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Handball-Star Juri Knorr über WM-Favoritenrolle: Ehre und Gefahr zugleich

Handball Champions League eisenach

Handball heute: Am heutigen Donnerstag (05.11.2026, 20.30 Uhr) startet die deutsche Handball-Nationalmannschaft gegen Belgien in die heiße Phase vor der Heim-WM. Im Interview mit der Sport Bild spricht Juri Knorr über die Favoritenrolle, seinen Wechsel nach Paris und eine Biografie, von der er sich deutlich distanziert.

Juri Knorr: Gerede vom WM-Finale ist Ehre und Risiko zugleich

Vielerorts wird bereits über ein mögliches WM-Finale zwischen Dänemark und Deutschland spekuliert. Für Knorr ist das eine Ehre und eine Gefahr zugleich. Dass man als Topteam gelte, zeige, wie viel Respekt man sich erarbeitet habe. Die Erwartungen an das Team im eigenen Land wachsen damit allerdings spürbar.

Viele Gegner könnten Deutschland schlagen, wenn die Mannschaft nicht bei 100 Prozent sei, warnte er zugleich. Seine Botschaft: Die Wertschätzung als Quelle für Selbstvertrauen nutzen und trotzdem auf dem Boden bleiben. Gerade bei einem Turnier vor heimischem Publikum dürfte diese Balance entscheidend werden.

Handball-Nationalmannschaft: Belgien und Slowakei als letzte Härtetests

Bis zur WM vom 13.01. bis 31.01.2027 bleibt nicht mehr viel Zeit. Vier Länderspiele und rund zweieinhalb Wochen Vorbereitung stehen noch an. Das müsse reichen, betonte Knorr, schließlich gehe es anderen Nationen genauso. Zudem spiele das Team in dieser Konstellation schon lange zusammen, was den Zeitdruck etwas abfedert.

Der Kader ist seit Montag in Berlin versammelt. Nach dem Duell mit Belgien, das ProSieben, Joyn und Dyn übertragen, folgt am Sonntag (08.11.2026, 18.00 Uhr) das Auswärtsspiel in der Slowakei. Beide Partien sind damit wertvolle Gelegenheiten, die Abläufe vor dem Turnier zu verfeinern.

Wechsel nach Paris: Knorr nutzt die große Chance

Auch beruflich stehen große Veränderungen an. Knorr verlässt Aalborg 2027 und wechselt nach Paris, ein Jahr vor dem Ende seines Vertrags. Er sei sich unsicher gewesen, ob sich noch einmal die Chance auf einen Klub dieser Größenordnung ergebe. Dem dänischen Verein sei er für die frühe, offene und einvernehmliche Lösung dankbar.

Renars Uscins schließt sich 2027 ebenfalls den Parisern an, Knorr macht sich also nicht allein auf den Weg. Inzwischen sprächen beide häufiger miteinander und freuten sich darauf, sich gegenseitig zu unterstützen. Sein Nationalmannschaftskollege sei vermutlich froh, den Schritt nicht allein gehen zu müssen.

Aalborg: Knorr bereut den Schritt nach Dänemark nicht

Den Wechsel nach Dänemark bereut Knorr nicht. Er habe die Sprache gelernt und taktisch viel über den skandinavischen Handball mitgenommen. Erstmals spielte er zudem bei einem Topklub, der um den Meistertitel und an der Spitze der Champions League mitspielt. Von außen werde das mitunter anders bewertet, das könne er nachvollziehen.

Persönlich war das erste Jahr allerdings schwierig. Die Gespräche in der Kabine verstand er anfangs nicht, zudem war er der einzige Nicht-Skandinavier im Kader. Der Druck sei in Aalborg wegen der Ambitionen sogar höher, jener der deutschen Medien dafür geringer. Sportlich laufe es derzeit nicht perfekt, doch die Saison sei noch lang.

Handball-Star Knorr: Distanz zur eigenen Biografie

Von seiner frisch erschienenen Biografie, die komplett das Werk von Autor Frank Heike sei, distanzierte sich Knorr überraschend deutlich. Eine Biografie mit 26 Jahren habe er zunächst seltsam gefunden, dann aber unter einer Bedingung zugestimmt: „Okay, ich stehe für ein längeres Interview bereit und kann Fakten überprüfen.“

Ein ganzes Buch über sich selbst zu lesen und dabei Fakten zu prüfen, habe sich merkwürdig angefühlt und kaum Spaß gemacht, weil viele persönliche Emotionen hochgekommen seien. Trotzdem sehe er darin eine Ehre und wisse die Arbeit zu schätzen. Für einen Spieler seines Alters ist ein solches Projekt durchaus ungewöhnlich.

Handball-WM: Ein Kinderbuch statt eines Meisterwerks

Ganz anders verhält es sich mit seinem Kinderbuch „Sportstars erzählen: Mein Traum vom Handball“. Das Werk für eine Reihe des Coppenrath-Verlags schrieb Knorr komplett selbst, ein Lektorat half lediglich, die Sprache kindgerecht zu gestalten. Mit einem Lächeln betonte er, es sei eben ein Kinderbuch und kein literarisches Meisterwerk.

Die Reise in die eigene Kindheit und Jugend habe ihm dennoch Freude bereitet. Nun richtet sich der Blick aber wieder voll auf den Sport, beginnend mit dem Länderspiel am Abend in Berlin. Gegen Belgien und in der Slowakei kann die Mannschaft zeigen, ob sie bereit ist, die Rolle als Topteam bei der Heim-WM auszufüllen.

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