Fußball heute: Seit Wochen zieht sich das Tauziehen um Said El Mala, doch nun spitzt sich die Lage zu. Während Borussia Dortmund über ein verbessertes Angebot nachdenkt, bringt sich mit der AC Mailand überraschend ein internationaler Konkurrent in Stellung. Für den BVB heißt es womöglich: jetzt oder nie.
1. FC Köln: Kessler wartet auf das erste seriöse Angebot
Rund zwei Monate dauert das Werben inzwischen an – und noch immer wartet FC-Geschäftsführer Thomas Kessler auf ein Angebot, das den Namen verdient. Wie der Express berichtet, ließen die bisherigen Dortmunder Vorstöße den Kölner Sportchef völlig unbeeindruckt; die niedrigen Offerten sollen ihn sogar verärgert haben.
Ändern könnte das nun ein deutlich aufgestocktes Paket. Die Angaben zur Höhe schwanken allerdings: Der Express nennt 48 Millionen Euro fixe Ablöse plus leicht erreichbare Boni und weitere, schwerer zu erzielende Zahlungen; andere Berichte sprechen von einem Gesamtpaket bis zu 55 Millionen. Kölns geforderte Größenordnung von rund 50 Millionen liegt damit in Reichweite – ob der BVB sie tatsächlich aufbringt, wird am Geißbockheim aber bezweifelt.
Das Versprechen an El Mala
Klar ist: El Mala hat großes Interesse an einem Wechsel zum BVB, würde ihn aber nicht erzwingen. Der 19-Jährige fühlt sich in Köln rundum wohl und weiß die Verbundenheit der Anhänger zu schätzen – Sorge vor einem Streik oder trotzigem Verhalten bräuchte der FC bei einem Verbleib also nicht zu haben. In der Vorbereitung tritt er nach Angaben des Klubs vorbildlich auf, obwohl er den Wechsel anstrebt.
Sollte das passende Angebot eintreffen, dürfte der Transfer zügig über die Bühne gehen. Denn Kessler hat seinem Schützling offenbar zugesagt, einem Wechsel bei einer stimmigen Offerte nicht im Weg zu stehen. Damit liegt der Ball nun bei Dortmund.
Jetzt oder nie – und ein Klub lauert
Für den BVB geht es um mehr als nur einen Transfer. Die Gelegenheit, ein künftiges Talent für die deutsche Nationalmannschaft zu diesem Kurs zu verpflichten, bietet sich womöglich nur jetzt – dafür müssten die Verantwortlichen um Lars Ricken aber an ihre finanzielle Schmerzgrenze gehen. Zudem haben sie das Werben so lange und öffentlich betrieben, dass ein Scheitern zum Prestigeverlust würde. Laut SportBild erwartet man in Dortmund ohnehin einen Top-Transfer, der sportlich wie vermarktungstechnisch mehr bringen soll als mehrere mittelpreisige Zugänge.
Das Zögern aber ruft die Konkurrenz auf den Plan. Wie der Express berichtet und sport.de aufgreift, will die AC Mailand einen erneuten Vorstoß wagen, sollte der BVB-Deal doch noch platzen. Noch halten sich die Italiener im Hintergrund, weil El Malas Priorität klar bei Dortmund liegt. Doch je länger sich der Poker hinzieht, desto größer wird die Gefahr, dass sich der BVB die einmalige Chance selbst verspielt.
