Eine Serie hat ein Ende: Nach sieben Bundesliga-Heimspielen ohne Niederlage musste der Hamburger SV zum Abschluss des 24. Spieltags im Volksparkstadion die Segel streichen. RB Leipzig gewann das Duell mit 2:1 und ließ die Hamburger mit dem bitteren Gefühl zurück, eine Partie aus der Hand gegeben zu haben, die lange in die eigene Richtung zu laufen schien.
HSV-Trainer Polzin: „Immer wichtig, dass man bei sich selbst anfängt“
Dabei begann der Abend vielversprechend. Vieira brachte den HSV in der 22. Minute mit einem sehenswerten Treffer in Führung. Doch die Freude währte nicht lange. Romulo glich in der 36. Minute aus, Diomande drehte die Partie kurz nach der Halbzeit in der 50. Minute endgültig zugunsten der Gäste. Was folgte, war ein zweiter Durchgang, in dem der HSV nie wirklich die Mittel fand, das Spiel noch einmal zu drehen.
Trainer Merlin Polzin analysierte die Partie am DAZN-Mikrofon schonungslos: „Glückwunsch an Ole Werner und die Leipziger zu einem verdienten Sieg. Wir sind gut ins Spiel gekommen, hatten gleich die eine oder andere Möglichkeit und gehen verdient in Führung durch einen schön vorgetragenen Angriff mit einem tollen Assist sowie einem super Abschluss. Dann haben wir es nicht geschafft, die Spannung und Klarheit in unserem Spiel zu behalten. Wir sind ein Stück weit immer passiver geworden. Das Team auf der Gegenseite war uns in vielen Belangen voraus, was auch an ihrer individuellen Qualität liegt. Wir haben es nicht geschafft, das Volksparkstadion für uns zu nutzen und zwingender zu werden – sowohl nicht im Verlauf der zweiten Hälfte als auch in den Schlussminuten, als wir mehr Risiko eingegangen sind. Ganz nüchtern betrachtet, war es einfach kein gutes Spiel von uns, wir wollen es am Mittwoch besser machen.“
Hamburger SV – Polzin: „Nicht zufrieden mit meiner Leistung“
Besonders bemerkenswert war dabei, dass Polzin die Verantwortung nicht allein bei seiner Mannschaft suchte. Der Trainer nahm sich und sein Trainerteam ausdrücklich in die Pflicht (via „Mopo“): „Um alle mit einzubeziehen: Ich bin auch nicht zufrieden mit meiner Leistung und mit der Leistung von uns als Trainerteam. Es ist immer wichtig, dass man bei sich selbst anfängt. Es geht nicht darum, nach links und rechts zu schauen. Wenn die Mannschaft nicht am Limit ist, dann hat das verschiedenste Gründe. Das Erste, was wir machen, ist bei uns selbst anzufangen, wo es vielleicht gehapert hat, dass wir nicht diese Energie auf den Platz bringen konnten.“ Worte, die Größe zeigen – und die in der Mannschaft nicht ungehört verhallen dürften.
Ähnlich selbstkritisch zeigte sich auch Nicolai Remberg am DAZN-Mikro: „Wir müssen so ehrlich sein, dass es eine verdiente Niederlage ist. Wir hatten irgendwie eine komische Energie, waren nicht so griffig wie sonst. Dann gehen wir zwar in Führung, aber wir hätten es im Anschluss deutlich besser machen können und müssen, um etwas mitzunehmen. Wir waren irgendwie immer einen Schritt zu spät, und das hat uns den Stecker gezogen.“ Eine treffende Beschreibung eines Abends, an dem der HSV trotz früher Führung nie wirklich ins Rollen kam.
Die gute Nachricht: Die Chance zur Wiedergutmachung folgt auf dem Fuße. Bereits am Mittwoch (04. März 2026) empfangen die Hamburger im Volksparkstadion Bayer Leverkusen – ein Nachholspiel, das gleichzeitig die Möglichkeit bietet, den Leipzig-Dämpfer schnell abzuhaken und zu beweisen, dass der HSV mehr drauf hat als dieser enttäuschende Abend vermuten lässt.