Drei Tage nach der Niederlage in Denver hat Travis Kelce zugegeben, was viele Chiefs-Fans nicht hören wollten. Der entscheidende False Start kurz vor Schluss war berechtigt, erklärte der Tight End im „New Heights“-Podcast, wie Broncos Wire berichtet. „Yeah, he flinches“, sagte Kelce über Jaylon Moores Zucken – jene Bewegung, die Kansas City einen Touchdown gekostet hatte.
NFL: Kelce-Brüder widersprechen Reid und Mahomes – „Definitely a penalty“
Sein Bruder Jason hatte zuvor noch deutlicher Stellung bezogen. „A lot of people are saying this wasn’t a penalty; I’m going to go on record and say that this is definitely a penalty“, erklärte der frühere Center. Zu den Kritikern des Pfiffs zählten immerhin Andy Reid, Patrick Mahomes und dessen Frau Brittany – prominente Stimmen, die nun von den Kelce-Brüdern öffentlich widerlegt werden.
Jason erklärte zudem die Silent Cadence der Chiefs als möglichen Auslöser für Moores Fehler. Ohne hörbares Signal müssen sich die Linemen auf den Ball oder den Quarterback konzentrieren – ein Moment der Unsicherheit reicht, um zu früh zu zucken. Für Kansas City ist das kein Trost, aber eine Erklärung dafür, warum ausgerechnet in der entscheidenden Szene ein Spieler fünf Yards verschenkte.
Travis Kelce: Keine Ausrede – „We still had another play“
Travis will die Strafe ohnehin nicht als Ausrede gelten lassen. „At the end of the day, we still had another play. I’ll take my guy Pat Mahomes on the six-yard line with the game on the line; I’ll take that any day of the week“, sagte er. Man müsse am Ende umso besser ausführen und dürfe sich von der Strafe nicht so sehr herunterziehen lassen, dass die Ausführung am Spielende leide.
Die Haltung ist bemerkenswert, weil sie den Blick von den Schiedsrichtern auf die eigene Mannschaft lenkt. Fünf Yards Rückschlag sind in der Red Zone ärgerlich, aber mit Mahomes und einem weiteren Versuch von der Sechs-Yard-Linie hatte Kansas City noch alle Möglichkeiten – und nutzte sie nicht. Genau das ist für Kelce der eigentliche Vorwurf an sein Team.
Chiefs – Broncos: Kosmische Gerechtigkeit nach dem Holding aus Week 1
Pikant ist die Vorgeschichte: In Week 1 gegen Denver hatte Kelce bereits zugegeben, mit einem offensichtlichen Holding durchgekommen zu sein. Broncos Wire spricht deshalb von kosmischer Gerechtigkeit – was im Hinspiel zugunsten der Chiefs übersehen wurde, wurde im Rückspiel gegen sie gepfiffen. Für Denver ist es eine doppelt süße Genugtuung.
Die Broncos bereiten sich nach dem Sieg nun auf das Auswärtsspiel bei den Carolina Panthers am Sonntag vor. Für Kansas City bleibt die Erkenntnis, dass der eigene Tight End die Niederlage nüchterner einordnet als Trainer und Quarterback – und dass die Debatte um den Pfiff damit beendet sein dürfte, bevor sie das Team weiter beschäftigen kann.
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