Fußball heute: Über die erstmals dreiwöchige Länderspielpause hat sich Niko Kovač beim BVB lautstark beschwert. HSV-Trainer Merlin Polzin zeigt Verständnis für den Kollegen, will die Lage des Hamburger SV aber nicht mit der in Dortmund gleichsetzen. Das berichten nurdieraute.de und hsv.de vor dem Spiel bei der TSG Hoffenheim.
HSV-Trainer Polzin: Kein Vergleich mit der Lage in Dortmund
Eine klare Trennlinie zog der 35-Jährige auf der Pressekonferenz am Donnerstag. „Man muss das von Verein zu Verein unterschiedlich betrachten“, sagte Polzin. Mit Blick auf den Dortmunder Coach fügte er an: „Die Situation, die Niko bei sich vorgefunden hat, ist nochmal eine andere als wir sie hier hatten.“
Abkanzeln wollte der Hamburger den Kollegen deshalb aber keineswegs. Vielmehr zeigte Polzin Empathie für dessen Unmut: „Es steht uns nicht zu, die beiden Situationen miteinander zu vergleichen. Aber ich verstehe genau, was er meint.“ Gerade weil der HSV selbst zwei verletzte Nationalspieler beklagt, wiegt dieses Verständnis besonders.
Niko Kovač: BVB-Coach kritisiert die lange Länderspielpause
Kovač gilt als lautester Kritiker der Pause, die erstmals auf drei Wochen ausgedehnt wurde. „Ich fand, es war definitiv zu lang“, zitiert ihn nurdieraute.de. Aus Sicht der Vereine sei es zudem „total inakzeptabel, dass man vier Spiele am Stück hat“. Für den BVB-Coach war die Unterbrechung damit vor allem eine Belastungsprobe.
Begründet hat Kovač seine Kritik mit den Folgen für die Teams. Am Mittwoch erklärte er, die vielen Spiele und Reisen hätten die ohnehin kleinen Aufgebote stark belastet. Mehrere Dortmunder kehrten verletzt oder krank von ihren Nationalteams zurück, was die Ausgangslage beim BVB deutlich verschärft.
Hamburger SV: Grønbaek und Daka kehren verletzt zurück
Ganz ungeschoren kam allerdings auch der HSV nicht davon. Albert Grønbaek zog sich bei der dänischen Auswahl einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zu, Patson Daka verletzte sich mit Sambia ebenfalls am Oberschenkel und fällt in den kommenden Wochen aus. Polzin räumte ein: „Wir ärgern uns auch über die beiden Verletzten.“
Fraglich ist zudem Zakaria El Ouahdi, der erkältet zurückkehrte und noch nicht mit dem Team trainiert hat. Es gibt aber auch gute Nachrichten. Terem Moffi und Yussuf Poulsen sind wieder voll im Training und Optionen für den Kader, Alexander Rössing-Lelesiit steht nach monatelanger Reha kurz vor seinem Comeback.
Merlin Polzin: So nutzte der HSV die drei freien Wochen
Unterm Strich zieht Polzin dennoch ein positives Fazit der Pause, obwohl „für unsere Verhältnisse viele Jungs“ unterwegs waren. „Wir haben es geschafft, einen guten Trainingsablauf zu haben und ein tolles Testspiel zu spielen“, sagte er mit Blick auf den 2:0-Sieg gegen den FC Kopenhagen am vergangenen Sonntag.
Die Partie gegen die Dänen gingen die Hamburger an wie ein Pflichtspiel. Laut Polzin nutzte das Team die freien Wochen, um taktisch flexibler zu werden und Automatismen zu schärfen. Darin liegt der zentrale Unterschied zu Dortmund: Während Kovač vor allem die Belastung beklagt, sieht sein Kollege in der Pause auch einen Gewinn.
TSG Hoffenheim: Große Herausforderung für die Hamburger
Am Samstag (15:30 Uhr) bei der TSG Hoffenheim zeigt sich, wie viel diese Arbeit wert ist. „Es ist eine große Herausforderung für uns“, sagte Polzin laut hsv.de. Ein normales Spiel wäre für seine Mannschaft sehr schwer, deshalb müsse der HSV in den entscheidenden Momenten alles investieren und den Rhythmus des Gegners stören.
Die Erinnerungen an die TSG sind keine guten. In der vergangenen Saison war Hoffenheim eines von nur zwei Teams, gegen die der HSV keinen Punkt holte. Ob die in der Pause geschärfte taktische Flexibilität diesmal den Unterschied macht, wird das erste Spiel nach der langen Unterbrechung zeigen.
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