Fußball heute: Gerade einmal 81 Bundesliga-Minuten stehen für Cedric Itten (29) bei Werder Bremen bislang zu Buche, wie 90min vorrechnet. Trainer Daniel Thioune hat laut Bild nun erklärt, warum der Sommer-Zugang so selten zum Zug kommt – und fordert von ihm gleichzeitig mehr. Denn vorne ist derzeit ein anderer gesetzt.
Werder Bremen: Füllkrug verdrängt Itten
Ittens Reservistenrolle hat einen Namen: Niclas Füllkrug. „Niclas ist der Grund, warum er nicht so viel spielt, wie er es sich vorstellt. Das System ist jetzt gerade fix. An Niclas führt aktuell kein Weg vorbei“, sagte Thioune gegenüber Bild. Der 33-Jährige, ausgeliehen von West Ham, ist mit sechs Treffern Werders bester Torschütze.
Seit fünf Bundesliga-Spielen in Folge trifft Füllkrug und hat damit großen Anteil daran, dass die Bremer nach sechs Spieltagen neun Punkte auf dem Konto haben. Gegen den SC Paderborn sicherte er mit einem Doppelpack nach 0:2-Rückstand noch das Remis. Ebenso lange schickt Thioune dieselbe Startelf aufs Feld, verloren hat sie seitdem nicht.
Cedric Itten: Kritik nach dem Paderborn-Spiel
Gerade dieses Duell mit Paderborn war allerdings auch für Itten eine Chance. Rund eine halbe Stunde durfte er im 4-4-2 als zweite Spitze neben Füllkrug ran. „Solche Momente muss er sich dann nehmen“, betonte Thioune. In seinen 27 Minuten konnte der Schweizer laut 90min aber kaum Akzente setzen.
Der Coach war entsprechend unzufrieden. Wann immer Itten Einsatzzeit bekomme, müsse er sich auch zeigen, forderte Thioune. „Er ist ein Stürmer und es wäre deutlich besser gewesen, wenn er ein Tor erzielt oder zumindest ein paar Abschlüsse gehabt hätte.“ Mehr Wucht im Strafraum hätte er sich gewünscht. Bei nur 81 Minuten in dieser Saison zählt jede Gelegenheit doppelt.
Daniel Thioune: Verständnis für den Sommer-Zugang
Dabei kam Itten mit großen Erwartungen. Bei Fortuna Düsseldorf war der 1,90 Meter große Angreifer unumstrittener Stammspieler und machte mit 15 Toren den Unterschied, im Sommer wechselte er dann ablösefrei zu Werder. Die Fortuna war zuvor aus der 2. Bundesliga abgestiegen. In Bremen konnte sich Itten bislang aber noch nicht durchsetzen.
Thioune verteidigt seinen Neuzugang dennoch. „Es ist natürlich schwierig, wenn man keinen Rhythmus hat. In Düsseldorf hatte er den. Dort stand er Woche für Woche 90 Minuten auf dem Platz“, erklärte er. Nun müsse sich der Stürmer an die neue Situation erst gewöhnen. Vom Dauerbrenner zum Joker – dieser Wechsel braucht offenbar Zeit.
SVW News: Thioune lobt die Bankspieler
Wichtig bleibt Itten für das Team trotzdem. „Wie aktuell alle auch auf der Auswechselbank mitziehen, ist schon beeindruckend“, lobte Thioune zuletzt. Gemeint seien nicht nur seine Co-Trainer, sondern auch Spieler wie Alexander Schlager, Niklas Stark oder eben Itten. Dass die Reservisten so geschlossen hinter dem Team stehen, ist für eine seit fünf Spielen unveränderte Elf ein wichtiges Signal.
Itten selbst würde der Mannschaft allerdings sicher lieber auf dem Rasen helfen. Solange Füllkrug trifft und Werder ungeschlagen bleibt, dürfte Thioune an seiner Formation jedoch kaum etwas ändern. Für den Schweizer heißt das, jede Minute als Joker zu nutzen. Nur so kann er dem Trainer zeigen, dass er mehr als die Rolle hinter Füllkrug verdient.
