Fußball heute: Markus Krösche gibt seltene Einblicke in seine Arbeitsweise als Sportvorstand von Eintracht Frankfurt – und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Seinen Führungsstil beschreibt er laut Sport1 als „demokratische Diktatur“: Fachleute übernehmen ihren Bereich, unterschiedliche Meinungen sind ausdrücklich erwünscht – die letzte Entscheidung trifft aber er. „Wenn man Menschen wachsen lassen will, muss man ihnen Verantwortung übertragen“, so Krösche.
Eintracht Frankfurt: Krösche gesteht Riera-Fehler – und erklärt seine Transferphilosophie
Bemerkenswert offen fällt sein Urteil zur Verpflichtung von Albert Riera aus: „War es am Ende meine falsche Entscheidung. Die Verantwortung habe ich ja auch übernommen.“ Riera kam ohne gemeinsame Vorbereitung mitten in der Saison – der Zeitpunkt war falsch. Krösche will künftig konsequenter seinen eigenen Prinzipien bei Trainerentscheidungen treu bleiben. Über die aktuelle Zusammenarbeit mit Hütter äußert er sich dagegen ausgesprochen positiv: „Er ist ein sehr guter Typ und hat super viel Erfahrung.“ Beide teilen dieselbe Fußballidee – besonders für die jungen Spieler im Kader sieht Krösche darin großen Wert.
Bei Transfers legt Krösche einen ungewöhnlichen Maßstab an. Ausgangspunkt ist die vereinseigene Agenda 2030, aus der sich Anforderungen an die Mannschaft ableiten. Der Fokus liegt auf Stärken statt Schwächen – und jeden Spielertransfer vergleicht Krösche mit „dem Kauf eines mittelständischen Unternehmens“, bei dem sportliche, persönliche und wirtschaftliche Faktoren sorgfältig abgewogen werden müssen. Geprägt wurde er dabei durch seine Zeit als Co-Trainer unter Roger Schmidt in Leverkusen und durch eine existenzielle Vereinskrise in Paderborn: Gespräche mit Mitarbeitern, deren Jobs auf dem Spiel standen, schärften sein Bewusstsein für die Tragweite sportlicher Entscheidungen. „Führung bedeutet Kommunikation. Führung bedeutet zuzuhören.“
