Fußball heute: Der 1. FC Nürnberg muss mindestens bis zur Winterpause auf Torjäger Mohamed Ali Zoma (22) verzichten. Wie BR und Bild übereinstimmend berichten, steht dem Stürmer eine Operation an der linken Schulter bevor. Für den Tabellenzweiten der 2. Bundesliga ist das im Aufstiegsrennen ein herber Rückschlag.
1. FC Nürnberg: Zoma fällt bis zur Winterpause aus
Schon am Freitag hatte man die Verletzung befürchtet, am Montag folgte die Bestätigung. Der Ausfall wiegt schwer, denn Zoma ist der Star der Mannschaft. Mit sieben Toren in acht Spielen führt der frischgebackene italienische Nationalspieler gemeinsam mit Fürths Felix Klauß die Torjägerliste an, im Kalenderjahr kommt er bereits auf 17 Treffer.
Sein Marktwert entwickelte sich entsprechend rasant und stieg laut BR von acht auf 20 Millionen Euro. „Eins zu eins wirst du Zoma nicht ersetzen können“, stellte Trainer Miroslav Klose (48) gegenüber Bild klar. Nürnberg verliert nicht nur seine Tore, sondern auch einen Angreifer, auf den sich jeder Gegner taktisch einstellen musste. Die Offensive wird damit deutlich weniger gefährlich.
Miroslav Klose: Wer springt für den Torjäger ein?
Die Suche nach einer Lösung hat bereits begonnen. „Wir müssen schauen: Wer ihn ersetzt, wie wir ihn ersetzen und welche Qualität wir dann auf den Platz bringen“, erklärte Klose. Sportdirektor Joti Chatzialexiou nimmt den gesamten Kader in die Pflicht: „Wir haben Qualität im Kader und gute Jungs, die sich nun noch mehr zeigen können.“
Erster Kandidat ist William Bøving (23). Der von Mainz 05 ausgeliehene Däne kam am Freitag beim 1:1 in Cottbus für Zoma, blieb aber blass und wartet nach fünf Einsätzen noch auf seinen ersten Scorerpunkt. Weil er mehrere Offensivpositionen bekleiden kann, dürfte er dennoch Kloses erste Wahl sein und im Topspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern erstmals starten.
Eric Porstner: Experiment in der Offensive?
Hinzu kommt Zomas enormes Tempo. Mit 36,65 km/h ist er der schnellste Spieler der Liga. Am nächsten kommt ihm im eigenen Kader Linksverteidiger Eric Porstner, der mit 35,64 km/h ligaweit auf Rang sechs liegt. Mit bereits drei Vorlagen könnte er als Experiment weiter vorn auflaufen und den Geschwindigkeitsverlust zumindest teilweise auffangen.
Auf der linken Abwehrseite würde dann wiederum eine Lücke entstehen. Sie könnte Sommer-Zugang Andrea Ceresoli schließen, der aus Bergamo kam. Gegen Wolfsburg leistete er sich nach seiner Einwechslung allerdings einige Fehler. Ein Umbau auf zwei Positionen wäre damit nicht ohne Risiko, gerade mitten im Aufstiegsrennen.
Rayan Ghrieb und Can Moustfa: Optionen für links
Eine weitere Alternative ist Rayan Ghrieb. Seit der Länderspielpause spielt der Linksfuß rechts, nachdem sich Finn Ole Becker verletzt hatte und Julian Justvan ins Zentrum gerückt war. Geholt wurde der Zugang aus Magdeburg zwar als Rechtsaußen, beim Saisonauftakt gegen Dresden lief er in der Schlussphase aber bereits links auf.
Gelernter Linksaußen ist im Kader sonst nur Can Moustfa. Der Neuzugang von Energie Cottbus kam in dieser Saison allerdings nur im Pokal zum Einsatz, in der Liga wartet er noch auf sein Debüt. Am Samstag spielte er 90 Minuten für die U23. Ein Startelf-Einsatz im Topspiel käme für ihn damit wohl noch zu früh.
Rafael Lubach: Comeback im richtigen Moment
Zurück in den Fokus spielt sich zudem Rafael Lubach (21). Der frühere Dortmunder verlor nach zwei starken Jahren in der zweiten Hälfte der Vorsaison seinen Stammplatz, überzeugte in Cottbus aber. „Raffa kommt in Topform zurück“, lobte Klose. Rückt Lubach wie zuletzt für Ghrieb in die Mannschaft, würde Justvan (28) wie zu Saisonbeginn wieder auf die rechte Seite wechseln.
Der Coach schwärmte von der Laufbereitschaft und Cleverness des Mittelfeldspielers. „Es ist normal, dass man auch mal einen Durchhänger hat. Aber er kommt jetzt und ist seit drei, vier Wochen wieder in Topform“, so Klose. Wie Nürnberg ohne Zoma auftritt, zeigt sich am Samstag (20:30 Uhr) im Topspiel gegen Kaiserslautern.
