Fußball heute: Nach dem 0:3 zum Einstand in Magdeburg steht Sandro Wagner (38) bei Hannover 96 bereits unter Zugzwang. Im ersten Heimspiel gegen den FC St. Pauli am Samstag (20:30 Uhr, Sky) muss der Trainer zudem auf Toptorjäger Lars Gindorf (25) verzichten, wie Bild berichtet. Druck verspürt der Coach nach eigener Aussage dennoch nicht.
Hannover 96: Wagner vor seinem Heimdebüt unter Zugzwang
Die Lage in der 2. Bundesliga ist angespannt. Nur zwei Punkte trennen Hannover vom Karlsruher SC auf Rang 17. Ein Sieg gegen den Bundesliga-Absteiger würde die wachsenden Abstiegssorgen lindern. Zudem könnte das Team mit Rückenwind ins Niedersachsen-Derby gegen Braunschweig am 25. Oktober gehen.
Wagner selbst nimmt die Situation gelassen. „Es ist ein schöner Sport und wir dürfen hier ein Teil davon sein und unser Geld damit verdienen. Ich sehe nur die positiven Dinge. Druck habe ich, wenn ich als Familienvater nicht weiß, wie ich meine Kinder ernähren kann. Und nicht, ob ich gegen St. Pauli gewinne oder nicht“, sagte er laut Bild.
H96-Coach Wagner: „Ich habe damit gar keine Probleme“
Für den früheren Assistenten von Julian Nagelsmann gehört Druck schlicht zum Beruf. Das gelte für Trainer bis hinunter in die vierte Liga, ebenso für Spieler und Funktionäre. „Ich bin jetzt nicht erst seit vorgestern dabei. Ich habe damit gar keine Probleme“, betonte der Nachfolger von Christian Titz.
Wagner weiß allerdings auch, welche Ausgangslage er vorgefunden hat. „Aber wir haben eine Mannschaft übernommen, die ein Stück weit verunsichert ist und tabellarisch nicht gut dasteht“, räumte er ein. Auch bei anderen Teams sehe man, dass Entwicklung Zeit brauche. Erst dann könne eine Mannschaft aus einer Position der Stärke heraus agieren.
Lars Gindorf: Hannover muss auf den Toptorjäger verzichten
Personell muss Wagner improvisieren. Gindorf kämpft mit einem hartnäckigen Infekt samt Fieber und trainiert nur individuell, Mustapha Bundu (29) fällt mit einer Oberschenkelverletzung aus. „Dass mit Bundu und Gindorf zwei unserer besten Spieler fehlen, ist blöd“, sagte der Coach. Auffangen wolle man die Ausfälle aber bestmöglich.
Das Fehlen des Angreifers, der in der vergangenen Saison in der 3. Liga 28-mal traf, schmerzt besonders. „Es ist superschwer, dort so viele Tore zu machen“, lobte Wagner. Seine Vertreter enttäuschten beim 0:3 in Magdeburg. Benjamin Källman (28) und Joker Benedikt Pichler (29) blieben blass, Emir Sahiti (27) empfahl sich ebenfalls nicht für die Startelf.
FC St. Pauli: Wagner blickt mit etwas Neid auf den Gegner
Mit dem Gegner geht Wagner respektvoll um, sogar ein wenig neidisch. „St. Pauli ist eine Mannschaft mit Spielern, die letzte Saison noch Erstliga-Spieler waren, was dieser tolle Verein die letzten acht Jahre nicht geschafft hat“, erklärte er. Die Gäste seien Hannover damit an Erfahrung voraus, wie man aufsteigt und sich oben hält.
Auch für St. Paulis Trainer findet er lobende Worte. Marcel Rapp sei ein herausragender Coach, der bereits einmal mit einer Mannschaft aufgestiegen ist, 2024 mit Holstein Kiel. Seine Elf habe sich inzwischen gefunden, sei seit vier Spielen ungeschlagen und verfüge über viel Tempo. Hannover erwartet damit eine schwere Aufgabe.
Hannover 96: Wagner wirbt um Geduld
Dem neuen Trainer bleibt nicht viel Zeit, das weiß er selbst. „Natürlich brauchen wir Zeit. Ich weiß, dass das im Profi-Fußball immer schwierig ist, über Zeit zu sprechen“, sagte er. Die Mannschaft wolle schnell und nachhaltig erfolgreich sein, entscheidend sei nun, dass sich alle finden. Ein erster Sieg würde diesen Prozess deutlich beschleunigen.
Auf sein erstes Heimspiel freut sich Wagner trotz allem. „Es gibt für Fußballspieler nichts Schöneres als Flutlicht an einem Abend vor ausverkauftem Haus. Von daher ist es erst mal ein cooles Event“, sagte er. Gelingt am Samstag der erste Dreier unter Wagner, könnte Hannover deutlich entspannter in das Derby gegen Braunschweig gehen.
