Fußball heute: Sportlich läuft es beim VfB Stuttgart seit Jahren hervorragend – nur ein Punkt bereitet Sorgen: Die eigenen Talente schaffen kaum noch den Sprung zu den Profis. Trainer Sebastian Hoeneß und Sportchef Fabian Wohlgemuth benennen das Problem offen. Ausgerechnet der Erfolg der ersten Mannschaft steht den Youngstern im Weg.
VfB Stuttgart: Die Lücke zwischen Nachwuchs und Profis
Die Ausbildung im Stuttgarter Nachwuchsleistungszentrum gilt als erstklassig – der nachhaltige Durchbruch bei den Profis bleibt zuletzt dennoch aus. Wie die Bild berichtet, brachten es die NLZ-Spieler in der abgelaufenen Spielzeit über alle Wettbewerbe hinweg auf nur acht Minuten im Profiteam.
Hoeneß ordnete die Lage beim Internationalen Trainer-Kongress in Mainz ein: „Im deutschen Vergleich sind wir im Nachwuchs spitze: U17-Meister, U19-Pokalsieger, U23-Klassenerhalt. Die Jungs, die zu uns kommen, sind gut ausgebildet.“ Und trotzdem sehe er „eine gewisse Lücke“ zwischen dem eigenen Nachwuchs und dem Profikader.
Warum der Erfolg den Talenten im Weg steht
Den Grund liefert der Trainer gleich mit. „Am liebsten sollen die Jungs bei uns den nächsten Schritt gehen. Aber das ist kein Selbstläufer. Unser Niveau ist hoch“, stellte Hoeneß klar und zog einen Vergleich zu RB Leipzig, wo er einst im Nachwuchs arbeitete: „Dort wurde auch sehr viel in den Nachwuchs investiert. Und dann ist auch die erste Mannschaft enteilt.“
Ähnlich sieht es Sportvorstand Wohlgemuth, wie 90min aufgreift: „In den letzten Jahren sind unser Leistungsniveau und die Qualität im Kader deutlich gestiegen. Bei dieser guten Entwicklung ist es für die jungen Spieler nicht ganz so einfach, oben anzukommen.“ Wo der Klub früher sportlich wie wirtschaftlich auf eigene Talente bauen musste, kann er heute gezielt externe Youngster für Millionenbeträge holen.
Seimen macht den Weg vor
Dass sich die Arbeit im Unterbau trotzdem auszahlt, zeigt die neue Nummer eins Dennis Seimen. Der 20-Jährige ist nach seiner Leihe zum SC Paderborn als Stammtorwart eingeplant, sobald er seine aktuelle Verletzung auskuriert hat. Auch eine andere Kennzahl spricht für das NLZ: Die in der Vorsaison per Leihe oder mit Rückkaufoption in die 2. Liga abgegebenen Talente kamen in Summe auf etwa 8000 Spielminuten.
Genau darin liegt der eingeschlagene Weg – vom NLZ über die zweite Mannschaft und die 2. Liga zurück zu den Profis. Talente wie Noah Darvich, Laurin Ulrich, Mirza Catovic oder Christopher Olivier warten noch auf ihre Chance und wählten teils den Umweg einer Leihe. Seimen hat vorgemacht, wie es gelingen kann – weitere sollen folgen.
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