Fußball heute: Trotz des Pokal-Aus in Dortmund hat Werder Bremen einen großen Gewinner. Mick Schmetgens (19) überzeugte auf einer völlig ungewohnten Position und erntete dafür sogar ein seltenes Sonderlob von Sportdirektor Clemens Fritz (45). Das berichten bild.de, ligainsider.de und deichstube.de.
Werder Bremen: Fritz mit Sonderlob für Schmetgens
Einzelne Spieler hebt Fritz, der gern von einer „Grauzone“ spricht, eigentlich ungern hervor. Nach dem Spiel machte der Ehrenspielführer eine Ausnahme. „Mick hat es heute einfach überragend gemacht“, sagte er laut deichstube.de. „Ihr wisst, ich schmeiße normalerweise nicht mit Sonderlob um mich, weil mir wichtig ist, die Mannschaft im Ganzen zu sehen.“
Angebracht sei es diesmal aber schon. „Aber Mick heute, in seinem Alter hier in Dortmund, bei so einem wichtigen Spiel: Er hat eine Topleistung gebracht“, betonte Fritz. Besonders beeindruckte ihn die Rolle des Youngsters: „Man darf auch nicht vergessen, er hat auf der linken Seite gespielt.“
Mick Schmetgens: Premiere als Linksverteidiger
Eigentlich ist der Rechtsfuß Innenverteidiger, wegen des Ausfalls von Olivier Deman (26) und fehlender Alternativen musste er jedoch erstmals hinten links ran. Es war erst sein zehntes Pflichtspiel für die Profis – auswärts beim Tabellenzweiten vor 80.000 Fans. Mit einem entschlossenen Sprint holte er zudem den Elfmeter zum Anschlusstreffer heraus.
Am Ende stand trotzdem eine 3:2-Auswärtsniederlage. Nach zwei Gegentoren hatte sich Werder eindrucksvoll zurückgekämpft und zum 2:2 ausgeglichen, ehe ein Traum-Freistoß von Marcel Sabitzer in der letzten Minute das Pokal-Aus besiegelte. Stolz auf die Mannschaft war Fritz laut bild.de dennoch.
SVW-Coach Thioune: „im ersten Moment ausgeschlossen“
Trainer Daniel Thioune (52) gab zu, dass die Entscheidung keineswegs naheliegend war. „Ich habe es eigentlich im ersten Moment ausgeschlossen“, verriet er. Arthur sollte nicht wie in Mainz nach links rücken. „Wir haben uns gefragt: Wollen wir Arthur nicht auf seiner angestammten Position lassen, weil seine Qualität dort sehr, sehr hoch ist?“
Eine Umstellung auf Dreierkette kam ebenfalls nicht infrage. „Wir wollten zudem nicht auf Dreierkette umstellen, da das unserem Spiel nicht guttut. Deshalb blieb auch Oskar Wojcik draußen“, erklärte Thioune. „Dann fiel die Wahl auf Mick, der es zuletzt bereits als Hybridspieler gut gemacht hat.“
SVW News: Steigerung nach der Pause
Perfekt war der Auftritt nicht, aber äußerst engagiert, vor allem nach der Pause. „In der ersten Halbzeit musste er viel im Halbraum verteidigen, was okay war, aber da hatten wir auch generell Probleme auf unserer linken Abwehrseite“, analysierte der Coach. Danach habe Schmetgens es „richtig gut gemacht“.
Auch gegenüber ligainsider.de zeigte sich Thioune angetan. „Ich war beeindruckt von dem jungen Spieler Mick Schmetgens, der heute hinten links verteidigt hat“, sagte er. „Er ist nicht zu Hause auf dieser Position, aber er ist heute trotzdem nicht negativ, sondern sehr positiv aufgefallen.“
Werder-Talent Schmetgens: „Ich bin allgemein ein ruhiger Typ“
Der 19-Jährige selbst nahm das Lob gelassen. „Ich habe das zwar noch nie gemacht vorher, aber es sind dieselben Prinzipien wie als Rechtsverteidiger. Deswegen gewöhnt man sich schnell daran“, erklärte er. Seine neue Vielseitigkeit sieht er als Vorteil, schließlich sammle er auch als Außenverteidiger wertvolle Erfahrung.
Von der Kulisse ließ er sich ebenfalls nicht beeindrucken. „Ich bin allgemein ein ruhiger Typ, deswegen habe ich damit nicht so wirklich Probleme gehabt“, sagte Schmetgens. Sein Ziel ist klar: „Ich will mir das erarbeiten. Der Trainer entscheidet, und ich arbeite in jedem Training, in jedem Spiel für meine Chance.“
TSG Hoffenheim: Nächste Chance für Schmetgens?
Gut möglich, dass er diese Chance schnell wieder bekommt. Laut Thioune gibt der Youngster dem Team „jetzt mehr Möglichkeiten“, zumal Deman auch am Samstag gegen die TSG Hoffenheim erneut ausfallen könnte. Ob Schmetgens dann wieder eine Rolle spielt, ist allerdings noch offen – eine Frage, die Thioune kurzfristig beantworten dürfte.
Empfohlen hat er sich jedenfalls deutlich für mehr Spielzeit in der Bundesliga. Intern trauen ihm die Verantwortlichen nicht nur den Durchbruch, sondern eine große Karriere zu. Der Abend in Dortmund könnte damit trotz des Ausscheidens zum Startpunkt für den nächsten Entwicklungsschritt werden.
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