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Hertha BSC gegen Wolfsburg: Ex-Profi rät Reese zu Ohropax

Hertha-Fans

Fußball heute: Am Samstag (07.11.2026, 20.30 Uhr) kehrt Fabian Reese erstmals ins Olympiastadion zurück – im Trikot des VfL Wolfsburg. Im Topspiel der 2. Bundesliga trifft der 28-Jährige auf seinen Ex-Klub Hertha BSC, ein frostiger Empfang ist programmiert. „Jetzt wird es vielleicht nochmal ein Dezibel lauter“, sagte er bei Sky Sport.

Fabian Reese: Pfiffe und Spott seit dem Abschied aus Berlin

Pfiffe, Beleidigungen und Spott begleiten ihn seit seinem Wechsel im Sommer – selbst bei Auswärtsspielen fernab von Berlin. Mitte Oktober deaktivierte er deshalb seinen Instagram-Account mit mehr als 100.000 Followern. „Ich wurde die letzten Wochen ja gut darauf vorbereitet“, betonte Reese. Für den Ex-Berliner ist der Samstag damit alles andere als ein normales Auswärtsspiel.

Ausgerechnet der Ex-Klub nahm ihn dabei in Schutz. Hertha machte öffentlich klar, dass der frühere Kapitän diese Behandlung „nicht verdient“ habe: „Persönliche Anfeindungen und Diffamierungen haben dabei keinen Platz.“ Eine offizielle Verabschiedung gibt es am Samstag aber nicht. Geschäftsführer Peter Görlich und Reese verschoben die Ehrung, damit der Fokus ganz dem Spiel gilt.

Hertha BSC: Reeses Treueschwüre wirken nach

Den Zorn vieler Fans entfachte nicht nur der Wechsel an sich, sondern auch das Ziel. Für rund acht Millionen Euro ging der Spielführer zum Werksklub nach Wolfsburg. Schwer wiegt zudem, dass Reese nach seiner Vertragsverlängerung 2024 noch verkündet hatte: „Ich bin hier noch nicht fertig.“ Der Satz landete sogar auf T-Shirts.

Im Mai 2025 legte er nach der Verlängerung bis 2030 im Olympiastadion nach. „Für Hertha, für euch, für uns, für die Stadt Berlin“, rief er damals den Fans zu. Gerade diese Worte machen den Abgang für viele Anhänger so bitter, denn gut ein Jahr später trug der Publikumsliebling bereits ein anderes Trikot.

Wolfsburg-Profi Reese: Die Frage nach dem Antreiber des Wechsels

Reese selbst sieht die Ursache in der Kassenlage des Klubs. Der Süddeutschen Zeitung sagte er: „Mir wurde gesagt: Pass auf, Fabian, wir müssen Geld generieren.“ Die Hertha-Führung schilderte die Abläufe später anders, wer den Transfer tatsächlich vorantrieb, ist bis heute umstritten. Für die Hertha-Basis bleibt das ein wunder Punkt.

Mögliche Pfiffe will Reese ausblenden und sich lieber auf die Menschen des „bislang schönsten Kapitels meines Lebens“ konzentrieren. „Die letzten drei Jahre waren unglaublich in Berlin“, sagte er bei Sky Sport. Er freue sich auf Freunde, frühere Mitspieler und Mitarbeiter. „Meine Familie wird im Stadion sein.“

Arne Friedrich: Ex-Kapitän zeigt Verständnis für beide Seiten

Wie sich ein solcher Schritt anfühlt, weiß Arne Friedrich genau. Der 47-Jährige war wie Reese Kapitän der Berliner und wechselte nach dem Abstieg 2010 nach Wolfsburg. Gegenüber der Bild zeigte er Verständnis für den Frust vieler Anhänger, auch wenn die Situationen nicht vergleichbar seien. „Aber persönliche Anfeindungen gehen für mich zu weit.“

Deutlicher formuliert es Maik Franz, ebenfalls einst Publikumsliebling bei Hertha und später in Wolfsburg aktiv. „Fabi sollte besser Ohropax einpacken, es wird sehr laut werden“, prophezeite der 45-Jährige. Hertha habe Ablöse und eingespartes Gehalt, ein Paket von über zehn Millionen Euro, dringend gebraucht. „Aber Beleidigungen und Drohungen sind ein absolutes No-Go!“

Stefan Leitl: Hertha-Trainer setzt auf die Elf von Kaiserslautern

Auch sportlich verspricht das Duell reichlich Brisanz. Hertha empfängt als ungeschlagener Spitzenreiter mit Rekordstart den Tabellendritten, Reese reist als Topscorer der Liga mit fünf Toren und sieben Vorlagen an. Erwartet werden mehr als 70.000 Zuschauer. „Das ist spektakulär, was bei uns los ist, und es ist die 2. Liga“, schwärmte Trainer Stefan Leitl.

Personell will der 49-Jährige nichts verändern, nach dem 0:3-Sieg in Kaiserslautern soll dieselbe Startformation beginnen. „Passiert nichts mehr, startet die gleiche Elf.“ Mit 28 Punkten im Rücken könne sein Team befreit aufspielen. Vor dem Anpfiff läuft in der Kabine zudem die Fanhymne „Wir werden ungeschlagen sein, 100 Punkte, Hertha BSC …“.

2. Bundesliga: Maik Franz traut Hertha den Aufstiegsrekord zu

Franz sieht die Berliner sogar auf Rekordkurs. „Hertha ist gerade im berühmten Flow.“ Mit einem Sieg gegen Wolfsburg sei das Team nicht mehr aufzuhalten und könne den Zweitliga-Aufstiegsrekord von 76 Punkten brechen, aufgestellt 2012/13 unter Jos Luhukay. Doch auch die Wolfsburger lägen voll im Soll, betonte er.

Seinen Tipp hat der Ex-Profi bereits abgegeben: „Reese trifft, Hertha siegt aber 3:2 und letztendlich steigen beide Klubs in die Bundesliga auf!“ Ob es so kommt, entscheidet sich am Samstagabend. Für den Rückkehrer wird es in jedem Fall ein Spiel, das er so schnell nicht vergessen dürfte.

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