Fußball heute: Zum ersten Mal seit zwölf Jahren steht Dynamo Dresden wieder im Achtelfinale des DFB-Pokals. Der 2:0-Heimsieg gegen den FC Schalke 04 spült dem Zweitligisten 913.000 Euro Prämie in die Kasse und liefert nach dem holprigen Saisonstart dringend benötigtes Selbstvertrauen. Das berichten kicker.de, bild.de und tag24.de.
Dynamo Dresden: Pokal-Coup bringt Geld und Selbstvertrauen
Finanziell zahlt sich der Pokal-Abend gleich doppelt aus. Mit den Zuschauereinnahmen kommt laut bild.de mindestens eine Million Euro zusammen, was die erwartete Strafe für die spektakuläre Pyrotechnik zu Spielbeginn leichter verschmerzen lässt. Dem Verein verschafft das Geld zudem mehr Spielraum auf dem Transfermarkt im Winter.
Der sportliche Schub wiegt sogar noch schwerer. Nur fünf Punkte aus sieben Ligaspielen standen zuletzt zu Buche, auf den Derbysieg gegen Magdeburg folgte drei Tage vor dem Pokal-Duell die bittere 3:0-Auswärtsniederlage beim Tabellenletzten Kiel. „Wir waren deutlich effizienter als in Kiel“, sagte Trainer Thomas Stamm laut kicker.de.
SGD-Coach Stamm: Covic und Daferner belohnen den Mut
Seine Mannschaft kontrollierte die Partie, ließ hinten kaum etwas anbrennen und schlug eiskalt zu. Patrice Covic (53.) traf zur verdienten Führung, Joker Christoph Daferner köpfte eine Ecke von Alex Rossipal kurz vor Schluss wuchtig zum 2:0 ein (88.). Selbst Schalke-Coach Miron Muslic räumte ein: „Dresden war uns heute in allen Phasen des Spiels überlegen.“
Für die beiden Torschützen war der Abend von großer Bedeutung. Weder der deutlich jüngere Stammspieler Covic noch Einwechselspieler Daferner hatten in der Offensive zuletzt Akzente gesetzt, Stamm musste sich für seine Aufstellungen immer wieder Kritik anhören. „Es muss uns Mut geben, zu sehen, dass es funktioniert, wenn wir unseren Weg gehen“, betonte der 43-Jährige.
Christoph Daferner: Vom 21-Sekunden-Joker zum „Fußballgott“
Besonders bewegend war die Geschichte von Daferner (28). Der frühere Torjäger kam in dieser Zweitliga-Saison erst auf vier Kurzeinsätze, in Kiel wurde er beim Stand von 0:3 gerade einmal 21 Sekunden vor dem Abpfiff eingewechselt. Umso lauter feierten ihn die Fans nach seinem Kopfball mit Sprechchören: „Christoph Daferner, Fußballgott!“, wie tag24.de berichtet.
„Ich habe es nicht erwartet nach Sonntag“, gab der Angreifer offen zu. Während die Ränge bebten und seinen Namen skandierten, rannte er wild jubelnd davon – ein Moment, auf den er lange warten musste. „Das war schon sehr emotional. Denn es war nicht immer so einfach für mich in der letzten Zeit“, sagte er nach dem Spiel.
Dynamo-Stürmer Daferner: „Ich habe nie den Miesepeter gemacht“
Bemerkenswert ist, wie ruhig und überlegt er über die schwierige Phase sprach. Über den Trainer oder seine geringe Spielzeit beklagte er sich nicht, die Szene in Kiel erwähnte er demnach mit keinem Wort. „Ja, ich musste zurückstecken in den letzten Monaten. Aber es ist trotzdem ein Teamsport. Ich habe nie den Miesepeter gemacht“, stellte er klar.
Man könne auf die ganze Mannschaft stolz sein, weil es eine sehr abgeklärte Leistung gewesen sei, lobte er. Dass sich so viele Menschen für ihn freuten, nannte er einen schönen Moment. Unter den 30.600 Zuschauern im ausverkauften Harbig-Stadion flippte auch Ex-Kapitän Stefan Kutschke (37) auf der Tribüne aus, als sein früherer Sturmpartner traf.
DFB-Pokal: Dynamo hofft bei der Auslosung auf ein Heimspiel
Erinnerungen weckte der Abend ohnehin. Bereits 2014 warf Dynamo Schalke auf dem Weg ins Achtelfinale raus – als Drittligist gegen einen Champions-League-Teilnehmer. Kurz vor dem jüngsten Duell postete der damalige Kapitän Michael Hefele bei Instagram „What a Night“ samt schwarzem und gelbem Herz. Nun gelang erst zum zweiten Mal in 32 Jahren der Sprung unter die letzten 16.
Im Verein hoffen jetzt alle auf ein Heimspiel in der nächsten Runde. Gelost wird am Sonntag ab 18:15 Uhr in der ARD-Sportschau, gespielt am 1. und 2. Dezember. „Hier zu Hause ist immer alles möglich. Gerade im Pokal bei dieser besonderen Stimmung“, schwärmte Stamm. „Wenn wir es hinbekommen würden, dann hier zu spielen, wäre super.“
2. Bundesliga: Gegen Hannover 96 zählt jetzt Effizienz
Sportdirektor Sören Gonther hatte vor der Partie ausgegeben: „Es geht um du oder ich.“ Dieses Motto gilt laut des Fachmagazins auch für die 2. Bundesliga, wo Effizienz mehr zählt als schöner Fußball. Robust und klar in den Entscheidungen meldete die Abwehr Weltklasse-Stürmer Edin Dzeko komplett ab – genau das braucht es am Sonntag (13:30 Uhr) in Hannover.
Auch Hannover 96 ist bislang hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben. Will der Tabellen-15. aus Dresden in der Liga endlich in Schwung kommen, muss er seine Dominanz auch in den gegnerischen Strafraum tragen. „Die 2. Liga ist unser tägliches Brot. Da müssen wir schauen, dass wir mindestens einen Punkt mitnehmen“, gibt Daferner die Richtung vor.
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