Fußball heute: Nach muskulären Problemen will HSV-Neuzugang Bilal Nadir wieder voll angreifen. Beim letzten Test des Sommers in Toulouse kehrt der Mittelfeldspieler in sein Geburtsland zurück – und trägt dabei einen Traum mit sich, der derzeit viele marokkanische Fußballer antreibt.
Hamburger SV: Nadir vor der Rückkehr aufs Feld
Drei Wochen ist es her, dass Nadir im Trainingslager in Österreich zur Mannschaft stieß – als bislang letzter Sommerzugang der Rothosen. Muskuläre Probleme zwangen den 22-Jährigen zwischenzeitlich zu einer Pause, weshalb er beim 2:2 gegen Lille passen musste. An diesem Samstag in Toulouse soll er nun wieder mitwirken.
Für Nadir ist die Partie mehr als ein Test: Es geht zurück in das Land, in dem er geboren und zum Profi wurde. „Es ist schön, gegen Toulouse zu spielen“, sagt der gebürtige Nizzaer, der bis zum vergangenen Sommer bei Olympique Marseille spielte, ehe er den HSV ablösefrei verstärkte. „Ich kenne unseren Gegner natürlich, aber mit dem HSV gegen Toulouse zu spielen, wird eine neue Erfahrung sein.“
Ein holpriger Start in Hamburg
Dass seine HSV-Zeit nicht ganz reibungslos begann, zeigte sich schon bei der Anreise. Nach dem Medizincheck im Volkspark flog der Linksfuß Richtung Österreich – doch in Wien verpasste er den Anschluss. „Dadurch mussten wir dann sechs, sieben Stunden mit dem Auto fahren“, erzählt Nadir bei der Mopo. In der Nacht kam er schließlich im Teamhotel an und fand sich mit kaum Schlaf schon bald darauf auf dem Trainingsplatz wieder: „Es war der Wunsch des Trainers, dass ich gleich trainiere. Aber es war okay.“
Trainer Merlin Polzin hält große Stücke auf seinen Zugang, auch wenn sich beide noch in der Kennenlernphase befinden. Nadir selbst bleibt geduldig: „Ich musste eine Weile allein trainieren, weil ich bei meiner Ankunft nicht fit war. Aber jetzt ist alles okay.“ Wann er bei hundert Prozent sei, wisse er nicht genau – „aber es wird mir gelingen“.
Der Traum von Marokko
Über gute Auftritte im HSV-Trikot will Nadir zugleich sein Standing in der Nationalmannschaft festigen. Der französisch-marokkanische Mittelfeldspieler, der bis zur U19 für Frankreich auflief, entschied sich Ende 2023 für den marokkanischen Verband. Im März 2025 wurde er sogar in die A-Auswahl berufen, wartet aber noch auf sein Länderspieldebüt.
Der Traum, für Marokko zu spielen, ist geblieben – zumal die nächste Weltmeisterschaft 2030 auch in dem nordafrikanischen Land ausgetragen wird. „An erster Stelle steht natürlich der HSV, das ist meine Mannschaft“, betont Nadir. „Hier muss ich gute Leistungen bringen. Dann werden wir sehen, wie es mit dem Nationalteam aussieht. Aber es ist noch immer mein Traum, für Marokko zu spielen.“
HSV: Nadir will die „Fans glücklich machen“
Beim HSV, wo er für drei Jahre unterschrieb und auf der Acht wie auf der Sechs einsetzbar ist, dürfte Nadir sich zunächst herankämpfen müssen. Polzin nimmt ihn dabei an die Hand: Direkt nach der Interviewrunde zog der Coach seinen Profi zur Seite und besprach lebhaft, was er von ihm auf dem Platz erwartet.
Eine Vorstellung davon hat Nadir bereits. „Ich werde dieses Logo respektieren“, sagt er mit Blick auf die HSV-Raute. „Es geht darum, die Fans glücklich zu machen und all das zu zeigen, was ich kann.“ Der Test in Toulouse soll ein erster kleiner Schritt auf diesem Weg sein.
