Fußball heute: Toni Kroos will offenbar Trainer werden. Laut der spanischen Zeitung AS plant der 36-Jährige einen Lehrgang beim spanischen Verband, der ihm den Weg auf die Profi-Bank ebnen würde. Das berichten sport.de, spox.com und op-online.de – und bei Real Madrid läuft es unter José Mourinho alles andere als rund.
Toni Kroos: Trainerlehrgang beim spanischen Verband
Wie sport.de unter Berufung auf das Blatt schreibt, möchte Kroos den Kurs in der Saison 2027/28 absolvieren. Sein Interesse habe er dem Verband RFEF demnach bereits mitgeteilt. Dabei handelt es sich um einen speziellen Lehrgang für aktive und ehemalige Profis.
Der Schritt hätte große Wirkung. Derzeit darf Kroos laut spox.com höchstens Teams bis zur dritten Liga trainieren, im Profifußball nur als Assistent. Mit der neuen Lizenz könnte er Profimannschaften auf jedem Niveau übernehmen, auch als Cheftrainer in den beiden höchsten spanischen Spielklassen.
Real Madrid: Gespräche über eine Kroos-Rückkehr
Dass es ihm ernst ist, legt die Anmeldung nahe. 2024 hatte Kroos eine Trainerkarriere „aktuell“ noch ausgeschlossen, wie op-online.de erinnert. Die Tür ließ er damals aber offen und sagte dem Focus, er glaube, „dass ich für den Trainerjob ein bisschen was mitbringen würde“.
Bei Real Madrid ist Kroos ohnehin ein Thema. Bereits im Frühjahr soll er mit den Königlichen über eine mögliche Rückkehr gesprochen haben, laut The Athletic war dabei auch der „Zidane-Weg“ eine Option. Präsident Florentino Pérez führte offenbar persönlich Gespräche, bislang ohne Erfolg.
José Mourinho: Erste Risse bei den Königlichen
Ein Trainerwechsel bei Real ist derzeit kein Tabu. José Mourinho, der den Klub bereits von 2010 bis 2013 betreute, bleibt seit seiner Rückkehr hinter den Erwartungen zurück. Nach zwei Niederlagen aus den ersten sieben Ligaspielen liegt Real nur auf Rang vier, sechs Punkte hinter Spitzenreiter FC Barcelona.
Schon während der Länderspielpause berichtete die Marca von ersten Debatten um den Coach. Demnach zeige Mourinhos „ursprünglicher Plan“ bereits „erste Risse“. Hinzu kommt eine titellose Zeit: Seit Kroos‘ Abschied 2024 hat Real keinen großen Titel mehr gewonnen.
Zinedine Zidane: Das Vorbild für Kroos‘ Trainerweg
Der erwähnte „Zidane-Weg“ zeigt, wie eine Rückkehr aussehen könnte. Zidane arbeitete nach seiner Karriere zunächst als Berater und Jugendtrainer, ehe er Anfang 2016 die Profis übernahm. Von März 2019 bis zum Ende der Saison 2020/21 folgte eine zweite Amtszeit, insgesamt gewann er drei Champions-League-Titel und zwei Meisterschaften.
Kroos würde damit einem bekannten Muster folgen. Neben Zidane sammelten bei Real auch Xabi Alonso und Álvaro Arbeloa erst in der Nachwuchsabteilung Erfahrung, bevor sie die erste Mannschaft übernahmen. Auch große Spielgestalter wie Xavi und Frank Lampard wechselten nach dem Karriereende an die Seitenlinie.
Kroos-Akademie: Der Weltmeister bleibt in Madrid aktiv
Den Bezug zum Nachwuchs hat Kroos längst. Nach zehn Jahren bei Real von 2014 bis 2024 eröffnete er in Madrid die „Toni Kroos Academy“ für junge Spieler. Zudem spricht er in seinem Podcast „Einfach mal Luppen“ mit Bruder Felix regelmäßig über Fußball, womit er dem Spiel in seiner Wahlheimat eng verbunden bleibt.
Seine aktive Laufbahn hatte der Weltmeister von 2014 nach dem letzten Champions-League-Triumph mit Real und der Heim-EM 2024 beendet. Als Spieler gewann er in Madrid jeden großen Titel. Umso größer wäre die Symbolkraft, sollte er eines Tages als Trainer zurückkehren.
Champions League: Kroos‘ Rekordbilanz als Spieler
Sportlich bringt Kroos eine Bilanz mit, die kaum zu überbieten ist. Mit 34 Titeln zählt er zu den größten Sammlern im europäischen Fußball, nur Thomas Müller (35) hat mehr. Seine sechs Champions-League-Siege mit dem FC Bayern und Real Madrid hat kein anderer Spieler übertroffen.
Ob und wann Kroos tatsächlich an die Seitenlinie wechselt, bleibt offen. Mit dem Lehrgang 2027/28 würde er jedoch den ersten konkreten Schritt gehen. Sollte die Krise bei Real anhalten, dürfte der Name des einstigen Mittelfeldregisseurs in Madrid künftig noch häufiger fallen.
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