Der heutige Samstagmittag im Unterhaus des deutschen Fußballs verspricht pure Dramatik. Während das Fernduell um die Tabellenspitze zwischen Schalke, Elversberg und Paderborn die Fans elektrisiert, kämpfen Traditionsklubs wie der 1. FC Nürnberg und Hertha BSC um wichtige Punkte für ihre Saisonziele. In den ersten 45 Minuten der drei Parallelpartien gab es bereits einige Überraschungen und taktische Finessen zu beobachten. Hier ist der Überblick zum Pausentee.
FC Schalke 04 vs. Dynamo Dresden: Zähes Ringen in der Veltins-Arena in Halbzeit 1, Spannung pur in Halbzeit 2
In Gelsenkirchen erlebten die 60.000 Zuschauer einen ersten Durchgang, der vor allem von taktischer Disziplin geprägt war. Schalke 04 startete mit Star-Stürmer Edin Dzeko in der ersten Elf, doch die Gäste aus Dresden pressten extrem hoch und mutig. Dynamo übernahm mit zunehmender Spieldauer sogar die Spielkontrolle, während die Königsblauen Schwierigkeiten hatten, geordnete Lösungen im Spielaufbau zu finden.
Die beste Gelegenheit zur Führung vergab Dzeko in der 23. Minute, als er einen kapitalen Fehlpass der Dresdner Abwehr erlief, den Ball aus spitzem Winkel jedoch nur ans Außennetz setzte. Dresden glänzte mit viel Ballbesitz, ließ im letzten Drittel aber die nötige Durchschlagskraft vermissen, sodass es folgerichtig mit einem torlosen Unentschieden in die Kabinen ging.
Dank Elversberg-Patzer: Schalke bleibt trotz spätem Dzeko-Drama Tabellenführer
Der FC Schalke 04 hat im Heimspiel gegen Dynamo Dresden einen sicher geglaubten Sieg in den Schlussminuten noch aus der Hand gegeben. Dabei sah zunächst alles nach einem perfekten Nachmittag für Edin Dzeko aus: Bei seinem Startelf-Debüt brachte der 39-jährige Star-Neuzugang die Königsblauen mit einem Doppelpack scheinbar sicher auf die Siegerstraße. Doch nach der Auswechslung des Bosniers brach das Schalker Spiel völlig zusammen. Laut transfermarkt.de kostete ein schwerer Patzer von Torhüter Loris Karius beim Stand von 2:1 den Sieg, als dieser eine Flanke unterlief und so den Dresdner Ausgleich zum 2:2-Endstand ermöglichte.
Trotz der erneuten Enttäuschung und der Tatsache, dass Schalke auch im vierten Spiel des Jahres 2026 ohne Sieg bleibt, gibt es eine gute Nachricht für die „Knappen“. Da der direkte Verfolger SV Elversberg zeitgleich eine deutliche 0:3-Niederlage gegen Hertha BSC kassierte, verteidigt Schalke vorerst die Tabellenspitze. Dynamo Dresden hingegen untermauert seine starke Form im neuen Kalenderjahr und bleibt auch nach dem Gastspiel in Gelsenkirchen im Jahr 2026 ungeschlagen, was den Sachsen wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt sichert.
SC Paderborn vs. 1. FC Nürnberg: Paderborner Doppelschlag schockt den Club, Anschlusstreffer bleibt wirkungslos
Der SC Paderborn untermauert seine Aufstiegsambitionen eindrucksvoll. In einer temporeichen Partie sorgte eine VAR-Intervention für den ersten Wendepunkt: Schiedsrichter Eric Weisbach entschied nach Videostudium auf Foulelfmeter, den Sebastian Klaas in der 26. Minute sicher verwandelte. Nur zwei Minuten später nutzten die Hausherren die unsortierte Nürnberger Defensive eiskalt aus. Nach einer Vorlage von Castaneda vollstreckte Laurin Curda per Volley zum 2:0.
Nürnberg wirkte nach dem Doppelschlag sichtlich verunsichert und hatte kurz vor der Pause Glück, als Torhüter Reichert einen glänzenden Fernschuss von Klaas gerade noch an den Pfosten lenkte. Die Ostwestfalen gingen mit einer hochverdienten Führung in die Pause.
Zittersieg in Überzahl: Paderborn klettert auf Aufstiegsrang zwei
Obwohl der SC Paderborn 07 die erste Halbzeit dank einer höheren Zielstrebigkeit dominierte und durch Tore von Klaas und Curda verdient mit 2:0 in Führung ging, wurde es in der Schlussphase noch einmal spannend. Der 1. FC Nürnberg agierte im ersten Durchgang schlichtweg zu fehlerhaft, um die Hausherren ernsthaft zu gefährden. Ein diskutabler Platzverweis gegen den Nürnberger Rafael Lubach kurz nach dem Seitenwechsel (51.) spielte den Ostwestfalen zwar zunächst in die Karten, doch der „Club“ gab sich in Unterzahl nicht auf. Luka Lochoshvili verkürzte in der 75. Minute auf 1:2, was bei den Paderbornern für eine nervöse Schlussphase sorgte.
Am Ende retteten die Paderborner den knappen Vorsprung über die Zeit und feierten einen verdienten 2:1-Heimsieg. Durch diesen Erfolg und das gleichzeitige Straucheln der Konkurrenz springt der SCP vorerst auf den zweiten Tabellenplatz. Während die Nürnberger trotz einer kämpferischen Leistung in Unterzahl ohne Punkte die Heimreise antreten müssen, untermauert Paderborn seine Ambitionen im engen Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga und bleibt nur noch einen Zähler hinter dem Spitzenreiter aus Gelsenkirchen.
SV Elversberg vs. Hertha BSC: Berliner Effizienz trotzt Elversberger Drangphase
An der Kaiserlinde führt die Berliner Hertha zur Halbzeit überraschend mit 1:0. Die SV Elversberg war über weite Strecken die dominierende Mannschaft und drückte den Hauptstadtklub tief in die eigene Hälfte. Bereits in der 5. Minute musste Karbownik für die Berliner auf der Linie klären, um einen frühen Rückstand zu verhindern.
Inmitten dieser Drangphase der Saarländer schlug Hertha jedoch nach einer Standardsituation eiskalt zu: Pascal Klemens drückte den Ball nach einer Ecke von Seguin per Kopf über die Linie. Kurz vor dem Seitenwechsel wurde es hitzig, als Hertha-Coach Stefan Leitl wegen einer impulsiven Reaktion an der Seitenlinie die Gelbe Karte sah.
Ende der Heimserie: Hertha überrumpelt effizient den Tabellenzweiten
Hertha BSC präsentierte sich im Auswärtsspiel bei der SV Elversberg gnadenlos effizient und beendete damit eine beeindruckende Serie der Saarländer. Die SVE war saisonübergreifend seit zwölf Heimspielen ungeschlagen, was einen Vereinsrekord darstellte. Obwohl das Team von Vincent Wagner über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft war, spiegelt das deutliche 0:3 den tatsächlichen Spielverlauf nur bedingt wider. Die Berliner nutzten ihre Chancen eiskalt aus, während Elversberg trotz zahlreicher Gelegenheiten die nötige Präzision vermissen ließ. Mit diesem Erfolg rückt die Hertha nach einer Serie von fünf Unentschieden wieder näher an die Aufstiegsplätze heran und sorgt für neue Spannung im oberen Tabellendrittel.