Fußball heute: Bis zu 25 Millionen Euro inklusive Boni könnte Joane Gadou kosten, inzwischen entpuppt er sich als echtes Schnäppchen. Wie SPOX berichtet, hat der Innenverteidiger von Borussia Dortmund in kurzer Zeit enorme Fortschritte gemacht. Laut DerWesten könnte der 19-Jährige sogar zum nächsten Millionenverkauf werden.
Borussia Dortmund: Gadou setzt sich auf Anhieb durch
Den hohen Belastungen hat sich der Franzose nach seinem Wechsel aus Salzburg, wo er seltener im Einsatz war, schnell angepasst. In 13 von 14 Pflichtspielen stand er auf dem Platz, elfmal in der Startelf und neunmal über die volle Distanz. Für einen Neuzugang in seinem Alter ist das ein bemerkenswerter Wert.
Nach dem 2:2 beim FC Bayern sprach Kapitän Nico Schlotterbeck sechs Minuten lang ruhig und selbstbewusst über die Ambitionen. „Die Mannschaft ist gut“, betonte er nach dem Spiel. Er glaube sogar, dass manche Spieler gar nicht wüssten, wie gut sie eigentlich seien. Einen Namen nannte er nicht, Gadou wäre aber ein naheliegender Kandidat.
BVB-Abwehrspieler Gadou: Glänzender Auftritt in München
Beim Klassiker setzte Niko Kovac den Innenverteidiger überraschend als Rechtsverteidiger in einer Viererkette ein. Gadou überzeugte in seinem ersten großen Spiel auf dieser Position mit fünf Tacklings, neun Ballgewinnen, drei Klärungsaktionen, acht gewonnenen Zweikämpfen und zwei erfolgreichen Dribblings bei zwei Versuchen.
Sein Tempo und seine Zweikampfstärke erlaubten es den Dortmundern, höher zu verteidigen. In der 87. Minute wurde er ausgewechselt und erlebte den späten Ausgleich durch Fabio Silva von der Bank aus. Die Umstellung auf die Außenbahn hat er damit eindrucksvoll gemeistert, und Kovac hat eine weitere Option für die Defensive gewonnen.
Joane Gadou: Einer der schnellsten Spieler der Bundesliga
Mit 36,55 km/h ist der 1,95 Meter große Abwehrmann der drittschnellste Spieler der laufenden Bundesliga-Saison. Nur Sheraldo Becker von Mainz (36,58) und Bayerns Alphonso Davies (36,7) waren noch flotter. An den ersten acht Spieltagen knackten überhaupt nur vier Spieler die Marke von 36 km/h.
Dieser Speed macht ihn zur Lebensversicherung im hinteren Bereich. Immer wieder holt Gadou durchgebrochene Angreifer ein und sichert die Dortmunder Defensive mitunter fast im Alleingang ab. Hinzu kommen seine Physis und seine kompromisslose Art im Zweikampf. Für einen Innenverteidiger ist diese Kombination äußerst selten.
Ole Book: BVB-Sportdirektor lobt die Lernkurve
Am Ball legt der Franzose ebenfalls zu. Gern dribbelt er ins Mittelfeld oder ins letzte Drittel, um eine Überzahl herzustellen, und nach anfänglicher Hektik findet er inzwischen häufiger den richtigen Pass. Bei linienbrechenden Zuspielen, Tacklings und Ballgewinnen zählt er laut SPOX zu den Besten der Liga.
Diese Steigerung registriert auch der Sportdirektor. „Eigentlich verbessert er jede Woche ein Thema“, sagte Ole Book. Das Trainerteam arbeite sehr akribisch mit ihm, ständig gebe es Sitzungen und Analysen, die Fortschritte seien von Woche zu Woche erkennbar. Gadous rasante Lernkurve ist damit das Ergebnis gezielter Arbeit.
Niko Kovac: Feinschliff bei Stellungsspiel und Kopfball
Individuell feilt Kovac mit ihm vor allem am Stellungsspiel und an der Kopfballtechnik. Obwohl Gadou der größte Spieler im Kader ist, hat er bei offensiven Standards noch keine entscheidenden Akzente gesetzt. Junge Profis bräuchten Zeit, auch körperlich, erklärte der Coach. „Er ist auf einem guten Weg, auf einem guten Niveau, aber nicht auf dem Niveau, wo ich ihn gern hätte.“
Genau diese Ansprüche zeigen, wie viel man ihm in Dortmund zutraut. Book schwärmt geradezu vom Potenzial des Youngsters. „Er hat halt unfassbare Möglichkeiten: Physisch, defensiv, in den Zweikämpfen“, sagte er. Komme all das zusammen, werde der BVB in Zukunft viel Spaß an ihm haben.
Felix Nmecha: Wird Gadou der nächste 100-Millionen-Mann?
Langfristig könnte der zweimalige französische U21-Nationalspieler auch für andere Topklubs interessant werden, obwohl sein Vertrag bis 2031 läuft. Sein Profil scheint wie gemacht für die Premier League, englische Transfergerüchte dürften dem Bericht zufolge nicht lange auf sich warten lassen. Für Dortmund wäre das Fluch und Segen zugleich.
Im vergangenen Sommer galt der formschwache Felix Nmecha als möglicher 100-Millionen-Verkauf. Setzt Gadou seinen Weg fort, könnte sein Marktwert laut DerWesten langfristig in ähnliche Sphären vordringen. Vorerst aber soll der 19-Jährige vor allem eines bleiben: das Fundament einer Dortmunder Abwehr, die höher hinaus will.
