Fußball heute: Nach nur sechs Spieltagen drückt beim 1. FC Köln der Schuh an mehreren Stellen. Wie Bild berichtet, will der Klub im Winter mindestens zwei Neue holen, um den Klassenerhalt nicht zu gefährden. Auf der Liste steht laut Geissblog auch ein früherer Nationalspieler aus der Premier League. Ob ein Deal machbar ist, gilt allerdings als völlig offen.
1. FC Köln: Mindestens zwei Winter-Neuzugänge geplant
Sportdirektor Thomas Kessler (40) bestätigte die Suche am Freitag gegenüber Sky zumindest indirekt: „Wir sondieren den Markt. Das ist unsere Aufgabe.“ Schnellschüsse soll es aber nicht geben. Wegen der Verletzungen prüfte der Klub zwar vereinslose Spieler, verwarf diese Option aber als zu riskant. Statt einer Notlösung soll im Januar gezielt nachgelegt werden.
Der Handlungsbedarf ist vor allem im Angriff groß. Leihstürmer Thijs Dallinga (26) fällt mit einem Kreuzbandriss aus und könnte den Rest der Saison verpassen, Ragnar Ache (28) laboriert an einer Muskelverletzung. Die Planungen sind damit durcheinandergewirbelt. Trainer René Wagner (38) fehlen so schon jetzt die Optionen, um auf Spielverläufe zu reagieren.
Lukas Nmecha: Hängepartie bei Leeds United
Ein Kandidat für die Offensive ist Lukas Nmecha (27). Wie Geissblog unter Berufung auf das englische Portal Teamtalk berichtet, steht der siebenmalige Nationalspieler auf der Kölner Liste. Bei Leeds United herrscht eine Hängepartie: Der Klub würde gern verlängern, Nmecha will aber mehr sein als der Backup von Stammstürmer Dominic Calvert-Lewin. In dieser Saison stand er noch nicht in der Startelf.
Sein Zweijahresvertrag läuft im kommenden Sommer aus. Leeds will offenbar nicht riskieren, ihn ablösefrei zu verlieren, weshalb ein Winter-Wechsel realistisch erscheint, sofern sich seine Lage nicht bessert. Dem englischen Portal zufolge möchte Nmecha zudem in einer der fünf europäischen Topligen bleiben. Das spräche für Köln – und gegen einen Schritt in die zweite englische Liga.
AFC Wrexham und Southampton: Konkurrenz für Köln
Genau dort gibt es nämlich Alternativen. Der AFC Wrexham, der den Hollywood-Stars Ryan Reynolds und Rob McElhenney gehört, fragte bereits im Sommer bei Leeds an und ist weiter interessiert. Auch der FC Southampton, trainiert vom früheren Kölner Jugendcoach Tonda Eckert, hat ein Auge auf den Angreifer geworfen. Ausgerechnet ein Ex-Kölner könnte dem Klub also in die Quere kommen.
Finanziell sind die englischen Klubs im Vorteil. So soll Damion Downs in Southampton selbst in der zweiten Liga bis zu drei Millionen Euro verdienen, aktuell ist er allerdings an St. Louis in die MLS verliehen und spielt dort nur eine Nebenrolle. Für Köln bleibt die Finanzierbarkeit die große Frage, auch wenn Dallingas hohes Gehalt verletzungsbedingt vorerst wegfällt.
Nmecha-Transfer: Wie realistisch ist der Deal?
Wie groß die Chancen sind, wird unterschiedlich bewertet. Auch Sky berichtet über die Personalie, demnach schätzt Köln die Aussichten aus finanziellen Gründen als gering ein. Nmecha sei nur einer von vielen Namen. Teamtalk sieht ihn dagegen als Topziel der Kölner und berichtet, dass kein anderer Klub so konkret interessiert sei. Auch weitere Bundesligisten beobachten seine Situation demnach.
Für Köln wäre die Rückkehr des gebürtigen Hamburgers in die Bundesliga ein echter Coup, wie Bild schreibt. Ausgebildet bei Manchester City, kam Nmecha für den VfL Wolfsburg auf 69 Bundesliga-Spiele mit 16 Toren und vier Vorlagen, wenn auch immer wieder von Verletzungen gebremst. In der vergangenen Saison traf er sechsmal in der Premier League.
Timo Hübers & Co.: Baustellen in der Kölner Defensive
Nicht nur vorn besteht allerdings Bedarf. Neuzugang Luka Lochoshvili (28) tut sich mit Tempo und Qualität der Bundesliga schwer, Rav van den Berg (22, derzeit verletzt) ist seit Längerem außer Form, und Ex-Abwehrchef Timo Hübers (30) ist noch keine Option. Bleibt van den Berg auch im Winter keine Alternative, könnte Köln ihn abgeben und bräuchte einen sofort helfenden Innenverteidiger.
Ähnlich angespannt ist die Lage auf der Sechs. Tom Krauß (25) überzeugt dort zwar, dahinter gibt es aber kaum Ersatz. Königstransfer Ellyes Skhiri (31) fällt mit einem Bänderriss im Sprunggelenk mindestens bis Januar aus. Zeichnet sich im Dezember ab, dass er noch länger braucht, muss der Klub handeln, ein neuer defensiver Mittelfeldspieler gilt ohnehin als wahrscheinlich.
Thijs Dallinga: Ausfall nur im Winter zu kompensieren
Zurück zur dringendsten Baustelle, dem Sturm. Mit Ianis Stoica (23) von Estrela Amadora wurde Köln bereits in Verbindung gebracht, der Rumäne ist allerdings kein klassischer Neuner. Genau so einen Spielertyp braucht der Klub aber, schon die beiden Ausfälle machen einen weiteren Top-Angreifer im Winter nötig.
Wie schmerzhaft diese Lücke ist, zeigte sich zuletzt in Frankfurt, wo die Partie mit einem fitten Mittelstürmer womöglich anders ausgegangen wäre. Ache steht zwar kurz vor seiner Rückkehr, Dallingas Ausfall lässt sich aber nur über einen Transfer auffangen. Bis Januar muss Wagner also improvisieren, danach soll der Kader gezielt verstärkt werden.
