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Eintracht Frankfurt: Matthäus rechnet mit SGE ab – „Wo sind Führungsspieler?“

Eintracht-Frankfurt-Fans

Eintracht Frankfurt News beim Fußball heute: Lothar Matthäus (65) hat die Lage bei Eintracht Frankfurt schonungslos analysiert. Im Interview mit der Sport Bild vermisst der Rekordnationalspieler echte Leader im Team, wundert sich über die öffentliche Kritik an Kapitän Robin Koch und stellt sich klar hinter Sportdirektor Markus Krösche. Darüber berichten bild.de, sport.de, spox.com und fussball-news.de via onefootball.com.

Eintracht Frankfurt: Matthäus sieht ein Leader-Problem

„Wo sind in Frankfurt echte Führungsspieler? Ich sehe keine“, sagte Matthäus. „Anführer wie Bayern, Dortmund, Leipzig oder selbst Freiburg hat Frankfurt nicht.“ Während diese Klubs laut fussball-news.de stark in die Saison gestartet sind, hat die Eintracht nur eines ihrer fünf Bundesliga-Spiele gewonnen. Der Vergleich trifft die Frankfurter damit an einem wunden Punkt.

Auch Jonathan Burkardt (26) sieht der Weltmeister von 1990 nicht in dieser Rolle. „Burkardt ist ein toller Stürmer, er spielt zu Recht in der Nationalmannschaft. Aber er muss vorn die Tore schießen“, erklärte er. „Ein Anführer muss weiter hinten das Team zusammenhalten.“ Genau dort aber hakt es bei der Eintracht derzeit am meisten.

SGE-Hoffnungsträger: Atubolu, Onyedika und Koch

Kandidaten für die Leader-Rolle hat Matthäus durchaus im Blick. „Atubolu kann das, braucht aber noch Zeit. Onyedika im Mittelfeld auch“, sagte er. „Koch soll das machen, aber hat mit sich selbst zu kämpfen. Das macht es für Eintracht aktuell gefährlich.“ Ein Satz, der angesichts der Tabelle besonders schwer wiegt.

Nach fünf Spieltagen steht Frankfurt mit nur fünf Punkten auf Rang 14. Mit 16 Gegentoren stellt die Eintracht die drittschwächste Defensive der Liga, nur Union Berlin (17) und Borussia Mönchengladbach (18) kassierten mehr. Das 0:6 bei RB Leipzig am vergangenen Spieltag war dabei der jüngste Tiefpunkt.

Hütter-Aussagen über Koch: Matthäus findet Wortwahl „unglücklich“

Trainer Adi Hütter (56) hatte seinen Kapitän Robin Koch (30) in Leipzig zur Pause ausgewechselt und anschließend gesagt: „Ich habe dann Robin Koch auch erlöst, weil ich mir von einem Führungsspieler und einem Kapitän etwas ganz anderes erwarte.“ Für Matthäus eine bemerkenswerte Wortwahl: „Die deutlichen Aussagen über Robin Koch haben mich überrascht.“

„Dass er bei der Auswechslung seines Kapitäns von einer Erlösung spricht, war unglücklich. Das sieht nicht gut aus“, so Matthäus. Zugleich zeigte er Verständnis, schließlich kenne er Hütter seit 20 Jahren: „Ich vermute, dass die erste Hälfte in Leipzig einfach das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Rein von der Leistung her hätte man nämlich alle auswechseln können.“

Adi Hütter: Koch bleibt Kapitän – „Da gibt es keine Frage und Diskussion“

Hütter selbst räumte am Donnerstag alle Zweifel aus. „Er wird spielen und auch Kapitän bleiben. Da gibt es keine Frage und Diskussion“, sagte der Coach vor dem Spiel gegen den 1. FC Köln laut spox.com. Mehrfach habe er in dieser Woche mit Koch gesprochen: „Am Ende des Tages geht es immer um Leistung. Die erwarte ich auch von einem Führungsspieler.“

Die Auswechslung habe Koch eingesehen und gut aufgefasst, betonte Hütter. Matthäus sieht für den Trainer dennoch eine knifflige Systemfrage: Koch habe seine größten Stärken in der Mitte einer Dreierkette, zugleich wolle Hütter am liebsten mit Ebnoutalib und Burkardt im Sturm spielen. „Das wird eine spannende Entscheidung“, so der 65-Jährige.

Markus Krösche: Für Matthäus ein „Geschenk des Himmels“

Ganz anders fällt das Urteil über Sportdirektor Krösche aus. „Mich hat die Unruhe bei Eintracht im Sommer sehr verwundert. Zumal diese Unruhe auch auf eine Mannschaft abfärbt“, sagte Matthäus. „Für Frankfurt ist Krösche ein Geschenk des Himmels. Jeder im Klub sollte jeden Tag dankbar dafür sein, dass er dort arbeitet.“

Dass der Kader schwächer ist als in den Vorjahren, räumt Matthäus ein. „Aber was erwartet man denn von Markus Krösche? Jedes Jahr viele Millionen einnehmen und dann noch immer weiter den Kader verbessern? Das geht auf Dauer nicht.“ Laut sport.de stand der 46-Jährige im Sommer heftig in der Kritik, zeitweise war sogar von einem vorzeitigen Abschied die Rede.

Lothar Matthäus: Lob für die Fans – und ein Ball an den Kopf

Einen Lichtblick sah Matthäus in Leipzig dann doch – auf den Rängen. „Die Reaktion der Frankfurter Fans in Leipzig hat mich deutlich mehr überzeugt als die Leistung der Mannschaft auf dem Platz“, sagte er. Kurios: Wie bild.de berichtet, landete der einzige direkte Treffer der Eintracht an jenem Abend am Kopf des Sky-Experten – Burkardt traf ihn beim Aufwärmen.

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht. Schon am Freitag um 20:30 Uhr empfängt Frankfurt den 1. FC Köln – mit Koch als Kapitän. Nach dem Debakel von Leipzig und der Debatte um Führung und Haltung zählt nun vor allem eine Antwort auf dem Platz. Gelingt sie, dürfte auch die Diskussion um den Kapitän fürs Erste leiser werden.

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