Mitten in der Saison verlieren die Philadelphia Eagles einen ihrer wichtigsten Spieler. Lane Johnson hat am Dienstag seinen Rücktritt erklärt, wie espn.com berichtet, und reißt damit eine große Lücke in eine Offensive Line, die ohnehin ohne zahlreiche Stars auskommen muss. Für Jalen Hurts könnte das zum Problem werden – die Zahlen ohne seinen Right Tackle sprechen eine deutliche Sprache.
NFL: Eagles-Quarterback Hurts ohne Johnson deutlich schwächer
Ohne Johnson tat sich der Quarterback in der Vergangenheit schwer. Im Schnitt kam Hurts in diesen Spielen nur auf 174 Passing Yards und 1,1 Touchdown-Pässe. Was in der Vergangenheit eine gelegentliche Ausnahme war, wird für die Eagles nun zum Dauerzustand, auf den sich die gesamte Offense einstellen muss.
Die Personalnot ist dabei weit größer als nur eine Position. Saquon Barkley dürfte mit Oberschenkelproblemen Week 5 verpassen, DeVonta Smith fehlte zuletzt ebenfalls mit Oberschenkelproblemen und ist fraglich, Dallas Goedert fällt mit einer Knieverletzung weiter aus. Hurts verliert damit gleich mehrere seiner wichtigsten Anspielstationen auf einmal.
Philadelphia Eagles gegen Jacksonville: Eine Defense mit zehn Sacks
Ausgerechnet jetzt wartet mit den Jacksonville Jaguars ein unangenehmer Gegner. Die Defense ließ bislang nur drei Touchdown-Pässe zu, fing sechs Interceptions und steht mit zehn Sacks auf Platz acht der Liga – ohne Johnson ein Problem für Hurts‘ Schutz. Gegen eine Pass Rush dieser Qualität wird jede Schwäche an der rechten Seite sofort bestraft.
Entlastung über das Laufspiel bietet Hurts derzeit wenig. In zwei der letzten drei Spiele blieb er unter 20 Rushing Yards, in der gesamten Saison steht erst ein Lauf-Touchdown zu Buche. Jacksonville erlaubt zudem die zweitwenigsten Rushing Yards der Liga und ließ erst zwei Lauf-Touchdowns zu – ein weiterer Grund, warum die Eagles kaum Ausweichmöglichkeiten haben.
Lane-Johnson-Rücktritt: Die Draft-Entscheidung der Eagles im neuen Licht
Zudem rückt Johnsons überraschender Rücktritt vier Wochen nach Saisonstart laut stillcurtain.com die Draft-Entscheidung der Eagles in ein neues Licht. Philadelphia war auf Draft Night vor die Steelers gesprungen, um Receiver Makai Lemon zu ziehen, nun muss Drittrunden-Rookie Markel Bell die Right-Tackle-Position übernehmen. Für den Rookie ist das ein Sprung ins kalte Wasser.
Hätten die Eagles Pittsburgh den Vortritt gelassen, hätten sie mit Max Iheanachor, den die Steelers daraufhin wählten, einen möglichen Nachfolger bekommen. Iheanachor zeigte in seinen ersten beiden Starts vielversprechende Ansätze. Lemon dagegen kommt nach vier Spielen auf zehn Catches für 65 Yards ohne Touchdown, Steelers-Receiver Roman Wilson im selben Zeitraum auf 14 Fänge, 188 Yards und zwei Touchdowns.
Eagles-Offense: Rookie Bell muss über sich hinauswachsen
Die Offensive Line, lange eine Stärke der Eagles, bröckelt damit sichtbar. Das Innere der Linie hat bereits Probleme, jetzt ist auch die rechte Seite ein Fragezeichen – schlechte Voraussetzungen für eine Offense, die ohnehin stockt. Aus Sicht von stillcurtain.com wäre Philadelphia besser gefahren, in der ersten Runde einen Tackle zu wählen.
Nun hängt viel davon ab, ob Bell über sich hinauswächst. Für die Eagles ist das Spiel gegen Jacksonville damit mehr als ein Test der Tiefe – es ist die erste Antwort auf die Frage, wie die Offense ohne Johnson, Barkley und womöglich Smith funktioniert. Fällt sie schwach aus, wird die Diskussion um den Draft von einer Fußnote zum Dauerthema.
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