Fußball heute: Lange sah es in der BayArena nach einer Überraschung aus. Der 1. FC Nürnberg führte in der 2. Runde des DFB-Pokals nach einer halben Stunde mit 2:0, ehe Bayer Leverkusen die Partie drehte und am Ende mit 5:2 gewann. Vier der fünf Treffer der Gastgeber entstanden nach ruhenden Bällen. Miroslav Klose, Carles Martinez, Jan Reichert, Ibrahim Maza und Jonas Hofmann äußerten sich nach dem Abpfiff. Hier findest du die Stimmen zum Duell Leverkusen gegen Nürnberg.
Leverkusen vs. Nürnberg Stimmen – Klose: „Das Ergebnis ist für mich zu hoch“
Beim Trainer der Gäste mischte sich Enttäuschung mit Zufriedenheit über den Auftritt in der ersten Hälfte.
Miroslav Klose (Cheftrainer 1. FC Nürnberg) auf fcn.de: „Das 5:2 fällt aus meiner Sicht etwas zu hoch aus, gerade wenn man unsere Leistung in der ersten Halbzeit betrachtet.“
Wie seine Elf den Favoriten vor Schwierigkeiten stellte, erläuterte der Coach im Detail: mutiges Auftreten, schnelle Umschaltmomente und immer wieder Anspielstationen in den Zwischenräumen. Mit zunehmender Dauer habe sich der Gegner jedoch darauf eingestellt, während bei ihm selbst die Fehlpässe zunahmen und zu viele lange Bälle folgten – ein Stilmittel, das seiner Mannschaft eigentlich fremd sei.
Was nach dem Seitenwechsel kam, hatte er erwartet: „Leverkusen kann dann viel Qualität bringen, auch bei den Standards, was den Unterschied ausgemacht hat.“ Dazu habe der Bundesligist von der Bank noch einmal erheblich nachgelegt.
Gegenüber Sky ordnete er den Verlauf so ein: „Es war nicht klar, dass das Spiel so kippen würde. Den Mut, den ich mir gewünscht habe, hat die Mannschaft gezeigt.“
Trotz des Ausscheidens richtete er den Blick nach vorn – schon am Sonntag steht für ihn die nächste Aufgabe an, und aus diesem Abend nehme seine Mannschaft einiges mit.
Stimmen zum Spiel von Bayer Leverkusen – Martinez: „Wir waren nicht bereit“
Ungewöhnlich offen fiel die Analyse auf der Gewinnerseite aus.
Carles Martinez (Cheftrainer Bayer Leverkusen): „Nürnberg hat in der ersten Halbzeit einen sehr guten Fußball gezeigt. Wir waren nicht bereit dafür, was dann zum Rückstand führt.“
Die Leistung des Zweitligisten würdigte er ausdrücklich, die eigene nicht: Defensiv habe seiner Mannschaft die Ordnung gefehlt. Schritt für Schritt sei dann mehr Zugriff gelungen, bis auch das Offensivspiel wieder funktionierte.
Entscheidend war für ihn ein mentaler Aspekt: „Für uns war es dann wichtig, dass wir nicht den Kopf verlieren, was uns gelungen ist.“ Zur Pause nahm er einen Dreifachwechsel vor, der die Partie sichtbar veränderte.
Ibrahim Maza (Bayer Leverkusen) bei Sky: „In der ersten Halbzeit haben wir Nürnberg unterschätzt.“
Der eingewechselte Mittelfeldspieler nahm den Gegner dabei ausdrücklich in Schutz und sprach von einer starken Mannschaft. Den Unterschied machte für ihn der Auftritt nach dem Seitenwechsel aus, als seine Elf den Schalter umlegte.
Jonas Hofmann (Torschütze zum 4:2) bei Sky: „Ich habe dem Trainer gesagt: Wenn ich gebraucht werde, mache ich mein Tor und das habe ich gemacht.“
Stimmen zum Spiel vom 1. FC Nürnberg – Reichert: „Drei Standardtore sind einfach zu viel“
Der Torhüter benannte die Schwachstelle des Abends unmissverständlich.
Jan Reichert (Torhüter 1. FC Nürnberg) auf fcn.de: „Drei Standardtore sind einfach zu viel. Das müssen wir einfach besser verteidigen, auch wenn Leverkusen mit Leuten wie Tapsoba natürlich Qualität hat.“
Abgesehen davon zog er ein positives Fazit: Eine Halbzeit lang habe seine Mannschaft auf Augenhöhe agiert und verdient geführt. Ärgerlich sei vor allem der Zeitpunkt des ersten Gegentreffers kurz vor der Pause gewesen. Danach habe der Gastgeber noch einmal zugelegt.
Für die kommenden Wochen zieht er dennoch etwas daraus: „Wir haben uns in der ersten Halbzeit für einen engagierten und mutigen Auftritt mit Toren belohnt. Das hat mich sehr gefreut. Und daraus können wir viel ziehen.“ Sein Schluss: Man könne erhobenen Hauptes nach Hause fahren.
Leverkusen vs. Nürnberg: Die Tore und Besonderheiten
Tore:
- 0:1 Rafael Lubach (13.)
- 0:2 Sigurd Haugen (30.)
- 1:2, 2:2 Edmond Tapsoba (41., 49.)
- 3:2 Patrik Schick (70./Foulelfmeter)
- 4:2 Jonas Hofmann (78.)
- 5:2 Lucas Vazquez (89.)
Besonderheiten:
- Vier der fünf Leverkusener Treffer entstanden nach Standardsituationen
- Tapsoba erzielte seinen ersten Doppelpack im Trikot der Werkself, beide Treffer nach Ecken von Garcia
- Martinez wechselte zur Pause dreifach, unter anderem kam Schick – der später den Elfmeter herausholte und selbst verwandelte
- Nürnberg trat ohne den verletzten Stürmer Zoma an, Klose setzte stattdessen auf eine Dreierreihe im Angriff
- Lubach und Haugen trafen jeweils erstmals in dieser Pflichtspielsaison
