasse ich euch, vor allem bei deinem Medium seid ihr darin stark“, konterte Muslic auf Nachfrage des Blattes. Man bewahre einen klaren und kühlen Kopf. Den angeschlagenen Zweitligisten hatte er in seinem ersten Job in Deutschland übernommen und überraschend leicht zurück in die Bundesliga geführt, nun zeigen sich demnach erste Risse.

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht. Am Samstag (15:30 Uhr, Sky) gastiert RB Leipzig, danach folgen mit Hoffenheim und Stuttgart zwei weitere Europapokal-Teilnehmer. Vielleicht sei er sogar froh, diese Phase Ende Oktober zu erleben und nicht erst im März, April oder Mai, erklärte Muslic. „Am Ende der Saison werden wir alles erreichen, was wir uns vornehmen“, verspricht er.

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