Fußball heute: Beim 1:0-Auftaktsieg von Hertha BSC beim VfL Bochum feierte Eigengewächs Soufian Gouram sein Startelf-Debüt – und legte gleich das entscheidende Tor auf. Der 20-Jährige steht sinnbildlich für den erzwungenen Berliner Neuanfang mit dem eigenen Nachwuchs.
Hertha BSC: Gouram überzeugt bei seiner Premiere
Es war der perfekte Einstand: Beim Eröffnungsspiel der Zweitligasaison leitete Gouram das entscheidende Tor ein, als er den Ball in der 39. Minute aus dem Zentrum auf Sebastian Grönning durchsteckte, der zum 1:0 vollendete. Wie der offizielle Bericht von Hertha BSC festhält, standen im Ruhrstadion insgesamt elf Eigengewächse im Berliner Kader – ein bemerkenswerter Wert.
Nach gut einer Stunde wurde der agile Mittelfeldmann ausgewechselt, den Sieg rettete die Hertha danach mit einer leidenschaftlichen Abwehrarbeit. Torschütze Grönning lobte seinen jungen Nebenmann in der Bild: „Wir brauchen ihn in diesen Situationen, in denen er es gut macht.“ Von Anfang an zu spielen bedeute großen Druck – umso stolzer sei er auf Gouram.
„Ein klassischer Straßenkicker“
Für Mitspieler Niklas Kolbe verkörpert Gouram einen selten gewordenen Spielertyp. „Für mich ist er ein klassischer Straßenkicker, die gibt es nicht mehr so oft. Und wenn er das beibehält, entwickelt er sich brutal“, sagte er. Nach einem Profil mit genau dieser Käfigkicker-Mentalität sucht Hertha schon lange – der Wunsch ist sogar in den Leitlinien der klubeigenen Akademie festgeschrieben.
Auch Trainer Stefan Leitl war voll des Lobes für seine Entdeckung des Sommers. „Es war abzusehen, dass er diese Leistung bringt“, erklärte er und schwärmte von der Torvorlage: ein starker erster Kontakt, ein feiner Steckpass in die Tiefe und ein schöner Abschluss.
Der Nachwuchs trägt den Neuanfang
Gourams Aufstieg kommt zur richtigen Zeit. Weil die klamme Hertha im Sommer viele Spieler verlor – unter ihnen Schlüsselspieler Fabian Reese, den es zum VfL Wolfsburg zog – und dem bislang kaum Neuverpflichtungen folgten, ist Leitl zur Kreativität gezwungen und setzt konsequent auf die eigene Jugend.
„Wir hatten fünf Spieler aus der eigenen Akademie in der Startelf. Ich glaube, das ist einzigartig im deutschen Fußball“, sagte der Coach stolz. Gouram, ein Junioren-Nationalspieler, der einst als Elfjähriger aus dem Nachwuchs aussortiert und zwei Jahre später zurückgeholt wurde, steht sinnbildlich für diesen Weg. Trotz der Euphorie bleibt Leitl bei seiner Forderung: „Wir haben Bedarf“ – neue Spieler sollen weiter her.
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