Fußball heute: Vor dem Zweitliga-Kracher zwischen Hannover 96 und dem VfL Wolfsburg meldet sich Jörg Schmadtke zu Wort – und blickt ungewohnt selbstkritisch auf sein kurzes zweites Engagement bei 96 zurück. Bei beiden Klubs war der frühere Torhüter einst Sportboss, bei Hannover endete sein Comeback jedoch schon nach drei Monaten.
Hannover 96: Schmadtke nennt seine Rückkehr einen Fehler
Anfang des Jahres war Schmadtke als Geschäftsführer Sport nach Hannover zurückgekehrt, Ende März trennten sich die Wege wegen interner Differenzen über die Ausrichtung des Vereins aber wieder. Im Rückblick geht der 62-Jährige hart mit sich ins Gericht. „Die Rückkehr war ein Fehler“, sagte er der WAZ (zitiert via Bild) und schob nach: „Das war nicht mein bester Move.“
Seine Begründung dürfte aus 96-Sicht aufhorchen lassen: „Ich mag es nicht, wenn ich mich nicht frei bewegen kann.“ Wie Transfermarkt berichtet, soll die Chemie zwischen ihm und dem Rest der sportlichen Leitung nicht gestimmt haben. Laut kicker sorgte seine Art der Kommunikation intern für Unverständnis – wichtige Entscheidungen habe er ohne transparente Einbindung von Sportdirektor Ralf Becker und Trainer Christian Titz getroffen.
Lob statt Kritik für Martin Kind
Die naheliegende These, er sei am einflussreichen 96-Gesellschafter Martin Kind gescheitert, wies Schmadtke von sich. „Das hatte zuvor, in meiner ersten Amtszeit, sehr gut geklappt“, sagte er über die Zusammenarbeit mit dem 82-Jährigen und fand lobende Worte: „Weil Herr Kind ein Mann ist, dessen Art ich sehr schätze, dessen Wort zählt, der nicht herumpalavert, sondern geradlinig ist.“
Kind selbst hatte das Aus Ende März gegenüber der Bild anders eingeordnet. Sinngemäß erklärte der 96-Patron, der Klub sei in der 2. Liga stehen geblieben, während sich Schmadtke sportlich wie wirtschaftlich in einem anderen Umfeld weiterentwickelt habe – sich auf die Realitäten des Unterhauses einzulassen, sei womöglich nicht ganz einfach gewesen.
Druck auf dem Kessel bei beiden Klubs
Seine Zeit in Hannover reichte von 2009 bis 2013 schon einmal, damals führte Schmadtke die Niedersachsen zweimal in die Europa League. Sein Nachfolger ist inzwischen der frühere Hamburger Jonas Boldt. Und die Gegenwart im Fußball-Unterhaus ist für 96 ohnehin fordernd: Die Niedersachsen kassierten zum Auftakt ein 1:3 in Cottbus, entsprechend groß ist der Druck schon vor dem Duell mit den Wölfen.
Für Schmadtke ist die Partie seiner beiden Ex-Klubs alles andere als gewöhnlich. „Natürlich ist es kein normales Spiel, vor allem nicht für die Fans beider Klubs“, sagte er. „In Hannover ist die Erwartung groß, endlich wieder zurückzukehren in die 1. Liga. Ich denke, dass bei Hannover und Wolfsburg Druck auf dem Kessel ist.“
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