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Bis 23 Uhr im Chat: Wie Dynamo Dresden die 0:3-Pleite aufarbeitete

Dynamo-Dresden-Fans

Fußball heute: Der 0:3-Auftakt in Nürnberg schmerzt bei Dynamo Dresden noch Tage später. Vor dem ersten Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 wollen die Sachsen die Lehren ziehen – und einen Fehlstart in die 2. Bundesliga abwenden.

Dynamo Dresden: Die Aufarbeitung läuft auf Hochtouren

Wie sehr die Pleite nachwirkt, zeigt eine Anekdote von Mittelfeldmann Nicolai Rapp. „Wir haben gestern noch bis 23 Uhr bei WhatsApp geschrieben“, berichtete er dem MDR über einen Austausch mit Teamkollege Robert Wagner – und zwar nicht über Serien, sondern über die Partie in Nürnberg und die Frage, welche Räume man besser hätte besetzen können.

Die Zahlen unterstreichen die Enttäuschung: Es war die höchste Zweitliga-Niederlage seit dem 1:4 gegen Hansa Rostock im Februar 2022 und das erste Spiel ohne eigenen Treffer seit Anfang April. Nach einer starken Vorbereitung ein herber Dämpfer. „Wir hatten zu einfache Ballverluste, sind nicht gut ins Pressing gekommen, die Intensität war nicht so da“, so Rapp.

Straudi hakt den Elfmeter ab

Besonders bitter verlief der Nachmittag für Neuzugang Simon Straudi. Der von Energie Cottbus gekommene Abwehrspieler kam zur Halbzeit und verschuldete später den Foulelfmeter zum 0:3. „Ich habe versucht, es schnell zu vergessen“, sagte der 27-Jährige laut Sächsische.de mit einem Grinsen. An der Analyse ließ er dennoch nicht rütteln: Es habe an der Intensität gegen den Ball und am Mut mit dem Ball gehapert.

Dass die anfängliche Euphorie einen Dämpfer bekam, verhehlt Straudi nicht. „Eine große Euphorie war nach dem Spiel nicht mehr zu spüren“, räumte er ein und sprach von einer heftigen Niederlage, die Zeit zum Verarbeiten brauche. Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass es gegen Darmstadt besser laufe: „Wir haben Charaktere im Kader, die das wegstecken können.“ Die Vorfreude aufs erste Heimspiel sei groß.

Darmstadt: Kein leichter Gegner

Ein Selbstläufer wird das Heimspiel allerdings nicht. Die Lilien meldeten sich zum Auftakt eindrucksvoll zurück: Einen 0:2-Rückstand gegen Holstein Kiel drehten sie noch in ein 2:2. Rapp, der als „Wandervogel“ schon für acht verschiedene Zweitligisten auflief und damit unter den aktiven Profis Rekordhalter ist, warnt entsprechend: „Ich habe schon für und gegen Darmstadt gespielt. Das wird keine leichte Aufgabe.“

Straudi wiederum kennt Darmstadts Trainer Florian Kohfeldt noch aus gemeinsamen Zeiten bei Werder Bremen. Er beschreibt ihn als „sehr akribischen Typen“ auf hohem taktischem Niveau: „Wenn sein Plan umgesetzt wird, ist es schwer, die Mannschaft zu bespielen.“

Kein zweiter Fehlstart wie im Vorjahr

Ein Warnsignal ist die Vorsaison, als Dynamo mit zwei Niederlagen startete und lange im Tabellenkeller feststeckte. Das soll sich nicht wiederholen. „Unser Trainer hat uns klar aufgezeigt, wie wir es am Wochenende besser machen können“, berichtet Rapp. Gefragt seien nun mehr Zweikampfhärte und ein konsequenteres Anlaufen als Mannschaft – vorne wie hinten. Gelingt das, dürfte auch der nächtliche Chat der Spieler künftig wieder entspanntere Themen bereithalten.

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