Fußball heute: Patson Daka ist erst wenige Tage beim HSV – und schon jetzt einer der Publikumslieblinge im Trainingslager. Nun hat der Angreifer verraten, warum die Wahl auf Hamburg fiel. Entscheidend waren zwei alte Weggefährten, die den Klub aus eigener Erfahrung kennen.
HSV: Daka holte sich Rat bei früheren Hamburgern
Bevor der Sambier zusagte, sammelte er gezielt Informationen. „Ich habe ein wenig recherchiert, ehe ich die Entscheidung getroffen habe“, sagte Daka der Mopo. Seine Auskunftgeber: zwei Ex-Profis, mit denen er einst bei Red Bull Salzburg zusammenspielte. „Ich habe mit Hee-Chan Hwang und Masaya Okugawa gesprochen, mit denen ich früher zusammen in Salzburg gespielt habe. Sie haben mir eine Menge guter Dinge über den Verein und die Stadt erzählt. Das hat mir die Entscheidung leicht gemacht.“
Beide waren einst leihweise im Volkspark aktiv – Hwang, mittlerweile bei Wolverhampton unter Vertrag, in der Spielzeit 2018/19, Okugawa, heute bei Kyoto Sanga in Japan, in der Rückrunde 2023/24. Ihr Urteil hat gewirkt: „Ich liebe es! Die Menschen sind nett und der Verein passt perfekt zu mir. Ich bin glücklich und aufgeregt“, schwärmte Daka nach seiner zweiten Einheit mit den neuen Kollegen.
Vom Salzburg-Juwel zum Idol: Dakas Weg an die Elbe
Mit dem 27-Jährigen hat sich der HSV einen Star des afrikanischen Fußballs gesichert. In der Heimat ist der Nationalstürmer, der in 47 Länderspielen 21 Treffer erzielte, ein Vorbild für die Jugend – mit allen Folgen. „Ich kann dort kein Privatleben führen und das macht keinen Spaß“, gestand Daka, um sofort zu relativieren: „Aber auf der anderen Seite ist es auch schön, denn als ich ein kleiner Junge war, habe ich selbst nach oben geschaut. Ich möchte die Jugendlichen motivieren, sie haben schließlich das Recht, zu träumen.“
Vier starke Jahre in Salzburg von 2017 bis 2021 – unter anderem an der Seite von Erling Haaland und Dominik Szoboszlai – machten ihn zu einem der begehrtesten Angreifer Europas und brachten Leicester City dazu, 30 Millionen Euro zu investieren. Besonders vom Norweger schwärmt Daka bis heute: „Er ist nicht nur ein toller Fußballer, sondern auch ein toller Mensch.“ Große Versprechungen macht er nach fünf durchwachsenen Jahren in England dennoch nicht, formuliert aber klar seinen Anspruch: „Ich liebe es, Tore zu schießen und meiner Mannschaft auf jede erdenkliche Weise dabei zu helfen, Spiele zu gewinnen.“
Fan-Abend in Längenfeld: Dakas Autogramme heiß begehrt
Wie schnell der Angreifer angekommen ist, zeigte sich am Mittwochnachmittag. Beim traditionellen Fan-Treffen im Trainingslager standen die Profis rund 200 mitgereisten Anhängern zwei Stunden lang für Autogramme, Selfies und Gespräche zur Verfügung – Dakas Unterschrift zählte erwartungsgemäß zu den gefragtesten. Zur Begrüßung schallte die Torhymne aus den Boxen; als ihn ein Anhänger später darauf hinwies, musste der Neue grinsen. Möglichst oft soll sie in der neuen Saison durch den Volkspark schallen.
Sein Dauerlächeln erklärt Daka schlicht mit seinem Naturell: „Ich bin immer glücklich. Das ist einfach meine Persönlichkeit, es spielt keine Rolle, wie der Tag ist.“ Etwas schwieriger wird die Rückkehr nach Hamburg: Zunächst lebt der zweifache Familienvater dort allein, seine Angehörigen bleiben vorerst in Leicester. „Es geht auch darum, die Einwanderungsformalitäten zu regeln. Aber der Verein hilft mir dabei“, so der Stürmer, der die deutsche Sprache bereits gut versteht, beim Sprechen aber noch etwas zurückhaltend ist.
Zweiter Zugang in 60 Stunden: Nadir folgt nach Tirol
Beim HSV bleibt es derweil nicht bei einem Neuen. Nach erfolgreichem Medizincheck in Hamburg wurde Bilal Nadir am Donnerstagnachmittag in Tirol erwartet, wo der Mittelfeldspieler seinen Vertrag unterzeichnen soll – der zweite ablösefreie Transfer binnen kurzer Zeit. Der 22-jährige Marokkaner stand laut kicker zuletzt fünf Jahre bei Olympique Marseille unter Vertrag, wurde bei OGC Nizza ausgebildet und kam in der abgelaufenen Spielzeit auf 20 Ligue-1-Einsätze mit vier Vorlagen.
Zusätzlich kehrte am Mittwochabend der 19-jährige Otto Stange vorzeitig aus dem Urlaub ins Teamquartier zurück, um wieder ins Training einzusteigen. Bis Samstag bleiben die Hamburger noch in Österreich, ehe zum Abschluss in Kematen bei Innsbruck der Test gegen Absteiger 1. FC Heidenheim ansteht.
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